Boomis Enterprise AI Management Agententhriller im Rechenzentrum

Von Dr. Dietmar Müller 3 min Lesedauer

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In der IT-Infrastruktur von Unternehmen treiben sich bis in zwei Jahren Tausende von Agenten herum – prognostizierte CEO Steve Lucas in London. Um sie unter Kontrolle zu halten, wird eine zentrale Kontroll-Konsole nötig werden.

Boomi-CEO Steve Lucas erläutert, dass künftige Software-Agenten Kontext-bezogen schlussfolgern könnten.(Bild:  Dr Dietmar Müller/ Boomi)
Boomi-CEO Steve Lucas erläutert, dass künftige Software-Agenten Kontext-bezogen schlussfolgern könnten.
(Bild: Dr Dietmar Müller/ Boomi)

Integrations- und Automatisierungsdienstleister Boomi hat in London hat in London einen Ausblick auf seine Produktentwicklung für dieses und das kommende Jahr gegeben. CEO Steve Lucas benötigte fünf Minuten, um in seiner Keynote das aktuell alles beherrschende Thema anzusprechen: Künstliche Intelligenz (KI).

Diese wird auch bei Boomi massiv Einzug halten, mache sie doch die Integration heterogener Systeme in einem Unternehmen so viel einfacher. „Mit KI sind wir in der Lage, die Tausenden von Datenbanken und Cloud-Services, die mittlerweile in fortschrittlichen Unternehmen im Einsatz sind, miteinander zu verknüpfen“, so Lucas.

Dabei wagte er die Prognose, dass bis in zwei Jahren keine Menschen mehr nötig sein werden, um die Arbeit der KI zu überwachen – das könne die KI selbst viel besser. Ein Ansatz in diese Richtung sei Boomis Enterprise AI Management (EAIM)-Plattform, für die im nächsten Frühjahr eine Erweiterung in Form eines AI Agent Registry geplant ist, denn „bis in zwei Jahren werden sich in Ihrem Unternehmen Tausende von Agenten herumtreiben.“

Agenten handeln autonom

Agenten gehen über Microservices und Bots hinaus: Es handelt sich vielmehr um Software-Einheiten, die Aufgaben ausführen und basierend auf ihrem definierten Umfang autonom (!) Entscheidungen treffen. „Diese Agenten haben die Wenn/Dann-Logik herkömmlicher Informatik hinter sich gelassen und sind in der Lage, auf der Grundlage des Kontextes, in denen sie trainiert wurden, zu schlussfolgern“, erläuterte der CEO gegenüber DataCenter Insider.

Agenten gehen über Microservices und Bots hinaus: Es handelt sich vielmehr um Software -Einheiten-, die Aufgaben ausführen und basierend auf ihrem definierten Umfang autonom (!) Entscheidungen treffen. „Diese Agenten haben die Wenn/Dann-Logik herkömmlicher Informatik hinter sich gelassen und sind in der Lage, auf der Grundlage des Kontext, in dem sie trainiert wurden, zu schlussfolgern“, erläuterte der CEO gegenüber DataCenter Insider. Vereinfacht gesprochen seien KI-Agenten eine Weiterentwicklung von GenAI. Während GenAI Inhalte größtenteils Schritt für Schritt generieren könne, seien Agenten in der Lage, eine Abfolge von Schritten und Aktionen unabhängig auszuführen.

„Ein Agent könnte für Sie als Journalisten Fragen an mich formulieren, vorher hätte er aber noch sämtliche Informationen über mich gesammelt und Ihnen vorgelegt. Während des Interviews kann er verschiedene mögliche Gesprächsfäden aufzeigen“, erklärte er sehr praktisch das Funktionsprinzip.

Die die AI-Roadmap, die Boomi kürzlich in London vorgestellt hat. (Bild:  Dr. Dietmar Müller)
Die die AI-Roadmap, die Boomi kürzlich in London vorgestellt hat.
(Bild: Dr. Dietmar Müller)

Dieses könnte allerdings den Journalisten auch gleich obsolet machen. Ein Unternehmen, das GenAI zur Generierung von Social-Media-Inhalten verwendet, könnte einen Agenten Beiträge auf der Grundlage von Eingabedaten und vordefinierten Regeln erstellen lassen, was heute schon gang und gäbe ist. Ein KI-Agenten müsste sich aber nicht auf die Generierung von Inhalten beschränken, sondern könnte die Inhaltsstrategie entsprechend der Performance früherer Beiträge anpassen, also selbstständig verändern – alles ohne menschliches Eingreifen. Irgendwie gruselig, genau betrachtet.

Agenten-Marktplatz soll folgen

Aber so soll es laufen. Am liebsten wäre es Lucas, wenn Anwender diese Agenten nicht nur mit dem AI Agent Registry verwalten und kontrollieren, sondern auch mit den Entwickler-Werkzeugen von Boomi zusammensetzen würden. Dank Low Code sei dies ja praktisch ein Kinderspiel.

Aktuell verfüge Boomi über rund 2000 Kunden, die sich dieser Technologie bereits verschrieben hätten. Deren Eigenentwicklungen sollen genau wie die von anderen „Partnerunternehmen“ auf einer Art Marktplatz für Agenten gesammelt und offeriert werden.

Boomi selbst hat aktuell sechs Agenten am Start: Boomi GPT und Boomi DesignGen entwerfen Integrationsprozesse, Boomi Pathfinder ordnet ihnen die entsprechenden Daten zu, der Boomi DataDetective verfolgt deren Verbreitung. Boomi Scribe liefert detaillierte Prozessbeschreibungen, und Boomi Answers gibt Auskunft über das Unternehmen Boomi.

„Alles, was ich Anwendern sagen kann, ist: Fangen Sie heute noch mit der Entwicklung von Agenten an. Wie bei jeder neuen Technologie werden sich diejenigen Unternehmen am Markt behaupten, die früh – und damit rechtzeitig auf den Zug aufgesprungen sind“, so der CEO abschließend.

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