Experience Days 2024 Fujitsu setzt auf digitale Souveränität

Von Klaus Länger 4 min Lesedauer

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Als Partner für eine nachhaltige Transformation stellte sich Fujitsu auf der Münchner Veranstaltung „Experience Days 2024“ dar. Der Hersteller hat hier am 26. und 27. Juni Themen wie digitale Souveränität, Energie-Einsparungen im Rechenzentrum und KI auf die Tagesordnung gesetzt.

In seiner Keynote betont Santosh Wadwa, Head of Platform Business, die Neutralität von Fujitsu als japanischem Hersteller mit starker deutscher Mannschaft.(Bild:  Vogel IT-Medien)
In seiner Keynote betont Santosh Wadwa, Head of Platform Business, die Neutralität von Fujitsu als japanischem Hersteller mit starker deutscher Mannschaft.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Mit dem Motto „Konnichiwa Zukunft“, hat Santosh Wadwa, Leiter des deutschen Plattform Business und Vice President bei Fujitsu, die über 1.000 Besucher im „Science Congress Center“ in Garching bei München begrüßt. Mit „Konnichiwa“ (Deutsch: Hallo) hat Wadwa die Stellung Fujitsus als japanisches Unternehmen mit entsprechenden Werten betont, kombiniert mit einem starken deutschen Vertriebs- und Beratungsteam. „Wir sind die Schweiz der IT“, so der Manager in seiner Keynote.

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Damit unterstreicht er die Neutralität und Unabhängigkeit im Gegensatz zu US-amerikanischen oder chinesischen Wettbewerbern, die viel stärker in die geostrategischen Interessen ihrer jeweiligen Heimatstaaten eingebunden scheinen als Fujitsu. Darin sieht der Manager einen großen Vorteil vor allem im Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern, das für den Hersteller und damit auch die Partner schon immer einen hohen Stellenwert besitze.

Private-GPT-Server für Behörden und Unternehmen

Zu diesem Ansatz passen auch die Partnerschaft mit Plusserver als deutschem Cloud-Anbieter und das neue „Private-GPT“-Angebot des Herstellers, das zu den zentralen Themen auf den Experience Days gehört hat. Es handelt sich dabei um „Standard-Primergy“-Server mit „Intel-Xeon“-Prozessoren der „Emerald-Rapids“-Generation, die nur mit einer kleinen GPU ausgestattet sind.

Diese GenAI-Server für das eigene Rechenzentrum sind mit einem für die jeweilige Aufgabe vorab trainierten LLM ausgestattet. Fujitsu nutzt als Basis „SauerkrautLM-Mixtral-8x7B“ des deutschen Anbieters Vago Sloutions.

Auf dem Server werden RAG und Inferencing durchgeführt. Die Arbeit übernehmen dabei primär die Xeon-CPUs mit ihren „Advanced Matrix Extensions“ (AMX).

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Bei der Fujitsu Private GPT verlassen keinerlei Daten das Rechenzentrum der Kunden. Daher sei sie laut Hersteller auch für sensible Einsatzbereiche geeignet. Fujitsu führt als Beispiele etwa die Analysen von Patientendaten im Gesundheitswesen oder Finanzanalyse an. Weitere Einsatzszenarien sind Chatbots für Kundenbetreuung oder Bürgerservice, die Optimierung von Lieferketten, oder der interne Einsatz im Unternehmen als Informationsquelle.

Wie Fujitsu betont, soll KI in Unternehmen oder in der öffentlichen Verwaltung aber nur eingesetzt werden, wenn es sinnvolle Einsatzmöglichkeiten gibt. Sonst gefährde sie durch den höheren Energieverbrauch auch Nachhaltigkeitsziele.

Bessere Welt durch Technik

Eine nachhaltige Transformation mit Hilfe von Technologie ist das, was sich Fujitsu laut eigener Aussage mit dem „Uvance“-Konzept auf die Fahnen geschrieben hat. Mit ihm sollen Kunden dabei unterstützt werden, gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig Wachstum zu generieren.

Dazu soll der Hersteller neben seinen Technologien auch die Branchenexpertise bieten und damit die Partner unterstützen. „Wir sind anders“, sagt Wadwa dazu in seiner Keynote, „bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt.“

Um eine gute Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern zu gewährleisten, investiere Fujitsu in ein engmaschiges Vertriebsnetz und eine umfangreiche Beratungsstruktur, die auch zu mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen und Institutionen beitragen soll, etwa durch die Vermeidung von „Dark Data“. Der Hersteller beschäftigt einen ganzen Stab von Consultants für unterschiedliche Aufgabenbereiche, die gemeinsam mit den Partnern bei den Kunden deren Infrastruktur unter die Lupe nehmen und Optimierungsmöglichkeiten benennen.

Neue Server mit AMD-Epyc-Prozessor

Neue Produkte hat der Hersteller auf den Experience Days ebenfalls vorgestellt. Die Intel-Server der Einstiegsklasse mit Sockel-„1700-Xeon-E“-Prozessoren werden von der „Tatlow“-Plattform auf die „M6“-Generation mit „Catlow“-Plattform umgestellt, also statt mit „Rocket-Lake-E“ mit den höher getakteten „Raptor-Lake-E“-CPUs bestückt.

Vor allem ergänzen aber neue Server mit „AMD-Epyc“-CPUs das Primergy-Portfolio. Der „RX1440 M2“ ist ein 1U-Server mit einer Epyc-CPU der „Serie 9004“ und bis zu drei Terabyte (TB) RAM. Bei den Dual-Sockel-Systemen ist der 2U-Server „RX2450 M2“ mit zwei Epyc-9004-CPUs für HPC oder Analytics. Dieses Jahr soll noch ein Update auf die kommenden „Epyc-Turin“-Prozessoren erfolgen.

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Wie Fabian Angerer, Business Development Manager Server betont, sind die M2-Systeme nun Fujitsu-Eigenentwicklungen. Die M1-Generation basiert noch auf zugekauften Komponenten. Die Intel-Server der „M7“-Generation sind nun auch mit Xeon-CPUs der Emerald-Rapids-Generation lieferbar. Für das Server-Management kommt nun mit dem „Infrastructure Manager“ (ISM) eine neue Software zum Einsatz, die „Serverview“ ablöst. Ein Carbon-Footprint-Kalkulator für Server ist aktuell in der Entwicklung.

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Die neue Primergy-CDI-Plattform, die Abkürzung für Composable Disaggregated Infrastructure, mit einem PCIe-Ge4-Expansion-Chassis für bis zu acht GPUs kommt in Deutschland vorerst nicht auf den Markt. Das wird wohl erst bei der nächsten CDI-Generation mit Memory-Pooling mittels CXL 2.0 passieren.

Bei der Vorstellung der Storage-Systeme haben neben den Anforderungen an die Systeme bezüglich Daten-Resilienz und Sicherheit die neuen „Eternus-NU200“-Systeme und die Zusammenarbeit mit Netapp einen breiten Raum eingenommen.

Fernere Zukunft: ARM-Prozessoren und Quantencomputer

An welchen Zukunftstechnologien Fujitsu arbeitet, hat Christian Schulte, Leiter Business Development, den Besuchern der Experience Days verraten. Bis 2027 soll der ARM-Prozessor „Monaka“ fertig sein. Schulte sieht in dem Prozessor mit 144 Cores auch eine stromsparende Alternative zur GPU für künftige KI-Workloads.

Die ARM-Prozessoren sollen auch Teil eines hybriden Quantencomputing werden, das sich aus Quantensimulation auf HPC-Systemen und echten Quantencomputern zusammensetzt, an denen der Hersteller derzeit intensiv arbeitet. Für die Simulation nutzt der Hersteller derzeit auch den „Fugaku“-Supercomputer, der auf den Fujitsu entwickelten „A64FX“-CPUs mit ARM-Architektur basiert.

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