Intel gilt wieder einmal als Übernahmekandidat: Laut „Wall Street Journal“ prüft Broadcom die Möglichkeit der Übernahme der Intel-Chip-Design-Sparte während TSMC an den Fabs interessiert sein soll. Wird der Chip-Riese zerschlagen?
Das Intel-Hauptquartier in Santa Clara ist nach Robert Noyce benannt. Er hat zusammen mit Gordon Moore, Gründer des Unternehmens, und Andy Grove Intel zum weltweit größten Prozessorhersteller gemacht.
(Bild: Intel Corporation)
Vom Fast-Monopolisten zum Problemfall: Intel, einst mit Abstand größter Prozessorhersteller der Welt, kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen. Im Herbst 2024 wurde über eine Übernahme durch den Konkurrenten Qualcomm spekuliert. Jetzt werden Broadcom und TSMC als mögliche Käufer für das Chip-Design- und Fabrikationssparte von Intel gehandelt. Das jedenfalls berichtet das US-Medium Wall Street Journal (WSJ) mit Verweis auf auf nicht genannte Insider.
Broadcom, selbst Hersteller von ARM-SoCs, soll sich für die Übernahme der Chip-Entwicklung von Intel interessieren. Allerdings soll der Kaufinteressent noch keinen Kontakt zu Intel aufgenommen haben, berichtet das WSJ. Die inzwischen in ein eigenes Unternehmen ausgelagerte Fertigung, das Sorgenkind bei Intel, will das US-Unternehmen allerdings auf keinen Fall übernehmen.
Als Käufer der Chipfabriken soll TSMC in Frage kommen, unter Umständen als Teil eines Konsortiums. Der taiwanische Hersteller hat Intel längst als größter Chip-Hersteller abgelöst und hat vor allem bei der Fertigungstechnologie die Nase vorn. TSMC ist ein reiner Lohnfertiger und stellt unter anderem die Chips für AMD, Nvidia und Apple her. Selbst Intel lässt die „Lunar-Lake“- und „Arrow-Lake“-CPUs sowie seine Grafikchips bei TSMC herstellen.
Laut einem Bericht des Nachrichtendienstes „Bloomberg“ soll die Trump-Administration TSMC zu der Übernahme drängen, um so eine moderne 2-Namometer-Fertigung im großen Maßstab in den USA zu etablieren. TSMC hat zwar Werke in den USA und baut mit Subventionen aus dem „Chips Act“ weitere Werke, allerdings nicht mit der modernsten Fertigung.
Das lässt die taiwanische Regierung derzeit nicht zu. Um das zu ändern, müsste die Trump-Administration also noch Druck auf Taiwan ausüben. Vor allem stellt sich aber die Frage, warum TSMC die defizitäre Intel-Fertigung übernehmen sollte.
Problemkind Fertigung
Die Chipfertigung von Intel stammt aus einer Zeit, in der das Unternehmen gut 80 Prozent des weltweiten Umsatzes mit Prozessoren machte. Heute ist dieser Anteil drastisch gesunken, da Intel bei Prozessoren für Smartphones keine Rolle spielt.
Zudem hat der Chip-Gigant es bisher auch nicht geschafft, bei KI-GPUs attraktive Angebote zu machen. Die Datacenter-GPU „Ponte Vecchio“ kam viel zu spät und war ein Flop. Den Nachfolger „Rialto Bridge“ hat Intel gleich beerdigt.
Die Datacenter-GPU „Gaudi 3“ des israelischen Tochterunternehmens Habana Labs ist erst jetzt in größeren Stückzahlen lieferbar, später als geplant. Der designierte Nachfolger „Falcon Shores“ geht gar nicht in die Serienfertigung, da er die Erwartungen an die Leistung nicht erfüllen kann – zumindest räumte das Intel-Presseprecher Florian Maislinger gegenüber DataCenter-Insider ein.
Intels wichtigste Forschungseinrichtung für die Prozessorfertigung trägt seit 2022 den Namen den Intel-Mitgründers Gordon Moore. Dort werden die Fertigungsverfahren entwickelt, die Intels Zukunft sichern sollen.
(Bild: Intel Corporation)
Auch bei den x86-Prozessoren hat das Unternehmen gegenüber AMD an Boden verloren. Vor allem im lukrativen Server-Segment stieg der AMD-Anteil auf über 30 Prozent.
In dieser Zeit hat es Intel verpasst, seine Fertigung umfassend zu modernisieren. Erst vor kurzem hat der Chiphersteller begonnen, im großen Stil EUV-Anlagen für die Belichtung der Wafer zu installieren. Das Unternehmen muss also in einer Zeit sinkender Umsätze massiv in die Fertigung investieren und diese gleichzeitig auslasten. Um das zu schaffen, hat Intel die Fertigung 2022 in eine eigene Sparte ausgegliedert, um so einfacher externe Kunden für das Foundry-Geschäft zu gewinnen. Allerdings muss das Unternehmen dafür die mit eigenen Tools arbeitende Fertigung auf Industriestandards umstellen, was derzeit passiert.
TSMC müsste also die Modernisierung der Intel-Fabriken finanzieren, allerdings ohne die Kontrolle auszuüben, da deren Fertigung für die US-Regierung als Teil der nationalen Sicherheit betrachtet wird und Intel auch an militärischen Projekten wie dem Secure-Enclave-Programm beteiligt ist. Viele Branchenkenner sehen daher den Einstieg von TSMC als wenig wahrscheinlich an. Das würde allerdings die Übernahme der Design-Sparte durch Broadcom blockieren.
Stand: 08.12.2025
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Wie geht es weiter für Intel?
Intel selbst sucht für die Modernisierung der Fabs Partner, die in die Fertigung investieren, allerdings nur mit einer Minderheitsbeteiligung. Frank Yeary, der nach Pat Gelsingers überraschender Pensionierung im Dezember 2024 vorübergehend die Leitung des Board of Directors übernommen hat, soll Gespräche mit potentiellen Investoren und Vertretern der Trump-Regierung führen, wie „EE Times“ berichtet.
Laut Maislinger hat der Chiphersteller mit AWS und Microsoft auch schon zwei große Kunden vorzuweisen, die bei Intel Datacenter-Prozessoren bauen lassen wollen. Zudem sei die neue „18A“-Fertigung, die in der Branche als konkurrenzfähig zu TSMCs 2-Nanometer-Prozess gesehen wird, auf einem guten Weg.
Intels Interim-CEO Michelle Johnston Holthaus zeigte auf der CES einen lauffähigen Prozesor der kommenden Panther-Lake-Generation.
(Bild: Intel Corporation)
Die kommenden „Panther-Lake“-Prozessoren baut Intel größtenteils in 18A selbst und nicht mehr bei TSMC. Allerdings muss die Volumenproduktion noch in Gang kommen. Daher wird wohl auch der Serverprozessor „Clearwater Forest“ nach hinten geschoben, da die Fertigungskapazitäten für Panther Lake benötigt werden.
Auch das geplante Werk in Magdeburg sei nur für zwei Jahre aufgeschoben, betont Maislinger, danach soll der Bau beginnen.
Für Intel hängt die Zukunft also davon ab, ob die eigene 18A-Fertigung ein Erfolg wird. Das könnte Investoren dazu bringen, Geld in die weitere Modernisierung der Fabs zu stecken. Zur Überbrückung könnte die Firma nicht vitale Bereiche wie „Altera“ und „Mobileye“ zu Geld zu machen.