Der Mittelstand entdeckt Infrastructure as a Service

Cloud Computing bringt KMUs mehr Flexibilität und Dynamik

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Das praktische Beispiel

Clouds können Spitzen abfangen. Bildausschnitt: Joujou/Pixelio (Archiv: Vogel Business Media)

Dadurch leidet nicht nur das Image, ohne arbeitenden Web-Server verliert der mittelständische Onlineshop sofort Umsatz – und im schlimmsten Fall seine Kunden. Um derartige Lastspitzen, die aufgrund temporär erhöhten Traffics auf einer Website auftreten, abzufedern, sollten KMUs unbedingt auf die Erweiterung der eigenen IT-Infrastruktur durch die Anbindung eines zusätzlichen Web-Servers in der Cloud setzen.

Neben einem Zugewinn an Flexibilität reduziert ein mittelständisches Unternehmen gleichzeitig seine laufenden Kosten. Ein Rechenbeispiel: Hat ein Unternehmen in jedem Jahr vier Monate mit Lastspitzen und betreibt zu diesem Zweck zwei Rack-Server mit 1 CPU und 4 GigabyteRAM, betragen die monatlichen Housing-Kosten für die Server in etwa 320 Euro.

Diese Kosten fallen aber auch in den Monaten ohne Lastspitzen an. Im Jahr summiert sich dies auf 3840 Euro. Mietet sich das KMU diese Rechenkapazität aber in der Cloud zu, nur für die vier Monate mit Lastspitzen – so ergeben sich dafür Kosten von nur rund 1500 Euro.

Exempel 2

Ein weiteres IaaS-Szenario: der Cloud-Server wird zur erweiterten, externen Werkbank der IT-Abteilung und dient der unternehmensinternen Qualitätssicherung. Stehen umfangreichere Software-Tests an, sind dafür im Regelbetrieb oftmals keine Serverkapazitäten in der unternehmenseigenen IT vorhanden.

Die Unterhaltung eines eignen Testservers wird in Anbetracht der Cloud allerdings zu einem kostspieligen Luxus. Zusatzkapazität mieten – Anwendung testen – Bezug der Zusatzkapazität einstellen. So einfach und flexibel kann ein KMU heutzutage seine Testphasen gestalten.

Kein Cloud Computing ohne kompetente Beratung

Einen allgemeingültigen Königsweg, wie die Anbindung der IT-Infrastruktur eines mittelständischen Unternehmens an die Cloud erfolgt, gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind die Geschäftsprozesse, die eine unternehmensindividuelle IT-Infrastruktur zu unterstützen hat.

In der Regel gibt ein Mittelständler eine Applikation zwar komplett in die Cloud, aber genauso gibt es Fälle, wo es sinnvoll ist, wenn ein Teil der Anwendungen weiterhin auf einem unternehmensinternen Server läuft, während der andere Teil in die Cloud ausgelagert wird. Will ein KMU sich für die richtige Cloud Computing-Strategie entscheiden, ist es sehr ratsam, spezialisierte Berater zu involvieren, die mit einer fundierten Methodik dabei helfen, unternehmensindividuellen Bedarf zu ermitteln.

Dabei muss der Cloud Computing-Berater nicht mit dem Cloud Computing-Anbieter und Rechenzentrumsbetreiber identisch sein. Verschiedene Faktoren haben Einfluss darauf, welche Cloud Computing-Strategie die im konkreten Fall richtige ist: neben der Branche, in der ein KMU tätig ist, spielen die rechtlichen Anforderungen, denen die KMU-IT entsprechen muss, eine ebenso wichtige Rolle wie die allgemeine IT-Strategie, die der Mittelständler verfolgt.

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