Der DE-CIX bietet seine Dienstleistungen derzeit an 60 Standorten weltweit an, aber Frankfurt am Main „bleibt das Epizentrum, das schlagende Herz des globalen Internets“. Das klingt ein wenig pathetisch und stammt aus der Dstream-Studie „Frankfurt: The digital capital“. Diese bewertet den Wertbeitrag des Internet-Austauschknoten-Standorts zum Brutto-Inlandsprodukt enorm hoch. Doch steckt dahinter eine Gefälligkeitsanalyse zum 30. Geburtstag des DE-CIX?
Dstream-Studie kürt Frankfurt am Main zum 'Digital'Capital' . Doch was heißt das schon? DE-CIX-CEO Ivo Ivanov interpretiert die Analyse für DataCenter-Insider und erörtert, welche Bedeutung dem Intenet-Knoten in der Mainmetropole zukommt.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Die Frage geht an Ivo Ivanov, der seit 2022 Chief Executive Officer bei DE-CIX und Vorstandsvorsitzender der DE-CIX Group AG ist. Zuvor war er Chief Operating Officer bei DE-CIX und verantwortete darüber hinaus das internationale Geschäft des Internet-Knoten-Betreibers als Chief Executive Officer DE-CIX International. Nach dem Ranking „Power 100“ der Publikation „Capacity Magazine“ gehört er - zumindest 2021/2022 - zu den 100 einflussreichsten Fachleuten der Telekommunikationsbranche.
Ivo Ivanov, DE-CIX, und Ulrike Ostler, DataCenter-Insider, bei der Aufnahme zur Folge 52 der „DataCenter Diaries“.
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)
In der vergangenen Woche hat er sich mit DataCenter-Insider Chefredakteurin Ulrike Ostler im virtuellen Studio zu einer Podcast-Aufnahme getroffen, in der die Studie von Dstream thematisiert wird.
Herausgekommen ist die Folge #52 der DataCenter Diaries: „Der DE-CIX und Frankfurt am Main als 'Digital Capital' der Welt - Ivo Ivanov spricht mit Ulrike Ostler über die Zusammenhänge und was sie, auch in finanzieller Hinsicht, bedeuten.“
Zu den Highlights zählen:
Warum ist Ivanov ein großer Fan der hessischen Digitalministerin Professor Kristina Sinemus?
Was sind die Kriterien für digitale Hubs?
Wie viel Gefälligkeit beziehungsweise Scheinanalyse stecken in der Bewertung von Frankfurt als 'Digitaler Hauptstadt'?
Welche Rollen spielen Rechenzentren, Stromverfügbarkeit und Glasfaserverbindungen in der Bewertung?
Da der Blick in die Studie eine Interpretation vieler Zahlen bedeutet, macht es Sinn, diese nicht nur zu hören, sondern sie in einem Artikel nachlesbar aufzubereiten. Die Studie schickt vorweg, dass die Umgestaltung des schier grenzenlosen Ökosystems Internet weder über Nacht geschah, noch abgeschlossen ist. Zuletzt sind unter anderem der Aufstieg der Hyperscale-Rechenzentren, Unterwasserkabel, die Ozeane überspannen, Glasfaser-Superhighways, drahtlose Kommunikationstechnologien und die zunehmende Verbreitung von Satellitenverbindungen im erdnahen Orbit für eine durchaus rasant zu nennende Entwicklung verantwortlich gewesen.
Frankfurt ist seit Jahrzehnten ein globales Finanzzentrum. Das ist sicherlich einer der Gründe warum Internet-Dienstanbieter (ISPs) und Technologieunternehmen in Frankfurt zusammen kamen und den dringenden Bedarf an neutraler Vernetzung erkannten. Eine solche Neutralität ist keineswegs überall gegeben. Doch wenn einzelne Rechenzentren Internet-Exchange anbieten, erreicht das Angebot nur deren Kunden, macht Ivanov deutlich.
Heute offeriert der DE-CIX nahezu 4.000 Netzzusammenschaltungen innerhalb 20 IXs mit einer aggregierten Port-Geschwindigkeit von über 200 Terabit pro Sekunde. „Das ist mehr als in jedem anderen Verbindungsknotenpunkt auf der Erde“, so die Studie. Doch warum ist das wichtig und welche Kriterien definieren denn eigentlich ein 'Digital Capital'?
Der Hauptstadtbegriff, wie er in der Studie verwendet wird, bezeichnet jene Städte und Ballungsgebiete, die die höchste Dichte an Infrastruktur und Teilnehmern aufweisen: Rechenzentren, Netzwerke, Internet-Knotenpunkte, Konnektivitätsinfrastruktur und unterstützende Infrastruktur, etwa Strom. Dstream hat 30 solcher Regionen und Städte ausgemacht, wo nationale als auch internationale Daten gesammelt und robuste Wege für den Austausch dieser Daten bereitstellt werden:
Rechenzentren beherbergen nicht nur die Geräte um Daten zu speichern und zu verarbeiten, sondern bieten auch ein Zuhause für die Zehntausende von Netzen, die das Internet heute ausmachen.
Anbieter von Internet-Diensten tauschen Daten mit anderen Netzbetreibern aus, zum Beispiel Langstreckenbetreibern, Inhaltsnetzen und Cloud Provider, häufig über Internet Exchanges, IX abgekürzt, die in diesen Datacenter untergebracht sind, um ihren Kunden den Zugang zu Inhalten, Anwendungen und digitalen Diensten zu ermöglichen.
Internet Exchanges fungieren als Verteilungspunkte für Netze und ermöglichen ihnen sie leicht miteinander zu verbinden.
Die Qualität der Verbindungsinfrastruktur ist ein weiterer entscheidender Faktor für das Nutzererlebnis von Einzelpersonen und Unternehmen.
Zu den zusätzlichen Anforderungen gehört eine zuverlässige und stabile Stromversorgung, ohne kann es keine Digitalisierung geben.
Die Rolle der Rechenzentren und IXs
Viel ist von Mega-Rechenzentren in Virginia zu lesen, und seit jüngster Zeit auch Texas. Insofern überrascht, dass die Region Washington D.C. die führende DataCenter-Infrastruktur haben soll - bei genauerem Hinsehen einschließlich Ashburn und Reston. Das allerdings mit Abstand: Zum Zeitpunkt der Erstellung der Studie befanden sich in diesem Gebiet mehr als 140 Rechenzentren mit einer Gesamtkapazität von über 4.000 Megawatt (MW). Das ist fast viermal mehr als im Großraum London mit knapp über 1.000 MW.
Sowohl New York als auch Paris haben knapp unter 500 MW gelegen. Und in Frankfurt? Die Mainmetropole plus 50 Kilometer Umkreis zählt über 100 etablierte Rechenzentren.
Die Ansiedlung von Rechenzentren in der Region WashingtonDC (mit Reston und Ashburn) übertrifft alles.
(Bild: Dstream/ DE-CIX)
Die Bewertung von Rechenzentren durch Dstream umfasst aber nicht nur die Anzahl der Einrichtungen und Megawatt Leistung, sondern auch die Anzahl der zusammengeschalteten Netzwerke, die in diesen Rechenzentren vorhanden sind. Ungefähr 50 der gezählten Frankfurter Rechenzentren beherbergen ein oder mehrere IXs. Diese Zahl der Internet-Exchanges ist in den vergangenen 15 Jahren stetig gestiegen, und heute gibt es mehr als 100 der 20 Frankfurter IXs in verschiedenen Einrichtungen in der Metropolregion. New York und Paris bilden mit sechs beziehungsweise fünf IXs das Schlusslicht der Kategorie.
Stand: 08.12.2025
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Wie Ivanov bestätigt, ist die Tatsache, dass so viele IXs zweifellos eine große Rolle spielen, weil es zugleich mehr Autonomous Network Systems (ASNs) gibt, die mit IXs in der Stadt verbunden sind. Hier ist Frankfurt klarer Spitzenreiter, mit fast 2.500 ASNs - mehr als jede andere der Top Ten Digital Capitals. Nicht alle sind mit dem DE-CIX verbunden, 'nur' rund 1200. Doch Amsterdam und London weisen 'nur' mehr als 1000 auf, die mit den Exchanges vor Ort verbunden sind. Seit einiger Zeit aber übertrifft Sao Paulo selbst die Anzahl in Frankfurt.
Diese Dstream-Studie zeigt, dass der DE-CIX Frankfurt immer noch wächst. Zugleich aber nimmt die Zahl der einzelnen ASNs, die ausschließlich am DE-CIX Peering betreiben, jedoch stetig ab. Laut Ivanov ist das gar nicht schlimm, im Gegenteil: Die Sicherheit der Verbindungen steigt durch die Netzdichte. Und das ist ein Vorteil für Deutschland, insbesondere für den Standort Frankfurt, der sich auch monetär bemerkbar macht (s.u.).
Punktabzüge für die Konnektivität
Im Vergleich zu Singapur, die Stadt mit der höchsten Punktzahl in der Kategorie Konnektivität stellt sich die Situation in Frankfurt und Umgebung geradezu beschämend dar, geschweige denn bundesweit. Warum? Singapur kann derzeit mit dem höchsten Niveau an Fiber to the Home/Building (FTTH/B) und Breitbandgeschwindigkeiten von 305 Megabit pro Sekunde (Mbps) aufwarten. Im Vergleich dazu liegt die FTTH/B-Abdeckung bei etwa 40 Prozent.
Diese mangelnde Abdeckung wirkt sich negativ auf die Breitbandgeschwindigkeiten aus, die durchschnittlich unter der 100-Mbit/s-Schwelle liegen - mit nur 95 Mbit/s. In ähnlicher Weise liegt die mobile Bandbreitengeschwindigkeit in Frankfurt bei 97 Mbit/s, also ebenfalls unterhalb der 100-Mbit/s-Schwelle und deutlich hinter Paris, dem Spitzenreiter in dieser Kategorie, der eine mobile Bandbreitengeschwindigkeit von 189 Mbit/s aufweist.
Stromverfügbarkeit nicht schlecht, aber...
Zu den „zusätzlichen Anforderungen“ muss heute unbedingt die Stromverfügbarkeit gehören. Dstream hat sie an den Ausfallstunden pro Jahr gemessen beziehungsweise den System Average Interruption Duration Index (SAIDI) herangezogen, eine in der Energiebranche weithin anerkannte Kennzahl. SAIDI quantifiziert die durchschnittliche Gesamtdauer von Stromunterbrechungen, die die Kunden in einem bestimmten Jahr erleben. Allerdings beziehen sich die letzten verfügbaren Daten aus dem Jahr 2019 auf die nationale Ebene und nicht auf eine stadtspezifische Ebene.
Trotzdem: In allen betrachteten EU-Ländern ist von Ausfallzeiten auszugehen, die unter einer Stunde pro Jahr liegen. Frankfurt am Main kommt auf einen Durchschnitt von etwa 15 Minuten. Das ist jedoch nicht Spitze. Die leistungsstärkste Stadt war Tokio mit etwas mehr als 2 Minuten Ausfallzeit. Ganz schlecht schnitt die USA ab mit einer durchschnittlichen Ausfallzeit von rund 80 Minuten.
Die finanziellen Auswirkungen einer Internet-Börse
Insgesamt betrug im Jahr 2022 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Frankfurt am Main rund 80,2 Milliarden Euro. Das macht die Stadt zu einer der wirtschaftsstärksten Städte in Deutschland. Der Umsatz der Informations- und Kommunikationsbranche in Frankfurt lässt sich auf rund 10 Milliarden Euro schätzen. Im Jahr 2021 lag das Pro-Kopf-BIP der Stadt bei 97.270 Euro und das BIP pro Erwerbstätigem bei 100.966 Euro.
Um den Beitrag des DE-CIX oder auch Frankfurts zum BIP von Hessen und Deutschland zu ermitteln, hat Dstream auf keine Vorlagen zurückgreifen können. Jedenfalls beziehen die Studienautoren neben dem Umsatz, den DE-CIX macht, Leistungsverbesserungen, der Ausfallsicherheit und der Lokalisierungsvorteile der Internet-Böse mit ein. Außerdem spielen die direkten Verbindungen zu Cloud-Service-Anbietern eine Rolle.
Kumulative Domino-Effekte von Verbesserungen der digitalen Infrastruktur für mehrere Akteure entlang der Wertschöpfungsketten sind bei der Berechnung jedoch unberücksichtigt geblieben. Auch der grenzüberschreitende Charakter des Internets wurde nur in Bezug auf die Anziehungskraft internationaler Akteure auf Deutschland berücksichtigt, wie auch die finanziellen Auswirkungen des IX auf die gesamte europäische Wirtschaft - durch die Verbesserung der Leistung und Ausfallsicherheit der Konnektivität in den Nachbarländern.
Infolgedessen sind die tatsächlichen positiven Auswirkungen des DE-CIX Frankfurt - und damit möglicherweise auch anderer großer Internet Exchanges – möglicherweise wesentlich höher sein als die hier angegebenen Ergebnisse.
Dstream-Studie
Weiterhin haben die Studienmacher angenommen, dass über den DE-CIX etwa 50 Prozent der Daten von Endnutzern in Deutschland und 25 Prozent der Unternehmensdaten - Cloud, Software as a Service, Anwendungen für die Zusammenarbeit und E-Mail - fließen. Demnach gibt es in Deutschland rund 3,5 Millionen Unternehmen, denen DE-CIX Dienste anbietet, Etwa 875.000 Geschäftskunden nutzen Netze, die am DE-CIX Frankfurt zusammenlaufen.
In dieser Aufstellung unberücksichtigt sind die indirekten finanziellen Auswirkungen, etwa 2 Milliarden Euro der neuen Investitionen in die digitale Infrastruktur Frankfurts.
(Bild: Dstream/DE-CEX)
Teilbeiträge
Eine aktuelle Studie von IW Consult, eine Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft schätzt, dass die Cloud eine Wertschöpfung von rund 250 Milliarden Euro zur deutschen Wirtschaft beiträgt. Basierend auf dem Marktanteil des DE-CIX Frankfurt wird geschätzt, dass der IX zum Erfolg von rund 25 Prozent der Cloud-Projekte in Deutschland im Wert von 62,5 Milliarden Euro handhabt. Davon leisten die belastbaren und latenzarmen Cloud-Zusammenschaltungsdienste des DE-CIX einen direkten Wertbeitrag zur Volkswirtschaft von 5 Prozent beziehungsweise rund 3,1 Milliarden Euro.
Der deutsche E-Commerce-Markt wird auf eine Volumen von rund 80 Milliarden Euro im Jahr 2024 geschätzt. Nimmt man eine bloße Verringerung der Latenzzeit um 10 ms und die daraus positive Auswirkung eines Anstiegs der E-Commerce-Einnahmen um 0,5 Prozent an, so entspricht dies 200.000.000 Euro pro Jahr an zusätzlichen Einnahmen durch höhere Bestellwerte und höhere Konversionsraten, die sich der DE-CIX auf die Fahne schreiben kann.
Wie schon oben erwähnt trägt DE-CIX in Frankfurt erheblich zur Stabilität der Verbindungen bei. Der jährliche Gesamtnutzen der Abmilderung eines einstündigen Netzausfalls für die betroffenen Unternehmen in Deutschland darf laut Studie mit 390.622.500 Euro angesetzt werden.
Die Kosten für Co-Location-Dienste, einschließlich der Unterbringung eines Routers oder ähnlicher Geräte in Frankfurt liegen in der Regel zwischen 800 Euro und 1.800 Euro pro Monat für einen Standard-42U-Rack. Dazu zählen muss man Gebühren für den Stromverbrauch, die zwischen 120 Euro und 350 Euro pro Kilowatt und Monat liegen, je nach Verbrauch. Auch Einrichtungsgebühren zwischen 200 Euro und 1.500 Euro kommen dazu. Das summiert sich für ein kleines bis mittleres Unternehmen, das einen Router unterbringt, auf Gesamtkosten zwischen 1.000 Euro und 2.400 Euro pro Monat, je nach Umfang der Infrastruktur und den spezifischen Anforderungen des Rechenzentrums. Daher würde ein Medianpreis von etwa 1.800 Euro pro Monat oder 21.600 Euro pro Jahr pro Netzwerk, das an ein IX angeschlossen ist,kosten.
Natürlich müssen die angeschlossenen Netzbetreiber Gebühren zahlen.
Darüber hinaus gibt es mindestens 2 Milliarden Euro pro Jahr an neuen Investitionen in die digitale Infrastruktur in Frankfurt durch lokale und internationalen Akteure, insbesondere in die Infrastruktur von Rechenzentren. Allein für das Jahr 2024 wurden Investitionen von über 13 Milliarden Euro in neue Rechenzentren in Frankfurt und Umgebung angekündigt, die bis 2026 in Betrieb genommen werden sollen.
Insgesamt kommt die Studie auf fast 4 Milliarden Euro, die der DE-CIX in Frankfurt am Main zur Wertschöpfung in Deutschland beiträgt, wovon 3,3 Milliarden Euro direkt erwirtschaftet werden.
Auf Platz 1 der Städte und Regionen der am besten vernetzten Städte steht Franlfurt am Main.
(Bild: Telegeography)
Und? Ist die Dstream-Analyse nun ein schöngerechnetes Geschenk an den DE-CIX zum 30jährigen Geburtstag? Ivo Ivanov sagt: „Nein.“ Den Beweis liefere eine nahezu parallel stattgefundene Untersuchung von Telegeography, ein Unternehmen, das etwa eine interaktive Karte mit über 6.000 aktiven Rechenzentren anbietet, und ihren „Market Connectivity Scores“ aus dem zweiten Halbjahr 2025. Hier zeigen sich nahezu identisch dieselben Stärken und Schwächen.