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Geschichte des Microsoft-Betriebssystems

Die Windows-Historie, Teil 1 – vom Add-On zum Betriebssystem

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Windows 1: Wenig Nutzen für Grafik und Maus

Windows 1.0 sollte bereits im April 1984 erscheinen, doch Geburtswehen verhinderten den Start. Im Januar 1984 präsentierte Apple den Macintosh und das damit verbundene „MacOS“. Anders als der Windows-Prototyp besaß dieses bereits überlappende Fenster, was Microsoft Windows noch nicht beherrschte.

Startbildschirm von Windows 1.01, englische Fassung: Die Fenster konnten noch nicht überlappend angeordnet werden, Multitasking war ebenfalls noch nicht möglich.
Startbildschirm von Windows 1.01, englische Fassung: Die Fenster konnten noch nicht überlappend angeordnet werden, Multitasking war ebenfalls noch nicht möglich.
(Bild: Screenshot/Microsoft)

Zudem hatten die Windows-Entwickler Schwierigkeiten, die Software so anzupassen, dass sie auch auf allen IBM-PCs und kompatiblen Rechnern lauffähig war. Außerdem sollte das Add-On in der Lage sein, auch DOS-Programme auszuführen.

Die finale Version, Windows 1.01, erschien schließlich mit 19 Monaten Verspätung am 20. November 1985. Der Kaufpreis betrug 99 Dollar.

Die Killerapplikation Excel

Für den Systemstart war ein IBM-PC oder kompatibler Rechner mit dem Betriebssystem MS-DOS 3.0 oder 3.1 nötig. Die Zahl verfügbarer Anwendungen war zum Erscheinungstermin noch sehr gering – die erste nennenswerte „Killer-App“, das Tabellenkalkulationsprogramm „Excel“, erschien erst 1987.

Die grafische Nutzeroberfläche war noch nicht zu echtem Multitasking fähig – Programme in nicht aktiven Fenstern wurden vom Betriebssystem angehalten und erst bei Auswahl wieder gestartet, was den Betrieb etwas holprig machte. Fenster konnten auch noch nicht übereinander angeordnet, sondern nur nebeneinander platziert werden.

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Ein nennenswertes Grundprogramm, das Windows-Nutzer auch heute noch kennen, war allerdings bereits vorhanden: Mit der ersten Version von „MS Paint“ konnte man allerdings nur schwarze, weiße oder grau schraffierte Flächen anlegen oder zeichnen. Schaltflächen zum Vergrößern oder Verkleinern der Kästen waren allerdings bereits vorhanden, ebenso die Tastenkombination ALT+TAB zum schnellen Wechsel zwischen dem aktiven und einem anderen Fenster.

Parallel zu Windows existierten noch andere grafische Nutzeroberflächen für IBM-PCs, beispielsweise „VisiOn“, ein Tool der Hersteller des ersten Tabellenkalkulationsprogramms „VisiCalc“. Weder dieses noch die erste Generation von Windows waren allerdings sonderlich erfolgreich. Mitte der Achtziger war eine grafische Arbeitsumgebung für PCs meist zu teuer, mussten hierfür doch eigens eine Festplatte, zusätzlicher RAM-Speicher und eine Maus angeschafft werden – wobei sich zumindest die erste Version von Windows optional auch auf einem Satz Zieldisketten installieren ließ.

Auch verwendeten wenige PC-Nutzer dieser Zeit einen Farb-Monitor oder eine passende Grafikkarte. Da half auch der persönliche Einsatz des späteren Microsoft-CEO Steve Ballmer in TV-Werbespots nur wenig.

Dennoch schon Microsoft in den kommenden beiden Jahren noch einige Updates für die grafische Arbeitsumgebung nach. Die erste Windows-Version, die auch den deutschen Markt erreichte, war 1986 Windows 1.02, zum Kaufpreis von damals 340 Mark.

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