Die Zukunft ist lokal Containerisierung optimiert IT-Infrastrukturen

Von Henrik Hasenkamp* 5 min Lesedauer

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Containerisierung meint einen Softwarebereitstellungsprozess, bei dem der Code einer Anwendung mit allen Dateien und Datenbank-Bibliotheken gebündelt wird, die für die Ausführung in einer beliebigen Infrastruktur benötigt werden. Die dadurch initiierten technischen Verbesserungen führen mittel- und langfristig auch zu Geldeinsparungen und ermöglichen langfristig ganz neue Geschäftsmodelle.

Container bieten das Potenzial zu optimieren, vorhandene Ressourcen besser auzunutzen, die Anwendungen, die darauf basieren, skalieren, ermöglichen eine hybriden Betrieb und können Innovationen in Schwung bringen. (Bild:  © Siwakorn1933 - stock.adobe.com)
Container bieten das Potenzial zu optimieren, vorhandene Ressourcen besser auzunutzen, die Anwendungen, die darauf basieren, skalieren, ermöglichen eine hybriden Betrieb und können Innovationen in Schwung bringen.
(Bild: © Siwakorn1933 - stock.adobe.com)

Container schaffen es, im Vergleich zur traditionellen Virtualisierung, Ressourcen zu sparen. Anstatt mehrere virtuelle Maschinen mit eigenen Betriebssystemen zu betreiben, nutzen Container die gleiche Infrastruktur und ermöglichen so eine optimale Auslastung der vorhandenen Hardware. Das führt zu einer deutlichen Reduktion der Betriebskosten, ohne dass dabei Kompromisse bei der Leistung gemacht werden müssen [Anm. der Red.: Das gilt jedoch nicht automatisch, wei zum Beispiel die zwei eingespelen Artikel zeigen.].

Zudem bieten gerade kleinere, lokale Cloud-Provider die Möglichkeit, IT-Ressourcen bedarfsgerecht zu skalieren. Dank Pay-per-Use-Modellen zahlen Unternehmen nur für die Kapazitäten, die sie tatsächlich nutzen – das vermeidet teure Überkapazitäten.

Automatisierung: Die unsichtbare Helferin

Ein weiteres großes Plus der Containerisierung ist die Möglichkeit zur Automatisierung. Mit Tools wie Kubernetes lassen sich Container-Umgebungen effizient verwalten. Diese Orchestrierungswerkzeuge skalieren Container automatisch, beheben Fehler selbstständig und reduzieren somit den Aufwand für die IT-Teams erheblich. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Personalkosten.

Zusätzlich spielt KI hier eine immer größere Rolle, denn KI-gestützte Systeme können die Automatisierung vieler Aufgaben in der Containerverwaltung übernehmen. Sie optimieren beispielsweise den Einsatz von Ressourcen und beschleunigen Entwicklungsprozesse, wodurch Produkte schneller auf den Markt kommen können.

Edge Computing und IoT: Die Zukunft ist lokal

Die zunehmende Bedeutung von Edge Computing und IoT (Internet of Things) unterstreicht die Rolle, die Container in der modernen IT spielen. Latenzsensible Anwendungen, wie sie in IoT-Umgebungen benötigt werden, profitieren besonders von den flexiblen und skalierbaren Möglichkeiten, die Container bieten. Kubernetes-basierte Edge-Lösungen ermöglichen es Unternehmen, die Rechenleistung näher an den Ort des Datenaufkommens zu verlagern und somit nicht nur Bandbreite zu sparen, sondern auch die Kontrolle über ihre Daten zu verbessern.

Wie die Studie von Gridscale zeigt, betrachten 87 Prozent der IT-Entscheider:innen in der DACH-Region ein einheitliches Management von Edge- und Cloud-Infrastrukturen als entscheidend für den Erfolg.

Sicherheit wird zum Schlüsselfaktor

Mit der wachsenden Verbreitung von Container-Technologien steigt auch die Bedeutung der Sicherheit im Kontext. Denn Sicherheitsvorfälle in Container-Umgebungen können zu erheblichen finanziellen Verlusten führen. Und da Container in immer komplexeren Umgebungen eingesetzt werden, ist es keine Überraschung, dass Unternehmen zunehmend in Sicherheitsprodukte investieren.

Besonders spannend wird es, wenn die NIS-2-Direktive in Kraft getreten ist. Diese verschärft die Anforderungen an die IT-Sicherheit und zwingt Unternehmen, ihre Container-Infrastrukturen entsprechend abzusichern. Wer nicht vorbereitet ist, riskiert nicht nur finanzielle Verluste, sondern auch empfindliche Strafen. Investitionen in Sicherheitslösungen, die auf Container zugeschnitten sind, werden somit zur Notwendigkeit.

Nachhaltigkeit als wirtschaftlicher Vorteil

Neben den klassischen Vorteilen wie Kostenersparnis und Effizienzsteigerung gibt es einen weiteren, zunehmend wichtigen Aspekt: Nachhaltigkeit. Durch die optimierte Ressourcennutzung, die Container ermöglichen, können Unternehmen ihren Energieverbrauch senken. Das hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Umwelt, sondern spart auch Kosten.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Kubernetes. Das System hilft dabei, ungenutzte Ressourcen zu minimieren und die Effizienz in Cloud-Umgebungen zu steigern. Für Unternehmen, die sich in einer zunehmend umweltbewussten Geschäftswelt positionieren wollen, bietet Containerisierung somit einen doppelten Vorteil. Das ist gut für die Bilanz und gut fürs Image.

Container machen die Entwicklung von Microservices möglich. Diese kleineren, modularen Anwendungen lassen sich schneller und flexibler entwickeln und bereitstellen. Dadurch können Unternehmen schneller auf Veränderungen am Markt reagieren und ihre Kunden mit neuen, innovativen Lösungen begeistern. Kurz gesagt: Container sind der Motor der modernen Software-Entwicklung.

Fachkräftemangel: Containerisierung verändert den Arbeitsmarkt

Mit der zunehmenden Verbreitung von Container-Technologien wächst der Bedarf an Fachkräften mit speziellen Kenntnissen in Kubernetes und Container-Orchestrierung. Unternehmen suchen verstärkt nach Expert:innen im Bereich DevOps und Cloud-Architektur. Doch die Verfügbarkeit solcher Fachkräfte ist begrenzt. Der IT-Fachkräftemangel stellt eine ernstzunehmende Herausforderung dar.

Eine Lösung liegt in der Umschulung und Weiterbildung bestehender IT-Mitarbeiter:innen. Unternehmen müssen in Programme investieren, die ihren Teams die notwendigen Fähigkeiten vermitteln, um die neuen Technologien erfolgreich einzusetzen. Die Zeiten, in denen man als IT-Administrator:in nur Server aufsetzen musste, sind vorbei. Jetzt heißt es: Plattform-Architekt:innen mit Container-Skills gesucht.

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Wirtschaftliche Vorteile: Mehr als nur Technik

Neben allen technischen Vorteilen, die die Containerisierung bietet, rücken zunehmend auch wirtschaftliche Fragen in den Fokus. Laut einer Studie von Gridscale, Techconsult und Eco - Verband der Internet-Wirtschaft erkennen 53 Prozent der Unternehmen in der DACH-Region die Chancen darin, ihre Applikationen und Geschäftsanwendungen in Containern zu organisieren.

Dank Edge-Computing-Technologie können Daten so lokal verarbeitet werden, während die Latenz minimiert wird. Eine Analyse von Forrester (im Auftrag von Capgemini und Red Hat) zeigt auch, dass 42 Prozent der Unternehmen durch Container eine hohe Sicherheit in hybriden IT-Umgebungen erreichen konnten. Zudem beschleunigte die Containerisierung laut 30 Prozent der Befragten Innovationen, während 26 Prozent ihre Skalierungsfähigkeit verbessern konnten, um den sich ändernden Geschäftsanforderungen gerecht zu werden.

Containerisierung erfordert also neue Methoden im Management sowie angepasste Organisationsprozesse, von der IT-Abteilung bis zum Vorstand. Unternehmen, die früh auf diesen Trend setzen, haben die Möglichkeit, Kosten zu senken und gleichzeitig neue, digitale Services zu entwickeln, die maßgeschneidert auf die Kundenbedürfnisse reagieren.

Herausforderungen in der Cloud-nativen Welt

Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Container-Technologien in ihre bestehenden IT-Infrastrukturen zu integrieren. Besonders ältere Systeme sind oft nicht für Cloud-native Technologien ausgelegt, was den Einsatz verlangsamen kann. Managed Kubernetes Services sind eine beliebte Option, um diese Komplexität zu reduzieren und gleichzeitig die notwendige Sicherheit und Skalierbarkeit zu gewährleisten.

Sie übernehmen die Bereitstellung, Konfiguration und Verwaltung der Kubernetes-Cluster, was den internen Aufwand erheblich reduziert, gleichzeitig können Managed Kubernetes Systeme viele Prozesse automatisieren, für die in älteren Systemen meist nur begrenzte Ressourcen zur manuellen Konfiguration zur Verfügung stehen.

*Der Autor
Henrik Hasenkamp verantwortet als CEO die Strategie und Ausrichtung von Gridscale, einem Kölner Technologie-Anbieter, der Unternehmen eine schlüsselfertige Plug-and-Play Plattform für den schnellen Aufbau von Cloud- und Edge Computing-Services zur Verfügung stellt. Als einer der Pioniere und Vorreiter hat er mit der Gründung von Gridscale im Jahr 2014 das große Potenzial von Edge und Cloud Computing für die Digitalisierung in Deutschland früh erkannt und das Unternehmen bis heute zu einem innovativen Software-Anbieter und Plattformbetreiber für mittlerweile tausende Mittelstandsunternehmen, IT-Dienstleister und Systemhäuser fortentwickelt.
Seit August 2023 gehört das Unternehmen zur OVHcloud, dem europäischen Marktführer im Bereich Cloud. Gemeinsam und auf Basis der Gridscale-Technik entstehen derzeit weltweit 150 neue Standorte für OVHcloud, die unter dem Produktnamen Local Zone bereits erfolgreich vermarktet werden.
Er sagt: Mit der zunehmenden Nutzung von Containern wird die Absicherung dieser Infrastrukturen immer wichtiger. Die neuen Anforderungen der NIS-2-Direktive machen deutlich, dass Unternehmen frühzeitig in Sicherheitsmaßnahmen investieren müssen, um sich vor potenziellen Bedrohungen zu schützen. Managed Services, die sowohl On-Premises als auch in der Cloud eingesetzt werden können, bieten hier eine Lösung, die den regulatorischen Anforderungen gerecht wird.

Bildquelle: Gridscale

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