Cloud-Service-Anbieter und Berater tun das ihrige

Hybrid Cloud setzt sich als Standard für IT-Betriebsmodelle durch

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VMware vSphere als einheitliche Plattform

Vor diesem Hintergrund ist die Anfang Februar erfolgte Ankündigung des Marktführers VMware bedeutsam, mit vSphere 6 eine vereinheitlichte Plattform für Private, Hybrid und Public Clouds anbieten zu wollen. Damit soll eine Brücke zwischen der hauseigenen IT-Infrastruktur und externen Cloud-Services geschlagen werden.

VMware verficht dafür das Konzept des erwähnten Software-Defined Datacenters (SDDC). „Die neue VMware-Version vSphere 6“, berichtet Erwin Breneis von VMware Deutschland, „ist die Plattform, um die Grundlage für das virtualisierte Netzwerk zwischen den VMware-basierten Clouds abzubilden, so dass hunderte von virtuellen Netzen über eine einzige WAN-Verbindung betrieben werden können.“

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VMware Integrated OpenStack soll Entwicklern helfen, die Komponenten des quelloffenen Technologiestapels in ihre Lösungen zu integrieren. Die Netzwerkbasis für vCloud Air liefert VMware NSX, eine Netzwerk-Virtualisierungsplattform, die das gesamte Netzwerk- und Sicherheitsmodell von Layer 2 bis Layer 7 als Software liefert. Der Hybrid-Cloud-Kunde bezieht von VMware und Partnern wie Google (s.u.) Public-Cloud-Services, von denen es mittlerweile mehrere tausend gibt. Das entsprechende Rechenzentrum für diese VMware vCloud Air steht bereits von London, also innerhalb des Rechtsraums der EU.

Im Januar vereinbarten VMware und Google, dass die Google Cloud Plattform fest in vCloud Air integriert wird. Dadurch sollen Unternehmenskunden einen verbesserten Zugang zu den Cloud-Services auf der VMware Hybrid Cloud Plattform bekommen. Weitere Allianzen waren jüngst zu beobachten, so etwa die Partnerschaft zwischen dem oben erwähnten IT-Berater Avanade und Microsoft Azure.

Zwei Erfolgsfaktoren

Abhängig von der Reife der IT-Prozesse sind bei der Umsetzung einer Hybrid Cloud verschiedene Schwerpunkte zu setzen, empfiehlt Marco Schmid, Country Manager für die DACH-Region beim Dienstleister Rackspace. Ihm zufolge zeigen sich derzeit in fast jedem Projekt zwei große Einflussfaktoren.

Zum einen der Faktor Expertise: „Die Umsetzung einer Hybrid Cloud verlangt ein sehr breites IT-Fachwissen. Von Rechenzentrumsbetrieb, Computing- und Storage-Infrastruktur, Virtualisierung, Orchestrierung, Integration, Automatisierung bis zur Adaptierung von sogenannten DevOps-Modellen ist so ziemlich alles im Spektrum. Die eigenen Mitarbeiter fit zu machen oder das entsprechende Fachwissen durch einen Service zu beziehen, ist daher entscheidend für den Erfolg der Projekte.“

Zum anderen das Workload-Matching. Hierzu erklärt Schmid: „Das Angebot an Basistechnologien ist heute sehr breit und lässt sich als Service beziehen. Wichtig ist es, die richtigen Technologien für die eigenen Arbeitsgänge sowie Anforderungen zu finden und sich nicht in ein Modell zwängen zu lassen. Der Auftrag bestimmt die Wahl der Cloud und nicht umgekehrt.“

Nur wenige haben hybrid clouds

Rackspace biete seinen Kunden neben dem breiten Portfolio vor allem den Service und den Betrieb der Umgebungen an, was vor allem den Betrieb der Lösung durch Fachexperten bedeutet. Das beginne bereits bei der Beratung, wie man in die Cloud kommt, sie optimal für seine Anforderungen nutzt und wie die Implementierung erfolgt.

Noch betreibt laut IDC mit knapp 15 Prozent nur ein kleiner Teil deutscher Unternehmen eine Hybrid Cloud. Die IDC-Studienergebnisse zeigen allerdings, dass sich dies in den nächsten 24 Monaten entscheidend ändern wird: Bis 2016 wollen mehr als 50 Prozent der Befragten ihre Planungen in die Tat umsetzen. Bis dahin müsse allerdings viel Aufklärungs- und Beratungsarbeit geleistet werden. Matthias Kraus von IDC empfiehlt daher, dass Anbieter in diesem Umfeld die Business-Szenarien ihrer Produkte in den Vordergrund stellen und alle rechtlichen Aspekte klären sollten, um Anwenderunternehmen die jeweilig passende Sourcing-Kombination anzubieten.

Auf Rackspace sieht Marco Schmid aber schon jetzt viel Arbeit zukommen: „Wir erwarten, dass sich das starke Wachstum in diesem Jahr fortsetzt und noch beschleunigt. Hybrid Clouds spielen dabei eine zentrale Rolle, da viele mittlere und große Unternehmen das vergangene Jahr für Pilotprojekte und ‚Proof of Concepts’ in diesem Bereich genutzt haben. Diese Projekte kommen nun in die produktive Umsetzung.“

* Micael Matzer ist freier Autor in Stuttgart.

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