Nachhaltiges Betreiben von Rechenzentren kann nur gelingen, wenn anderen Effizienz geschraubt wird. Dabei können Prozessorarchitekturen eine durchaus entscheidende Rolle spielen.
Das jüngste Prozessor-Produkt aus dem Hause Ampere Computing: der 64-Bit Multi-Core ARM-Processor „Ampereone“ mit bis zu 192 Kernen.
(Bild: Ampere Computing)
Rechenzentren stehen immer wieder wegen ihres hohen Stromverbrauchs und einer schlechten Energiebilanz in der Kritik. Betreiber müssen Wege finden, das anhaltende Datenwachstum in Einklang mit Nachhaltigkeitszielen zu bringen. Hinzu kommen Städte, die ihre verbleibenden freien Flächen nur zähneknirschend an Betreiber von Rechenzentren abtreten – zahlen deren Expansion schließlich negativ auf die ESG-Konten (ESG = Environmental, Social und Governance) der Städte ein.
Mit der zunehmenden Vernetzung unserer Welt und dem Aufkommen neuer rechenintensiver Workloads wie der generativen KI steigt die Nachfrage nach Rechenleistung in Rechenzentren in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Gleichzeitig stoßen jene Rechenzentren jedoch an ihre Grenzen, wenn es um den Zugang zu natürlichen Ressourcen geht. Der Zugang zu zusätzlichem Strom und Wasser wird immer schwieriger, die Energiekosten steigen – und der Platz für neue Gebäude ist besonders im urbanen Raum begrenzt.
Das Zusammentreffen dieser Faktoren bringt die Branche an einen kritischen Wendepunkt: Wie können wir Rechenzentren nachhaltiger gestalten und gleichzeitig den wachsenden Bedarf an hochleistungsfähigen Rechenzentren decken? Aktuelle Schlagzeilen, wie etwa über den Diskurs in Frankfurt am Main, Rechenzentren ganz aus der Stadt zu verlagern, um die städtischen Klimaziele zu erreichen (siehe. Das "Ja, aber" zu neuen Rechenzentren steckt fest; Der Leiter des Klimareferats Frankfurt am Main über die Ansiedlung neuer Datacenter), zeigen die Dringlichkeit, nachhaltigere Lösungen für den Betrieb von Rechenzentren zu finden. Um innerhalb von bestehenden Strukturen skalieren zu können, müssen Unternehmen Wege finden, mehr Rechenleistung in ihren vorhandenen Racks unterzubringen.
Altere Prozessoren führen zur Design-Zwickmühle
Ältere x86-Prozessoren sind aufgrund ihres Designs in der Zwickmühle: Sie sind zwar in der Lage, eine höhere Leistung zu bieten, aber benötigen dafür gleichzeitig einen höheren Energiebedarf. Dies führt dazu, dass Racks nicht vollständig belegt werden können.
Ungenutzter Rack-Platz und mangelhafte Leistung für Cloud Native Services führen zu nicht nachhaltigen Rechenzentren, höherem Energieverbrauch und einem großen CO2-Fußabdruck. Cloud Native Processors sind dagegen für effiziente Scale-Out-Workloads konzipiert. Durch den Einsatz dieser neuen Klasse von Prozessoren können Betreiber von Rechenzentren den Stromverbrauch und die Betriebskosten ihrer Workloads senken und gleichzeitig Platz einsparen.
Senkung des Stromverbrauchs
Damit Betreiber von Rechenzentren nachhaltiger agieren können, muss man nicht unbedingt neue, komplizierte Lösungen erfinden oder Rechenzentren von Grund auf neu bauen. Durch den Einsatz von Cloud-Native-Processoren, die speziell für die Herausforderungen moderner Rechenleistung entwickelt wurden, können wir den Stromverbrauch und die Emissionen von Rechenzentren sofort und ohne spezielle Ausrüstung reduzieren.
„Cloud NativeProcessors“ von Ampere, einem Hersteller, der sich auf den Bau von ARM-basierten Compute-Produkten in Rechenzentrumsqualität spezialisiert hat, wurden von Grund auf speziell für mandantenfähige Cloud-Umgebungen entwickelt. Ihre Architektur bietet die hohe Rechendichte, die für Cloud Native Workloads erforderlich ist, und verbraucht dabei bis zu 2,5 Mal weniger Strom als herkömmliche Prozessoren. Dadurch können Betreiber von Rechenzentren die gleiche oder sogar eine gesteigerte Leistung bei weitaus geringerem Stromverbrauch erzielen und so die Nachhaltigkeit insgesamt verbessern.
Erhöhung der Kapazität des verfügbaren Raums
In vielen modernen Rechenzentren sind die Racks nicht ausgelastet. Der Grund dafür ist so simpel wie absurd: Der Strombedarf für die Befüllung des Racks mit Servern übersteigt die Stromkapazität des Racks selbst. Dies führt dazu, dass in den Rechenzentren halb-leere Racks stehen.
Der Platzbedarf ist also enorm, was den Ruf nach weiteren Flächen für neue Rechenzentren erklärt – und, wie im Fall von Frankfurt, schnell mit dem öffentlichen Interesse kollidiert. Durch die Verringerung des Stromverbrauchs jedes Servers ermöglichen Cloud Native Processors den Betreibern, mehr Server in ihren Racks zu belegen.
Stand: 08.12.2025
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Hetzner bietet Ampere Altra-basierte Dedicated Server
Hetzner nach Angaben von Ampere Computing der erste On-Demand-Hoster in Europa, der ARM-basierte Dedicated Server für Kunden zur Miete anbietet. Der von Ampere bereitgestellte ARM64-Chip ist der „Ampere Altra Q80-30“. In Tests zeichnete sich der Cloud-Native-Processor durch hohe Leistung und Energie-Effizienz aus. Aus diesem Grund ist nun die neueste Serverlinie, die „RX“-Linie, verfügbar. Zurzeit sind die dedizierten Servermodelle dieser Linie „RX170“ und „RX220“.
Die Server basieren auf der ARM64-Architektur mit einem „Neoverse N1“-Design, das nach dem RISC-Prinzip (Reduced Instruction Set Computer) aufgebaut ist, so dass die Kerne in der Lage sind, kleinere Befehle recht schnell zu verarbeiten. ARM ist auch unweigerlich mit SoC verbunden, was für System-on-a-Chip steht und sich auf die Tatsache bezieht, dass mehrere Teile eines herkömmlichen Computersystems in einem einzigen Chip kombiniert sind. SoC bringt den Vorteil der Energie- und Platzersparnis mit sich und senkt somit die Kosten für Hetzner-Kunden.
Die dedizierten Server aus dem Hause Hetzner verfügen über insgesamt 80 Kerne, mit denen auch rechenintensive Aufgaben schnell erledigt werden können. Jeder Kern ist single-threaded, was bedeutet, dass jeder Thread mit höchster Performance bearbeitet wird.
Mehr Leistung für den Euro
Damit sei es möglich, dass Hetzner-Kunden im Vergleich zu anderen Servern der gleichen Preisklasse auf dem Markt deutlich mehr Rechenkerne bkommen. RX170 und der RX220, die beide über 80 Kerne verfügen, kosten nur 169 Euro beziehungsweise 219 Euro pro Monat zuzüglich einer Einrichtungsgebühr. Im Vergleich zu herkömmlichen x86_64-CPUs sind zwei ARM-basierte Single-Threading-Kerne (ein Thread pro Kern) einem Hyper-Threading-Kern (zwei Threads pro Kern) leicht überlegen.
Mit 128 GB DDR4-registrierten ECC-Speichermodulen und 2x 960 GB Datacenter-NVMe-SSDs erfüllt laut Hetzner bereits das kleinere Modell RX170 die hohen Erwartungen, die heutzutage an Datacenter-Grade-Produkte gestellt werden. Mit dem RX220 können Kunden doppelt so viel Speicher und einen Speicher von 2x 3,84 TB Datacenter NVMe SSDs erwarten.
Die RX-Linie kann für so gut wie jeden Anwendungsfall eingesetzt werden, der mehrere Kerne erfordert, einschließlich Virtualisierung, Anwendungen im Zusammenhang mit maschinellem Lernen, künstlicher Intelligenz und mehr. Darüber hinaus sind die Qualität und Leistung für Geschäftskunden geeignet.
Dadurch erhöht sich die gesamte Rechenkapazität im Rechenzentrum und der Bedarf an neuen Flächen wird zugleich verringert. Dies trägt erheblich zur mehr Nachhaltigkeit bei, da der Bau neuer Rechenzentren zu den größten Verursachern von Kohlenstoffemissionen in der Rechenzentrumsbranche gehört.
Senkung der Kühlkosten und des Wasserverbrauchs
Rechenzentren erzeugen eine große Menge an Abwärme und müssen entsprechend gekühlt werden. Da die mit der Wärme-Ableitung verbundenen Herausforderungen immer größer werden, werden die Lösungen zu ihrer Bewältigung immer kostspieliger und komplizierter. Neue Kühltechniken, die derzeit entwickelt werden, verzichten auf die Verwendung von Wasser – eine begrenzte Ressource und eine potenzielle Belastung für das Rechenzentrum – und konzentrieren sich auf chemische Lösungen, die auf lange Sicht eigene Umweltrisiken mit sich bringen könnten.
Die Verringerung des Stromverbrauchs durch den Einsatz von Cloud-Native-Processors reduziert zeitgleich auch die von den Servern abgegebene Wärme. Das bedeutet, dass die Betreiber von Rechenzentren den Einsatz kostspieliger Kühltechnologien vermeiden und auch den damit verbundenen Wasserverbrauch reduzieren können.
Die weltweiten Emissionen aus dem Cloud Computing liegen zwischen 2,5 und 3,7 Prozent aller globalen Treibhausgasemissionen und übertreffen damit die Emissionen aus dem kommerziellen Flugverkehr, der Schifffahrt und anderen bedeutenden Branchen. Die Senkung dieser Emissionen und die Schaffung nachhaltigerer Rechenzentren zur Deckung unseres künftigen Rechenbedarfs beginnt im Herzen des Rechenzentrums: beim Prozessor.
Durch die Senkung des Stromverbrauchs, die bessere Nutzung des verfügbaren Platzes und die Minimierung des Kühlungsbedarfs sind Cloud Native Processors ein großer erster Schritt zur Lösung des Nachhaltigkeitsproblems von Rechenzentren. Die Botschaft an die gesamte Branche ist klar: Nachhaltigkeit kann nicht warten. Echte Innovation im Rechenzentrum ist heute erforderlich – und sie beginnt mit Cloud Native Processors.
* Der Autor: Jeff Wittich ist Chief Product Officer bei Ampere Computing. Er sagt: „Von Rechenzentrumsbetreibern wird erwartet, dass sie Kapazitäten für schnell wachsende Cloud-Dienste und neue rechenintensive Technologien wie Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen, virtuelle Realität oder erweiterte Realität bereitstellen. Gleichzeitig müssen sie aber noch sorgsamer mit den Ressourcen umgehen. Der einzige Ausweg aus dieser misslichen Lage sind hochinnovative Technologien wie Cloud-native-Server.“