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Das 80:20-Paradigma
Die Private Cloud hat aus technischer Sicht einige Vorteile. So bestehen 20 bis 30 Prozent der Informationen in einem Betrieb aus aktiven Daten, also aus solchen, auf die ständig zugegriffen wird.
Eine solche Datenbank beispielsweise mit Kundeninformationen in der Public Cloud zu betreiben, stellt einen Administrator aber vor größere Herausforderungen. So muss eine hohe Bandbreite stets gewährleistet sein.
Anders verhält es sich mit den inaktiven Daten. Auch wenn diese auf Tier 2 oder Tier 3 Storage im eigenen Rechenzentrum migriert werden, bleiben Fixkosten, etwa in Form von Instandhaltung oder Kühlung.
Nicht-geschäftskritische Informationen, bei denen geringere Zugriffszeiten akzeptabel sind, lassen sich aber leicht und günstig auslagern.
Bitkom definiert den Vetrieb neu
Cloud Computing stellt nicht nur die Anwender vor neue Herausforderungen – auch die Anbieter werden sich umschauen. „Das IT-Ökoystem mit Business- und Privatanwendern, IT-Managern, Architekten, Entwicklern und Administratoren wird sich neu definieren“, heißt es vom Branchenverband Bitkom dazu.
Kein Stein bleibt auf dem anderen. Die größten Veränderungen sieht der Verband für unabhängige Softwareanbieter. Sie müssen sich vom statischen Verkauf ihrer Software hin zu einem Vertrieb „as a Service“ wandeln.
Beratungsunternehmen müssen sich darauf einstellen, dass weniger die technische Implementierung gefragt ist als ihr grundsätzlicher Rat. Bei IT-Dienstleistern sieht der Bitkom „die Chance, in großem Maßstab Plattformen für höherwertige Services wie Datenbank-, Entwicklungs- und Anwendungs-Services bereitzustellen“.
Schließlich werden auch Systemhäuser vom Wandel in der Branche nicht verschont. Viele, vor allem kleinere Häuser gingen in den vergangenen Monaten in Folge der Finanzkrise Pleite. Wer sich jetzt nicht auf Cloud Computing einstellt, dem steht eine weitere harte Zeit bevor. Der Bitkom sieht neue Beratungsfelder für diese Unternehmen.
Die nächste Krise scheitert an der Cloud
Oliver Tuszik, Chef von Computacenter, setzt viel Hoffnung auf das Thema für Systemhäuser, speziell in Deutschland: Cloud Computing sei eine große Chance – „außer wir verstehen es falsch“.
Im Wirtschaftsabschwung beispielsweise hätten viele Kunden Absatzeinbrüche von 30 Prozent oder mehr erlebt – die Kosten für die IT sanken allerdings nicht im gleichen Maße.
Mit einem Cloud-Computing-Modell hätte die IT flexibler in solchen Zeiten reagieren können, erklärt er. Deutsche Dienstleister könnten vor allem von Mehrwertdiensten auf der Basis von Cloud-Computing-Services profitieren.
Auch wenn bislang große US-Unternehmen wie Amazon, Microsoft oder IBM das Thema beherrschen: „Cloud Computing ist keine Bedrohung für den deutschen Markt, sondern eine Riesenchance. Wir müssen nur aufpassen, dass wir die nicht verpassen.“
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