Das Konsolidieren einer Server-Landschaft hat Auswirkungen auf die im administrativen Alltag zu verwendenden Tools und Strategien. So stellen Virtualisierungumgebungen etwa ganz andere Anforderungen an die einzusetzenden Backup-Werkzeuge. Hier ist eine Übersicht über die interessantesten Tools.
Nicht jedes Backup-Tool eignet sich für virtualisierte Umgebungen und eine Zaubertaste gibt es erst recht nicht.
(Bild: VRD/ Fotolia.com)
Admins können Virtualisierungsumgebungen mit gewissen Einschränkungen durchaus auch mit nicht spezialisierten Backup-Tools sichern. So korrespondiert etwa eine ausgeschaltete VM aus Sicht des Hosts mit der dazugehörigen Image-Datei. Diese lässt sich mit jedem Backup-Programm sichern und diese Sicherung entspricht quasi einer Image-Sicherung auf VM-Ebene.
Eine Image-Sicherung ersetzt aber kein Backup im laufenden Betrieb. Zudem wäre die Notwendigkeit, die zu sichernden VMs ausschalten zu müssen, eine im Alltag kaum zumutbare Einschränkung. Ein solches Szenario könnte allenfalls als gelegentlich, zum Beispiel am Wochenende, durchgeführte, zusätzliche Sicherungsebene im Rahmen einer einfachen Desaster-Recovery-Strategie durchgehen.
Auch der Einsatz von konventioneller Backup-Software innerhalb der jeweiligen VMs oder über das virtuelle Netzwerk ist möglich, aber oft nicht praktikabel. Zwar lassen sich alle Tools, die mit physischen Servern funktionieren, auch zum Sichern auf VM-Ebene einsetzen, Administratoren verschenken dann aber viele Möglichkeiten, die auf VMs spezialisierte Tools bieten.
Spezifische Anforderungen, spezielle Tools
Mit einer Ausnahme sichern alle im Folgenden vorgestellten Programme sowohl die Host-Ebene als auch die in den VMs enthaltenen Daten und bringen viele zusätzliche Features für VM-Umgebungen mit. (Das Sichern von Snapshots ist keine vernünftige Grundlage für eine Backup-Strategie.)
Microsoft Windows Server Backup
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: „Windows Server 2012“ bringt von Haus aus das Tool „Windows Server Backup“ mit. Das kann in der Version 2012 auch VMs sichern.
Vorteil: Das Tool ist in Windows-Servern enthalten.
Nachteil: Windows Server Backup kann keine Cluster Shared Volumes im Ganzen sichern, wohl aber virtuelle Maschinen, die auf CSVs liegen.
Veeam Backup & Replication 7 und 8
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: Backup-Spezialist Veeam hat im Mai dieses Jahres die Veeam-Version 8 angekündigt, deren Explorer jetzt neben Exchange und Sharepoint auch Item Level Restore für Active Directory und SQL-Server unterstützt. Zudem kann die Version 8 Netapp-Snapshots sichern und beherrscht AES-256-Bit-Verschlüsselung. Derzeit ist aber noch die in den drei Editionen Standard, Enterprise und Enterprise Plus erhältliche Version 7 aktuell.
Veeam B & R wurde im Vergleich zu herkömmlichen Backup-Lösungen von Grund auf für die Datensicherung von „vSphere“- oder „Hyper-V“-Umgebungen entwickelt. Die Version 7 unterstützt die aktuellen Versionen von vSphere (5.5) und Hyper-V („Windows Server 2012 R2“).
So bietet das Programm im Rahmen der Komponente Backup Recovery Jobs unter anderem Replikationsfunktionen, die es ermöglichen, Backups automatisch an andere Standorte spiegeln zu lassen. Wahlweise können Admins auch eine Disaster Recovery zu einem anderen Standort durchführen oder ein automatisches Failover einrichten.
Vorteile: Die auf diese Weise erzeugten Replikate können Sie zum Aufbau eines Hochverfügbarkeits-Setups nutzen. B & R kann beim Ausfall einer VM automatisch einen Failover auf die dazugehörige Backup-Replik durchführen. Der Betrieb kann also nahtlos weiterlaufen, unabhängig vom Standort der Replik.
Allerdings muss dazu die Netzwerkstruktur des Recovery-Standortes mit der des Produktivsystems zusammenarbeiten. Dies können Nutzer unter anderem mithilfe der Veeam-Tools durch entsprechende Mappings regeln.
Mit der Komponente Virtual Lab for Replicas lassen sich sogar Backups oder Replika an entfernten DR-Standorten starten. Offsite-Backups sind zwar unflexibel, für den maximal möglichen Schutz im Rahmen einer DR-Strategie aber wichtig.
Die Replikationsmechanismen in Veeam sind daher WAN-tauglich ausgelegt, sofern am jeweiligen Standort ein Proxy-Server existiert, auf dem die Veeam-Software installiert werden muss. Das klappt sogar in einer VM.
Veeams WAN Accelerator steht in Form eines Dienstes bereit. Veeam B & R bietet zudem eine konsistente Sicherung von Exchange-DAG-Gruppen via SAN. Die Software ist darüber hinaus in einer Cloud-Edition verfügbar, die als Backup-Ziel zahlreiche Cloud-Backends mitbringt, darunter Amazon-S3 oder Glacier, Windows Azure, OpenStack, Hosteurope oder Google Drive.
Nachteil: Veeam unterstützt nur das Sichern von VMs, keine physischen Server. Ferner ist der Ressourcen-bedarf relativ hoch und die Installation ist recht aufwendig.
Veeam Backup Free Edition
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: Veeam bietet auch eine Free Edition seiner Software an (siehe: Link)
Stand: 08.12.2025
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Vorteil: Die Veeam Backup Free Edition 7 („http://bit.ly/1i5U8PZ“) unterstützt ebenfalls Hyper-V oder VMware ESXi und eignet sich zum Sichern oder Migrieren einzelner virtueller Maschinen. Zudem beherrscht die Software auch das Wiederherstellen ganzer VMs oder einzelner Dateien (File Level Restore).
Nachteil: Der Installationsaufwand und der Ressourcenbedarf sind hoch.
HV Backup
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: (siehe: Link oben oder HV Backup)
Vorteil: Das kleine, auf dem .Net-Framework basierende, kostenlose Windows-Tool unterstützt ebenfalls offene Dateien mithilfe von VSS (Volume Shadow Copy Service) und eignet sich daher durchaus zum Sichern laufender VMs in einem konsistenten Zustand. Außerdem unterstützt die Software das Sichern von VMs auf Cluster Shared Volumes. Das Programm erzeugt für jede VM ein ZIP-Archiv mit sämtlichen zur jeweiligen VM gehörenden Dateien, also der Images-Datei und den jeweiligen Konfigurationsdateien.
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: (siehe: Artikel-Link oben) Altaro bietet mit „Hyper-V Backup“ eine Backup-Software an, die ausschließlich für Hyper-V konzipiert ist. Das Programm gibt es in einer Free Edition sowie in zwei kostenpflichtigen Versionen Standard Edition und Unlimited Edition.
Vorteil: Die Kaufvarianten unterstützen in der Ende 2013 erschienenen Version 4 neben den Backup-Funktionen auch Desaster Recovery, einschließlich der erwähnten WAN-Optimierung und Item Level Restore für Exchange.
Nachteil: Die Free Edition kann maximal zwei VMs sichern. Ferner fehlt ihr der Support für Offsite-Backups via Internet. Der Free-Version fehlt zudem die zentrale Management-Konsole für den Remote-Einsatz. Außerdem kann die Free Edition keine VMs von verschiedenen Hosts zurückspielen und unterstützt auch nicht das Zurückspielen von Klonen oder Sandboxes.
Nova Backup 16:
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: Das Hamburger Unternehmen Novastor ist mit der Backup-Software Nova Backup schon lange am Markt. „Nova Backup“ ist ein allgemeines Backup-Programm und unterstützt erst seit der im Mai veröffentlichten Version 16 auch das Sichern von vSphere- oder Hyper-V-VMs, das Replizieren von VMs sowie das Wiederherstellen einzelner Postfächer aus Exchange-Backups.
Vorteil: Vorher unterstützte die sich an kleine Unternehmen richtende Software nur das Sichern physischer PCs. Neu in Version 16 ist im Zusammenhang mit dem VM-Support ein Dashboard, mit dem Administratoren das Sicheren von vSphere- oder Hyper-V-Plattformen steuern. Nova Backup unterstützt wie alle Anbieter dieser Übersicht mit Ausnahme von HV Backup nicht nur das Sichern oder Widerherstellen vollständiger VMs, sondern auch einzelner in den VMs enthaltener Dateien. Ansonsten ist die Software eine funktionsreiche und stabile Backup-Lösung im mittleren Preissegment.
Nachteil: Die Bedienung und die Oberfläche sind eher „konservativ“. Dies kann aber auch ein Vorteil sein.
Paragon Protect & Restore
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: Die Freiburger Paragon Software Group hat im April 2013 eine neue Hauptversion 3.0 seiner verteilten Backup-Software „Paragon Protect & Restore“ veröffentlicht, die inzwischen auf 3.2 aktualisiert wurde („http://bit.ly/U5SqVC“). Das Programm kann sowohl physische als auch mit vSphere- oder Hyper-V virtualisierte Server sichern.
Vorteil: Dies funktioniert für vSphere- und Hyper-V-Gastsysteme agentenlos und wie bei allen anderen Vertretern über die jeweilige API. Hyper-V-Hosts können aber zudem agentenbasiert gesichert werden. Darüber hinaus kann die Software MS-Exchange-Datenbanken auf Anwendungsebene sichern und verfügt über eine zentrale Management-Konsole, die auch eine Hardware-unabhängige Onsite-Widerherstellung ermöglicht.
Für Kenner von Paragon-Produkten etwas verwirrend ist, dass das Programm optisch dem „Paragon Hard Disk Manager Premium“ (HDM) ähnelt. Dieser unterstützt jedoch bei genauerem Hinsehen kein Recovery von VMs und zudem „VMware CBT“ (Change Block Tracking) nicht. Ferner enthält Paragon Protect & Restore einen zentralen Lastverteiler und unterstützt die Kompression der Daten via Deduplizierung. Schließlich verfügt das Programm über eine Bandbreitenregulierung.
Nachteil: Für kleine Unternehmen eignet sich Paragon P & R eher nicht.