Umfassende Nachhaltigkeit mausert sich mit dem Fortschreiten der EU-Gesetzgebungsinitiativen zum Top-Thema vieler Unternehmen. Kein Wunder, dass inzwischen auch Softwarewerkzeuge für dieses Thema entstehen.
Mit neuen Software-Tools können Unternehmen ihre ESG-Berichtspflichten erfüllen und die dafür nötigen Daten sammeln.
(Bild: Lufthansa Industry Solutions)
Mit neuen Gesetzesinitiativen aus dem Bereich Nachhaltigkeits-Management in Europa und in Deutschland nehmen die Berichtspflichten von Unternehmen zu. Dies verursachen besonders die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU und die EU-Taxonomie.
Erstere verpflichtet Unternehmen spätestens ab 2027 zu einem in den Unternehmensbericht zu integrierenden Nachhaltigkeits-Reporting. Schon ab 2024 gilt dies für Firmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeitenden, ab 2025 für alle anderen nach dem Bilanzrecht „großen“ Unternehmen und ab 2026 auch für KMU.
Der Report wird im Jahr nach dem Berichts-Geschäftsjahr geliefert. Den ersten Nachhaltigkeitsbericht müssen größere Unternehmen mit öffentlicher Bedeutung also schon 2025 vorlegen.
Taxonomie: Kriterien für nachhaltiges Wirtschaften
Die von der EU entwickelte Taxonomie beschreibt Kriterien für nachhaltiges Wirtschaften, definiert also Aktivitäten und Investitionsfelder, die nach der umstrittenen Sicht der EU als nachhaltig gelten dürfen. Der Nachweis, Kriterien der EU-Taxonomie einzuhalten, dürfte in Zukunft auch die Finanzierungsfähigkeit von Vorhaben beeinflussen.
Und schließlich beeinflusst das so genannte ESG (Environment – Social – Governance)-Reporting heute ganz entscheidend die öffentliche Wahrnehmung von Unternehmen. Kein Unternehmen, das seinen guten Ruf wahren möchte, darf hier zögern.
Messprobleme und Indikatoren
Doch wie misst man den eigenen ESG-Erfolg? Die wohl größten Probleme dabei sind das Bestimmen geeigneter Indikatoren und das Zusammenführen der dafür nötigen Daten. Denn meist stecken sie weiträumig verteilt in unterschiedlichen Datensilos im Unternehmen.
Die Umsetzung rechtlicher Vorgaben und das damit verbundene Reporting sind laut einer Studie von Pierre Audoin Consultants (PAC) aus dem Jahr 2023 derzeit der wichtigste Nachhaltigkeitstreiber. 56 Prozent bezeichneten dieses Thema als sehr wichtig.
Entwicklung der ESG-Normen und -Vorschriften in der EU.
(Bild: Lufthansa Industry Solutions)
Mögliche Datenpunkte aus dem Umweltbereich sind: Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Wiederverwendungsrate bei Wasser, Abfallmengen, Entsorgungsmethode, direkte und indirekte Kohlendioxidemissionen oder die Verpackungsrecyclingquote.
Der Bereich „Sozial“ umfasst viele Themen aus der Mitarbeiterstatistik. Beispiele sind die Zahl der Arbeitsunfälle, die Arbeitszeit pro Woche, die Diversität der Mitarbeiter, die Zahl der Schulungen und die Zahl der Teilzeitmitarbeitenden.
Das Governance-Thema hat einen breiteren Rahmen. Hier geht es um den ökologischen Wert von Produkten und Dienstleistungen, aber auch um Datenschutz und die Bewertung von Vermögenswerten nach ökologischen Aspekten.
Datenplattform nötig
Nötig ist fürs Reporting vor allem eine einheitliche Datenplattform. Sie sollte alle Reporting-Daten zusammenführen, geeignete KPIs vorschlagen und aus den Daten berechnen oder extrahieren.
Für einen guten Überblick sollte sie alle Informationen übersichtlich in einem Dashboard zusammenfassen. Denn sonst wird die Erstellung der entsprechenden Berichte zu einem arbeitsaufwändigen Vorgang mit ungewisser Ergebnisqualität.
Ein Problem ist dabei, dass nicht alle Daten für ein umfassendes Reporting im eigenen Unternehmen zur Verfügung stehen. Denn angestrebt werden sollte ein so genanntes Scope-3-Reporting.
Es umfasst auch Up- und Downstream-Emissionen. Upstream-Emissionen sind solche aus der Produktion der eigenen Güter und Dienstleistungen über die gesamte Lieferkette hinweg.
Die „European Sustainability Reporting“-Standards sprechen unterschiedliche Nutzergruppen an und geben insgesamt mehr als 1.000 messbare Parameter vor.
(Bild: Lufthansa Industry Solutions)
Downstream sind die Emissionen, die durch Handels- und Logistikpartner oder Kunden im Lauf der Nutzung und des Vertriebs erzeugt werden. Ein ESG-Prozess erfordert also meist eine die Grenzen des Betriebs übergreifende Datenerhebung und damit viel Kommunikation.
Planung inklusive
Sinnvollerweise sollte ein solches Werkzeug auch eine weitergehende Nachhaltigkeitsplanung ermöglichen. Das Management sollte erkennen können, welchen Effekt Maßnahmen hatten und welche Ziele sinnvollerweise als nächstes angestrebt werden sollten.
Ein auf dem „Datacenter Strategy Summit 2023“ des Vogel-Verlags vorgestelltes Beispiel, „Epacto“ von Lufthansa Industry Solutions, schaffte es auch gleich in die Endausscheidung und holte einen Gold-Award in der Kategorie Sustainability.
Keine vergessenen Datenpunkte mehr
Mit Epacto können Unternehmen in erster Linie einmal die fälligen Berichtspflichten im ESG-Bereich erfüllen. Für das dringliche CSRD-Reporting führt das Tool die Anwender durch die nötigen Datenpunkte und sorgt dafür, dass alle zum gegebenen Zeitpunkt verpflichtenden geliefert werden.
Stand: 08.12.2025
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Als Indikatorquellen nutzt das Softwarewerkzeug direkt KPIs aus dem European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Sie gibt mehr als 1.000 mögliche Datenpunkte vor.
Wissenschaftlich begründete Zielwerte
Epacto kann aus Daten absolute und relative Kennzahlen errechnen. Die Indikatorenliste des Tool ist erweiterbar.
Es definiert wissenschaftlich begründete Zielwerte. So wird die ESG-Leistung des Unternehmens erfasst. Es lässt sich ermitteln, wie viel bestimmte Projekte, Produkte oder Prozesse zu den Nachhaltigkeitszielen beitragen oder eben nicht.
Aufbau von „Epacto“ von Lufthansa Industry Systems, das unter anderem als ESG-Datenplattform und Reporting-Tool dient.
(Bild: Lufthansa Industry Solutions)
Industrie-Benchmarks werden mitgeliefert. Auch die von der CSRD als Transition Plans zur Klimaneutralität geforderten Prognosen der eigenen zukünftigen ESG-Leistung unterstützt die Software.
Die Plattform lässt sich in die bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Sie erfasst sämtliche nachhaltigkeitsrelevanten Daten und lässt sich an die Umgebung der Anwender anpassen.
Durch das übersichtliche Dashboard der Lösung bekommen sowohl das mittlere als auch das höhere Management ESG-Daten an die Hand. So können sie die nötigen Entscheidungen auf einer soliden Faktenbasis (Single Source of Data Truth) treffen.
SAP integriert ESG-Tool mit anderen SAP-Modulen
Ein ähnliches Ziel strebt auch SAP mit seinem „Sustainability Control Tower“ an. Damit lassen sich alle nachhaltigkeitsbezogenen Aktivitäten des eigenen Unternehmens, aber auch von Partnern aus der Lieferkette verfolgen.
Das Tool ist mit den übrigen SAP-Produkten integriert. Beispiele sind ein Werkzeug für die Messung des eigenen Kohlendioxid-Ausstoßes und „SAP S/4 HANA“.
Lieferanten kennen eigene Emissionen nicht
Laut SAP stellte sich bei Untersuchungen im eigenen Lieferantenkreis heraus, dass nur rund 10 Prozent der Lieferanten genau wissen, wie viel Kohlendioxid sie ausstoßen und wie ihr Einfluss auf die Wertschöpfungskette ist. Dank einer Tool- und Daten-getriebenen Zusammenarbeit mit seinen Partnern konnte SAP inzwischen das eigene Ziel, die Netto-Null bei Kohlendioxid zu erreichen, auf 2030 vorziehen.
Ziel ist, die Kohlenstoffbuchhaltung so genau zu machen wie die finanzielle und tatsächlich jede Transaktion mit ihrem Einfluss zu verzeichnen. Wird irgendwo zu viel Kohlendioxid ausgestoßen, lässt sich die Ursache dafür datenbasiert herausfinden. Werden dann Maßnahmen ergriffen, zeigt sich, welche wirklich etwas bringen und welche nur gut fürs Image sind.