Cloud-Native ist kein Selbstläufer. Die Adaptionszahlen zugehöriger Techniken - für privte und public clouds - könnten das suggerieren. Es gibt ja auch Vieles, was für eine Cloud-native Zukunft spricht, das Komplexe oder vielleicht auch nur Ungewohnte, trübt jedoch den Glorienschein. Was also ist unausweichlich, unaufschiebbar und was eine Sackgasse?
Cloud-fist und Cloud-native - Glanz und Gloria: bisher. Was kommt jetzt?
„Cloud-first“ wird der Ansatz sein, dem laut Gartner bis 2025 mehr als 85 Prozent der Unternehmen folgen. Ihre digitalen Strategien könnten nur mit Cloud-nativen Architekturen und Technologien vollständig umsetzen.
Gartner-Analyst Milind Govekar bringt es auf den Punkt: „Es gibt keine Geschäftsstrategie ohne Cloud-Strategie“. Und ergänzt: „Die Akzeptanz und das Interesse an der Public Cloud sind ungebrochen, da Unternehmen bei der Einführung neuer Workloads eine Cloud-First-Strategie verfolgen."
Diese Einschätzung stützen kürzlich von Canonical, dem Herausgeber von Ubuntu, veröffentlichte Daten. Demnach sind Cloud-native Technologien wie Kubernetes für die Förderung von Innovationen und das Erreichen digitaler Geschäftsziele von Unternehmen unerlässlich geworden.
Rund 83 Prozent der 1.300 IT-Fachleute, die an einer weltweiten Umfrage teilgenommen haben, erklärten, dass sie entweder Hybrid-Cloud oder Multicloud nutzen. Im letzten Jahr ist der Prozentsatz der Befragten, die angaben, keine Hybrid- oder Multicloud zu nutzen, von 22,4 auf 16,4 Prozent gesunken.
Ist die lange angekündigte Cloud-Native-Zukunft also schon angekommen?
Bei genauerem Hinschauen lautet die Antwort zwar ja, allerdings mit einigen Einschränkungen. Sicherlich ist es richtig, dass viele Unternehmen eine „Cloud-first“-Strategie verfolgen und die Cloud nun als Ausgangspunkt für die meisten oder alle ihre Anwendungsanforderungen betrachten.
Es gibt jedoch immer noch viele andere, die eine Mischung aus On-Premises Rechenzentrum und öffentlicher Cloud-Infrastruktur bevorzugen, wobei sie opportunistisch von der einen zur anderen Infrastruktur wechseln (‚lift-and-shift‘), anstatt ein ganzheitliches Cloud-natives Modell zu verfolgen. Bei Lift-and-Shift genügt es, lediglich die Kopie einer Anwendung von einem lokalen Rechenzentrum in die Cloud zu verlagern, ohne dass die Architektur oder der Code der Anwendung neugestaltet werden muss.
Dieser Ansatz bleibt eine natürliche Etappe auf dem Weg vieler Unternehmen in die Cloud, bietet er doch einen Weg, schnell und effizient, die Vorteile der Cloud zu nutzen – der Umstieg vom CAPEX aufs OPEX-Modell bei den IT-Kosten, schnell erweiterbare Rechenleistung, flexibel skalierbarer Speicherplatz und andere Cloud-.
Aber Lift-and-Shift ist nicht so einfach und kostengünstig, wie es scheint. Es verschiebt im Grunde die Umstellung auf Cloud-Native in die Zukunft, erfordert aber immer noch Investitionen in Kapazitäten, Mitarbeiter und Zeit. Außerdem erleben Unternehmen häufig einen „Cloud-Sticker-Schock“, d. h. sie erleben Überraschungen bei der Abrechnung, wenn die Workloads die mit dem Cloud-Anbieter vereinbarte Kapazität überschreiten.
Auch wenn ein Cloud-nativer Ansatz länger dauert und arbeitsintensiver ist - weil viele bewegliche Teile an der Neugestaltung des gesamten App-Ökosystems beteiligt sind - zahlt er sich später durch niedrigere Gesamtbetriebskosten und eine flexiblere, reaktionsschnellere Infrastruktur aus.
Reif für den betrieblichen Einsatz?
Es scheint, dass der Cloud-Native-Bereich jetzt reifer wird und sich der Fokus von Day Zero auf Day Two Operations verlagert. Und das wirft neue Fragen für Unternehmen auf.
So kann beispielsweise die Entscheidung, wo Anwendungen ausgeführt werden sollen, sehr komplex sein. 14 Prozent der Umfrageteilnehmer betreiben demnach alles auf Kubernetes, während über 20 Prozent angaben, Bare Metal und VMs zu nutzen und über 29 Prozent eine Kombination aus Bare Metal, VMs und Kubernetes.
Bare Metal wird oft als bessere Wahl für rechen- und ressourcenintensive Anwendungsfälle, wie interaktives Maschinelles Lernen, bezeichnet. Da Kubernetes immer zugänglicher wird, gibt es Spekulationen, dass mehr Unternehmen Kubernetes auf Bare Metal würden, wenn sie wüssten, dass dies möglich ist.
Wissen schützt, spart und verteilt
All dies bedeutet, dass die Vorteile nativer Cloud-Technologien je nach ihrer Verwendung und dem Reifegrad der Unternehmen, die sie einsetzen, unterschiedlich sind, wobei Elastizität und Agilität, Ressourcenoptimierung und geringere Servicekosten als die wichtigsten Vorteile genannt werden. Die Unternehmen stellen sich die richtigen Fragen:
Können wir Arbeitslasten dort ausführen, wo sie am nützlichsten, vorteilhaftesten und/oder kosteneffizientesten sind?
Wie viel von dem, was wir tagtäglich tun, können wir in mehreren verschiedenen Clouds ausführen, ohne darüber nachdenken zu müssen?
Aus den Umfrage-Ergebnissen geht hervor, dass sich mittlere und große Unternehmen und Behörden auf ein Modell mit einer vollständig automatisierten Private Cloud mit Beziehungen zu zwei oder mehr Public Cloud-Anbietern zubewegen. Dabei werden sowohl Arbeitslasten und Daten in die private Cloud verlagert als auch Anwendungsfälle mit mehreren Clouds erschlossen.
Stand: 08.12.2025
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Zwei weitere Faktoren, die die Einführung eines Cloud-Native-Ansatzes noch behindern, sind Sicherheit und Qualifikation. Für 38 Prozent der Befragten ist Sicherheit der wichtigste Aspekt beim Betrieb von Kubernetes, beim Erstellen von Container-Images oder der Definition einer Edge-Strategie.
Diese Erkenntnis unterstreicht, wie wichtig es ist, Cluster als Standardverfahren für IT-Infrastrukturgruppen auf dem neuesten Stand zu halten. Es ist zu bedenken, dass durch den Wechsel zu Containern die Überlegungen zur Software-Provenance und zur Aktualisierung auf viel mehr Einzelbestandteile verteilt werden, was traditionelle Update-Verfahren verändert und einer starken Software-Provenance zum Zeitpunkt der Erstellung größere Priorität einräumt.
Wenn es nicht so kompliziert wäre .....
Nur 13,5 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie die Sicherheit im Bereich Cloud Native beherrschen, und fast die Hälfte gab an, dass fehlende interne Fähigkeiten und begrenzte Arbeitskräfte die größten Herausforderungen bei der Migration zu Kubernetes und Containern beziehungsweise bei deren Nutzung darstellen.
Das bedeutet, dass jedes Unternehmen, das eine Cloud-Native-Strategie verfolgt, sorgfältig prüfen muss, inwieweit es zusätzliche Software-Architekten und andere Fachkräfte für die Umsetzung benötigt. Unternehmen müssen darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, Mitarbeiter intern einzustellen, Experten von Drittanbietern zu beauftragen oder Public-Cloud-Angebote wie Serverless Computing zu nutzen, die den Arbeitsaufwand reduzieren.
Die Cloud-Native-Revolution befindet sich in einer spannenden Phase. Das Wachstum von Kubernetes und Cloud-nativer Technologie zeigt keine Anzeichen eines Stillstands. Gleichzeitig ist offensichtlich, dass Unternehmen noch einiges zu tun haben, wenn Sie Kubernetes in der Produktionsumgebung ordnungsgemäß einführen und verwalten wollen.
* David Booth ist VP Cloud Native Applications bei Canonical, dem Herausgeber von Ubuntu.