Die Frage, auf welche IT-Ressourcen Verantwortliche im besten Falle setzen sollten, ist nicht pauschal zu beantworten. Unternehmen im Mittelstand müssen sich an der Frage orientieren, wie sie mit dem technologischen Wandel in Zukunft umgehen wollen. Nur wenn hier systematisch vorgegangen wird, kann Innovation in einer nachhaltigen Art und Weise erfolgen.
Von der Frage dürfte auch der KI-fähigste Spiegel überfordert sein: „...was ist das beste IT-Outsourcing im Land?“
Die Frage nach den besten IT-Ressourcen bringt so manche IT-Verantwortliche ins Grübeln. Und tatsächlich: Eine Universallösung für die perfekten IT-Infrastruktur im Mittelstand gibt es nicht, jedes Unternehmen hat unterschiedliche Zielkonfigurationen und diese erfordern eine dedizierte IT-Strategie.
Die Zeiten, in denen „Cloud First“ die Antwort auf alle vermeintlichen Probleme gewesen ist, sind vorbei. Niemand muss sich etwa pauschal für Cloud Computing, On Premises oder Co-Location entscheiden. Alle Formen des IT-Outsourcing sind wesentliche Bestandteile für den Einsatz effizienter IT-Infrastrukturen. In den meisten Fällen fahren Unternehmen in der Realität einen hybriden Ansatz.
IT-Ressourcen aus dem Co-Location Rechenzentrum haben dabei deutliche Vorteile: Hier stammt alles aus einem Guss, von der Anbindung im Rechenzentrum bis zu den Maschinen lässt sich alles passend zusammenstellen und an die individuellen Anforderungen anpassen. Co-Location ist ein wichtiger Baustein der unternehmensweiten IT- und Cloud-Strategie geworden, denn Investitionen in den Bau neuer Rechenzentren sind nicht erforderlich.
Eco on Tour
Andreas Pustelny (Atos) und Marc Fröse (NorthC): „Wir thematisieren spannende Trends und gehen auf Themen wie Energie-Effizienz, Nachhaltigkeit und State-of-the-Art Technologien ein – am 8. November in Hamburg und am 14. November in München.“
(Bild: Eco - verband der Internetwirtschaft e.V.)
Am 8. November in Hamburg und am 14. November 2023 in München können Teilnehmer der der „Eco Data Center Roadshow“ sich mit Expert:innen austuschen. Mit auf der Agenda sind Vorträge und Podiumsdiskussionen mit Andreas Pustelny (Atos) und Marc Fröse (NorthC).
Standortbestimmung statt „Cloud First!“
Shared Services aus einem Co-Location-Rechenzentrum sind im Vergleich immer günstiger, als wenn ein Unternehmen die gleichen Spezifikationen auf einem eigenen Campus errichten und dort die Verfügbarkeit, Connectivity und Sicherheit selbst herstellen müsste. Gerade in Zeiten geringer Verfügbarkeit von Fachpersonal bieten Co-Location-Rechenzentren die Chance, Dienstleistungen einfach auszulagern und Profis zu überlassen.
Doch am beliebtesten ist eine Hybrid-Lösung mit Cloud Computing. Nun gilt es, die individuellen Anforderungen an die IT mit den konkreten Business-Zielen in Einklang zu bringen und gleichzeitig die internen und externen Faktoren zu berücksichtigen. Dafür empfiehlt es sich, eine Standortbestimmung vorzunehmen, die zwei zentrale Achsen als Orientierung nutzt.
Im Grunde wird dabei der benötigte Grad an Sicherheit und Compliance auf der einen Achse und der Innovationsgrad auf der anderen Achse festgelegt und basierend auf der Verortung im IT-Infrastrukturspektrum entschieden. Dabei schließen sich die beiden Bereiche keinesfalls aus. Unternehmen mit hohen Anforderungen an die Compliance, die in einem stark regulierten Umfeld tätig sind, können dennoch kurze Innovationszyklen und technologische Vielfalt fordern.
Workloads werden auf – teilweise mehrere – Public-Cloud-Service-Anbieter verteilt, während unternehmenskritische Funktionen im Co-Location Rechenzentrum oder On Prem betrieben werden. Zu berücksichtigen ist dabei auch der Faktor Latenz; denn manche produktionskritischen Anwendungen können nicht aus der Cloud genutzt werden, weil die Latenz zur Produktionsanlage zu groß wäre.
Wie die Entscheidung auch aussieht, das Problem der schnelllebigen IT-Trends bleibt, und in Kombination mit den komplexen Anforderungen der Unternehmen wird auch die IT selbst immer komplexer. Unternehmen verlassen sich auf Hybrid-IT-Ansätze im Bestreben, das Beste aus ihrer IT herauszuholen.
Und sie tun es, um externen und internen Faktoren dadurch gerecht zu werden. Compliance und Reporting, Monitoring, Cybersecurity, Automatisierung, branchenspezifische Regularien und Bestimmungen – Stichwort Datensouveränität – sowie unzählige weitere Herausforderungen im Unternehmenskontext zwingen CIOs und IT-Entscheider:innen dazu. Das bringt multiple Fragestellungen mit sich.
Heute auf die IT-Herausforderungen von morgen vorbereiten
Allein bei den Kosten für die IT-Infrastrukturen entfalten sich mehrere Entscheidungspfade. Als wichtige Entscheidungsgrundlage sollten die Austrittshürden und die Gefahren eines Vendor Lock-in berücksichtigt werden.
Was ist, wenn mein Cloud-Anbieter von heute auf morgen die Preise seiner Services drastisch erhöht?
Auch die Kostenkontrolle ist wichtig, habe ich bei Pay-as-you-Go überhaupt den Überblick?
Welche IT-Outsourcing-Option langfristig den für mich besten Preis bereithält, ist nicht einfach zu erkennen.
All jenen, die glauben, dass Cloud-Kosten nicht komplex sind, sei ein Blick auf die nächste Cloud-Rechnung empfohlen: Hier finden sich je nach Anbieter tausende Einzelpositionen. Zudem werden Abrechnungsmodelle regelmäßig angepasst und oftmals können nur dedizierte Expert:innen für spezifische Clouds Auskunft und Aufklärung leisten.
Ein weiterer – wenn auch bisher oftmals vernachlässigter – Faktor ist das Thema „Nachhaltigkeit“. Ein Auslagern von IT in die Cloud oder in ein Co-Location-Rechenzentrum spart gegenüber On-Premises-Anwendungen Energie und CO2. Das ist wichtig, denn Environmental-Social-Governance-Reportings (ESG) sind spätestens 2025 Pflicht und betreffen in Deutschland rund 15.000 Unternehmen. Ein Jahr später folgt die Berichtspflicht für kapitalmarktorientierte KMUs.
Stand: 08.12.2025
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Gesetzlich verordnete Nachhaltigkeit
Hinzu kommen Nachhaltigkeitsinitiativen der Politik, etwa mit der 'Green-IT-Initiative' des Bundes, die den Energieverbrauch der IKT-Infrastrukturen reduzieren will. Hier entstehen also nicht nur gesetzliche Verpflichtungen, sondern auch Fragen zur Steigerung der Effizienz von IT-Infrastrukturen.
Und wie steht es eigentlich um die IT-Sicherheit? NIS2 steht praktisch vor der Tür und bringt diverse Anforderungen mit sich, die Unternehmen verstehen und umsetzen müssen. Ganz zu schweigen von der Frage der Verantwortlichkeit mit Blick auf die Sicherheit hybrider IT-Sourcing-Modelle.
Nicht zuletzt stellt sich noch die Frage des Betriebs, denn tägliche Aufgaben bleiben bei Cloud Computing und Co-Location erhalten. Release Management, Migration von Anwendungen in die Zielumgebung oder auch die Bereitstellung und Orchestrierung von Cloud-Umgebungen liegen weiterhin in den Unternehmen, wenn keine separaten Verträge, etwa mit Managed-Cloud-Service-Providern, geschlossen werden. Habe ich als Unternehmen hier entsprechende Expertise und Ressourcen? Und sind diese auch auf Jahre oder Jahrzehnte gesichert?
Ohne Framework geht es nicht
Neben der Standortbestimmung bleibt die Frage des Betriebs, schließlich sind die IT-Umgebungen in Unternehmen keine Selbstläufer. Mit Blick auf die beschriebenen Herausforderungen (Kosten, Fachkräftemangel, Security und Transparenz) empfiehlt sich der Einsatz eines zentralen Frameworks für den Betrieb. Dieses unterstützt nicht nur die Automatisierung der IT-Infrastruktur, sondern sorgt auch für mehr Transparenz von einzelnen Infrastrukturelementen sowie der Kosten.
Über ein zentrales Portal sowie den Einsatz einer standardisierten API lassen sich alle Umgebungen bündeln und steuern. Dank vordefinierter Templates können Workloads konfigurierbar und kundenspezifisch provisioniert werden. Das erlaubt es auch Mitarbeiter:innen ohne spezifisches Cloud-Admin-Wissen, die IT-Infrastruktur zu managen und von einem „Cloud-like“-Benutzererlebnis zu profitieren. Mit einem standardisierten Framework behalten Unternehmen das Infrastruktur-Management, den Betrieb sowie die Schnittstellen im Blick und zahlen gleichzeitig auf die Business-Ziele ein, indem Kosten- sowie Ressourcenoptimierungen vorgenommen werden können.
Vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels ist es dabei sinnvoll, die Verstärkung durch externen Expert:innen, sprich: Shared Human Ressources, in Anspruch zu nehmen. Die können diese Frameworks designen und auch managen, damit das eigene IT-Personal sich sinnvollerweise ganz auf den betriebsinternen Content fokussieren kann.
Die Überlegungen oben zeigen: Die Frage nach dem besten IT-Outsourcing muss immer individuell beantwortet werden.
*Die Autoren Marc Fröse arbeitet im Vertriebsteam von Co-Locatio-Anbieter NorthC. Er kann auf fast 30 Jahre Erfahrung in den Bereichen IT-Services, Outsourcing und Rechenzentrumsdienstleistungen in verschiedenen multinationalen Organisationen verweisen.
Bildquelle: NorthC
Andreas Pustelny ist Lead Partner im Bereich Alliance Mittelstandsinitiative DACH bei Atos zuständig für das Business Development und die Portfolio Entwicklung. Er hat aber auch Erfahrungen als Business Manager im Bereich Cloud.