Open Source Summit 2025 in Amsterdam Digitale Souveränität rückt ins Zentrum der Open-Source-Strategien

Von Paula Breukel 3 min Lesedauer

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Beim „Open Source Summit 2025“ in Amsterdam dominierten Fragen der Regulierung, der Rolle Europas im globalen Technologiewettbewerb und die Forderung nach mehr öffentlicher Förderung von Open-Source-Projekten.

Rund 2.000 Teilnehmende sind zum „Open Source Summit Europe“ in Amsterdam gekommen. Im Fokus haben digitale Souveränität, der Cyber Resilience Act (CRA), Künstliche Intelligenz (KI) sowie die Finanzierung von Open-Source-Projekten gestanden.(Bild:  Paula Breukel)
Rund 2.000 Teilnehmende sind zum „Open Source Summit Europe“ in Amsterdam gekommen. Im Fokus haben digitale Souveränität, der Cyber Resilience Act (CRA), Künstliche Intelligenz (KI) sowie die Finanzierung von Open-Source-Projekten gestanden.
(Bild: Paula Breukel)

Im Mittelpunkt des diesjährigen Open Source Summit Europe standen digitale Souveränität, der Cyber Resilience Act (CRA), Künstliche Intelligenz (KI) und die Finanzierung von Open-Source-Projekten. Vor diesem Hintergrund stellt Gabriele Columbro, General Manager der Linux Foundation Europe und Executive Director der Fintech Open Source Foundation (FINOS), in seinem Vortrag und im Gespräch mit DataCenter-Insider heraus, dass digitale Souveränität in Europa vor allem über Open Source realisiert werden soll. Columbro betont, dass Open Source ein bewährtes Mittel gegen Vendor-Lock-in sei und damit die Grundlage für technologische Unabhängigkeit bilde.

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Der im September 2022 gegründete Sitz der Linux Foundation Europe in Brüssel verdeutlicht die politische Dimension: Ein erheblicher Teil der Arbeit konzentriert sich inzwischen auf Regulierung und Interessenvertretung bei EU-Institutionen. Mit Projekten wie Neonephos, das aus EU-Förderprogrammen hervorgegangen ist, will die Stiftung einen europäischen Beitrag zur Cloud- und Edge-Infrastruktur etablieren, ohne bestehende internationale Open-Source-Bausteine neu aufzubauen.

Open Source als Fundament für digitale Souveränität

Im Gespräch mit DataCenter-Insider betont Gabriele Columbro, dass für ihn digitale Souveränität „im Kern nichts anderes als eine Form von Vendor-Lock-in-Prävention“ sei. Open Source sei dafür das wirksamste Mittel, da es Wahlfreiheit ermögliche und regionale Anbieter auf einer globalen digitalen Basis aufbauen könnten.

Zugleich warnte er vor protektionistischen Ansätzen: „Es gibt kein europäisches, amerikanisches oder chinesisches Open Source. Open Source ist global per Definition der Lizenz.“ Mit Blick auf die zunehmende Regulierung spricht Columbro von einer neuen „regulierten Ära von Open Source“, die Maintainer zusätzlich belaste und Fragmentierung verstärke.

Wachsende Belastung durch Regulierung

Ein wiederkehrendes Thema der Veranstaltung war tatsächlich die „regulierte Ära von Open Source“. Open-Source-Maintainer stünden zunehmend unter Druck, nicht nur wegen Fragen der Finanzierung, sondern auch durch zusätzliche Compliance-Anforderungen. Columbro entdeckt eine „Fragmentierung der Regulierung“, die global agierenden Unternehmen wie auch Community-Projekten den Alltag erheblich erschwere.

Um Entwickler zu entlasten, arbeitet die Linux Foundation an Werkzeugen wie dem „The Open Source Project Security Baseline (OSPS Baseline)“, das Sicherheitsstandards mit regulatorischen Vorgaben verschiedener Regionen abgleicht. Damit sollen Projekte schneller zeigen können, dass sie Vorgaben einhalten. Das ist ein entscheidender Punkt für den Einsatz in kritischen Infrastrukturen.

Einzelne Open-Source-Projekte im Fokus: Curl von Daniel Stenberg

Daniel Stenberg, Gründer und Maintainer des Curl-Projekts, gibt Einblicke in die Realität eines Open-Source-Projekts, das weltweit über 20 Milliarden Mal eingesetzt wird. Er erwähnt offen aber auch Finanzierungsprobleme, die Überlastung einzelner Maintainer und die Gefahr, dass KI-generierter Code zusätzlichen Aufwand verursache.

Sein Fazit: Open Source ist unverzichtbar, aber langfristige Nachhaltigkeit bleibt ungelöst.

....und Aerial Robotics als Praxisbeispiel

Einen anderen Blickwinkel liefern Ramón Roche (Dronecode Foundation) und die Robotikerin Kimberly McGuire. Sie verdeutlichen, wie stark sich der Bereich der Aerial Robotics auf Open-Source-Frameworks wie „ROS“ und „PX4“ stützt.

Drohnentechnologien erfordern Echtzeitsysteme, Simulationen und enge Einbindung regulatorischer Vorgaben. Die Präsentation zeige, wie Open Source nicht nur Software-Infrastrukturen trägt, sondern auch hochspezialisierte Anwendungsfelder.

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Fehlt es Open-Source-Projekten an öffentlichen Geldern?

Im Hintergrund vieler Vorträge stand die Frage, wie Open Source in Europa künftig finanziert werden kann. Columbro verweist mehrfach auf öffentliche Förderinstrumente wie das europäische Programm Important Projects of Common European Interest (IPCEI) oder den geplanten EU Sovereign Tech Fund. Die Linux Foundation Europe positioniert sich damit bewusst an der Schnittstelle zwischen Community, Industrie und Politik.

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