2022 wird für IT- und Digitalverantwortliche in Unternehmen aller Voraussicht nach ein entscheidendes Jahr. Denn jetzt kommt der schwierige Teil der Digitalisierung: Es gilt, die kontinuierliche digitale Innovation und Leistungsverbesserung voranzutreiben, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die digitale Transformation tritt bei vielen Unternehmen in eine neue Phase; Nummer sicher ist keine Option, Investition in gute IT-Produktionsumgebungen aber schon.
In den vergangenen zwei Jahren wurden Investitionen in Cloud-Technologien und verwandte Entwicklungen in noch nie dagewesenem Umfang getätigt. In vielen Fällen trugen diese Investitionen dazu bei, das Schiff zu stabilisieren, als es durch die Pandemie und die Verlagerung vom stationären zum digitalen Handel durch raue See navigieren musste. Sie waren nötig, um im großen Stil hybride Arbeit zu ermöglichen, um Geschäftsprozesse zu rationalisieren und Unternehmen in die Lage zu versetzen, sich an das rasant veränderte Konsumentenverhalten hin zu „Digital-first“ anzupassen.
Jetzt nur auf Nummer sicher zu gehen, ist keine Option. Nur Unternehmen, die in der Lage sind, ihren Fokus auf Innovationen beizubehalten, werden den Markt in den Jahren nach der Krise in der Regel um bis zu 30 Prozent übertreffen, so eine Studie von McKinsey.
Da die digitale Transformation in eine neue Phase eintritt, ist zu erwarten, dass führende Unternehmen weiterhin ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellen müssen, um innovationsfähig zu bleiben. Der Erfolg wird von vielen Faktoren abhängen: von der Art und Weise, wie Entwickler unterstützt werden, über pragmatische Infrastruktur-Entscheidungen bis hin zu einer realistischen Einschätzung der Komplexität. Im Folgenden werden diese Faktoren in drei Schlüsselthemen gegliedert, die Unternehmen in die Lage versetzen werden, ihre digitale Innovation zu beschleunigen und im Jahr 2022 erfolgreich zu sein:
1. Führende Unternehmen werden ausdrücklich in die Produktivität ihrer Entwickler investieren.
Entwickler sitzen an der Schaltzentrale des digital innovativen Unternehmens. Doch viele der von ihnen verwendeten Tools waren in der Vergangenheit unhandlich, leistungsschwach, an lokale Endpunkte gebunden und erforderten ein hohes Maß an manueller Konfiguration und Verwaltung.
Das ändert sich jetzt. Derzeit lässt sich eine deutliche Steigerung feststellen, wenn es um die Bedeutung von Teams geht, die für Entwickler-Tools zuständig sind und deren interne Kunden Software-Entwickler sind. Immer mehr Unternehmen stellen ihre Teams auf cloud-basierte DevOps- und CI/CD-Plattformen wie „Gitlab“ sowie „Github“ um und nutzen Funktionen wie „Github Actions“ und „Codespaces“.
Warum diese Verschiebung? Kurz gesagt: Um die Entwickler besser für ihre Aufgaben zu rüsten und so Innovationen zu erleichtern.
Die Anwendungsarchitekturen sind zu komplex geworden und die Anforderungen an die Rechenleistung zu hoch, um den Status quo aufrechtzuerhalten. Clevere Unternehmen werden die neuen Ansätze nutzen, um das Problem 'funktioniert auf meinem Laptop, aber nicht in der Produktionsumgebung' zu lösen, das viele Projekte plagt. Sie werden diese neuen Umgebungen auch nutzen, um die anhaltende Herausforderung der kontinuierlichen Bereitstellung zu lösen.
Dieser Schritt erlaubt es Unternehmen, für die Entwicklung in der Cloud die gleiche komplexe Umgebung wie für den Produktiveinsatz zu nutzen. Und diese leistungsfähigere Entwicklungsumgebung kann besser sein als jeder Laptop. Das sind für alle gute Nachrichten: McKinsey fand auch heraus, dass Unternehmen mit einer höheren Entwicklungsgeschwindigkeit ein bis zu fünf Mal höheres Umsatzwachstum erzielen, als ihre Kollegen mit einer geringeren Geschwindigkeit.
2. Führende Unternehmen werden ein Over-Engineering der Infrastruktur vermeiden.
Laut einer Studie von Flexera verfolgen inzwischen 92 Prozent der Unternehmen eine Multi-Cloud-Strategie und 80 Prozent eine Hybrid-Cloud-Strategie. Kurzfristig werden diejenigen, die eine Multicloud-Strategie verfolgen, weiterhin in verschiedene Anbieter investieren und dabei große Summen in die Hand nehmen.
Aber wie viele erzielen damit tatsächlich die besten Ergebnisse?Laut IDG haben 79 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten, die Vorteile von Multi-Cloud zu nutzen, da die Workloads in Silos bleiben.
Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen eine Multi-Vendor Cloud-Strategie aus den falschen Gründen verfolgen: Sie wollen eine Abhängigkeit vermeiden, anstatt sich durch die Auswahl der besten Funktionen Vorteile zu verschaffen.
Im Jahr 2022 werden viele dieser Multicloud-Projekte eine negativen Return-of-Investment aufweisen und ein Umdenken erzwingen. Letztendlich werden jene Unternehmen erfolgreich sein, die akzeptieren, dass die Zukunft eher in einer Hybrid-Cloud als in einer Multicloud liegt.
Dazu gehört auch ein gewisses Maß an Pragmatismus. Engineering-Führungskräfte werden den Ausführungsort wählen, der für ihren Code am besten geeignet ist. Deren Wahl basiert dann auf Grundlage der besten vorhandenen Features in der entsprechenden Umgebung, anstatt Multicloud nur auf Basis eines Dogmas in Bezug auf die Anbieterbindung einzuführen, was dem Unternehmen keinen Mehrwert bringt.
Stand: 08.12.2025
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Dieser Ansatz ermöglicht es Unternehmen auch, mit begrenzten internen Fähigkeiten mehr zu erreichen und sich auf das zu konzentrieren, worin sie gut sind: Innovation zu entwickeln, anstatt mehrere robuste Cloud-Umgebungen zu replizieren.
3. Führende Unternehmen werden die Komplexität drastisch reduzieren.
Heutige Unternehmen betreiben möglicherweise Tausende von digitalen Diensten mit Millionen von Abhängigkeiten, die sich innerhalb von Millisekunden ändern können. Microservices, Container, serverlose Architekturen und Orchestrierungsplattformen schaffen eine enorme Komplexität. Zusätzlich wird die Nachfrage nach innovativeren Kundenerlebnissen weiter zunehmen. Ein Wachstum der Komplexität jedoch ist nicht zu erwarten, denn das wäre einfach nicht nachhaltig.
Mit anderen Worten: Könnte es eine „Dunbar- Zahl“ für Systemkomplexität geben? Die Antwort lautet: Ja.
Es gibt Anzeichen für eine Gegenreaktion auf die Komplexität einiger Ansätze wie beispielsweise Kubernetes und die Oberfläche, die erforderlich ist, um damit einen geschäftlichen Nutzen zu erzielen. Zu beobachten ist auch eine zunehmende Akzeptanz von Managed Services, die von Cloud-Service-Providern angeboten werden. Solche Dienste - zum Beispiel verwaltete Datenbankservices – sorgen automatisch für Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit und Redundanz. Damit müssen Unternehmen all diese Eigenschaften nicht selbst entwickeln.
Es gibt zwei weitere Maßnahmen, mit denen führende Unternehmen die Komplexität bekämpfen. Erstens investieren sie explizit in das Management von Abhängigkeiten in Echtzeit: So erhalten sie ein klares Bild darüber, wie digitale Systeme miteinander verbunden sind, selbst wenn sich das Gesamtsystem täglich ändert. Auf diese Weise können IT-Teams digitale Incidents in Echtzeit überwachen, verwalten und beheben, bevor Nutzer und Kunden dies bemerken.
Die zweite Möglichkeit besteht darin, in Automatisierung zu investieren, um die innere Komplexität für denjenigen auszublenden, der die Aufgaben am Ende ausführen muss. Untersuchungen zeigen, dass 73 Prozent der IT-Führungskräfte auf Automatisierung setzen oder dies planen, um die Komplexität und den steigenden Druck auf digitale Dienste zu bewältigen.
Teams stärken – mehr Zeit für Innovationen
Um die digitale Innovation im Jahr 2022 erfolgreich zu beschleunigen, sind die drei genannten Ansätze unerlässlich. Unternehmen müssen Entwicklern mehr Zeit zur Verfügung stellen, damit sie ihre Stärken ausschöpfen können: innovativ sein, anstatt einfach nur den Betrieb am Laufen zu halten.
Pragmatische technische Entscheidungen und Investitionen, die sich auf die Optimierung der Entwicklerproduktivität konzentrieren, sind von zentraler Bedeutung. Auch die Einführung automatisierter Funktionen, die die Arbeit minimieren und die Kreativität maximieren, spielt eine wichtige Rolle. Für Unternehmen, die dem Wettbewerb immer einen Schritt voraus sein wollen, ist dies die Blaupause für den Erfolg.
* Über den Autor
Julian Dunn, Director of Product Marketing bei Pagerduty
(Bildquelle: Pagerduty)
Julian Dunn ist Leiter des Produktmarketings für Incident Response bei Pagerduty. Bevor er zu diesem Unternehmen kam, war er Director of Product Marketing bei Chef Software, Inc., einem Anbieter von DevOps-Automatisierungssoftware. Dort hatte er auch eine Reihe von leitenden Positionen im Produkt-Management sowie im Engineering inne. In seiner 20-jährigen Karriere war er sowohl als Software-Entwickler als auch als Systemadministrator tätig.