Ein Vergleich der Lizenzkosten von Hyper-V und vSphere, Teil 1

Wer bietet Virtualisierung billiger? VMware oder Microsoft?

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Welche Lizenzen gibt es?

Die „Enterprise“-Variante des Betriebssystems ermöglicht vier VMs; drei Server mit der Enterprise Edition ausgestattet, bringt der Anwender ein Dutzend VMs ein. Ist der OLP-Listen-Preis die Grundlage, würde ein Kunde, der 20 VMs braucht, mehr für eine Enterprise-Betriebssystem-Lizenz zahlen. Aber das würde keinen Sinn machen; denn er bräuchte fünf Lizenzen, die jeweils bei 2.310 Dollar starten, zwei davon redundant, und würde trotzdem nur 20 VMs aufbauen können.

Es ist ganz und gar nicht sofort klar, was letztlich auf der Rechnung steht, selbst wenn die Rechnung auf der Basis von Listenpreisen aufgemacht wird.
Es ist ganz und gar nicht sofort klar, was letztlich auf der Rechnung steht, selbst wenn die Rechnung auf der Basis von Listenpreisen aufgemacht wird.

Das Wahrscheinlichste ist jedoch, dass der Kunde eine „Windows Datacenter Edition“ kauft. Denn die erlaubt ihm eine unbegrenzte VM-Anzahl. Der OLP Listenpreis beginnt mit 2.375 Dollar pro Prozessor; ab 3.535 Dollar kostet diese Variante mit Software Assurance. Ab 6 Prozessoren, die im Cluster verbaut sind, erhöht sich der Preis um 14.142 Dollar ohne die Assurance-Leistungen und um 21.210 Dollar mit.

Zu bedenken ist allerdings, dass die meisten Unternehmen, die „VMware Acceleration Kits“ – aus vCenter Standard und einer bestimmten Anzahl von vSphere-Edition-Lizenzen – einsetzen, auch Microsoft-Software nutzen. Kommen also 20 VMs zum Kostenpunkt von Windows Standard Betriebssystemlizenzen zum VMware Essentials Plus Acceleration Kit dazu, steigt der Preis auf 19.839 Dollar.

Feature-Plus gegen Grundausstattung

Nach Angaben von VMware in Deutschland gibt es „VMware Essentials Plus Accelaration“ nicht, nur ein „Essentials Plus Kit“. Zudem sei es falsch, das Management bei Hyper-V außen vor zu lassen. In der Kalkulation fehle dieses komplett, während das Management in Essentials sehr wohl beinhaltetsei. So wie Beth Pareau rechnet, müsste jeder Hyper-V Server für sich selber verwaltet werden, der Kunde kann sonst zum Beispiel keine Live Migration machen oder HA nutzen.

Der Preis der Microsoft-Datacenter-Lizenzen bleibt jedoch gleich: Denn hier heißt eine “unbegrenzte Anzahl an VMs”, dass keine zum Betriebssystem zusätzlichen Lizenzen für VMs anfallen.

Für Hyper-V im Low-end spricht außerdem, dass die Anzahl der VMs nicht limitiert ist, während VMware eine Begrenzung durch virtuelle Speicher, vRAM, eingeführt hat. Außerdem bietet die Microsoft-Software die Möglichkeit zum Scale-out. Das VMware-Kit zieht bei drei Hosts eine Grenze.

Was gehört in die Grundausstattung?

Die vielbeschworenen, ausgegorenen Features wie Fehlertoleranz und vMotion für Storage , die Hyper-V fehlen, bietet VMware zwar in den erweiterten Lizenzen an, aber die Essentials-Plus-Variante besitzt diese Features nicht.

Vergleiche im Erdgeschoss der Virtualisierung gehen zudem davon aus, dass preisbewußte Unternehmen zusätzlich lizenzfreie Tools für Administrationsaufgaben hinzunehmen, zum Beispiel „Hyper-V Manager“ und „Failover Cluster Manager“ von Microsoft oder auch von dritter Seite, etwa verschiedene frei verfügbare Graphical User Interfaces (GUIs) für Hyper-V.

Anmerkung von VMware Deutschland: Auch wenn es hier weitere freie Produkte für die Verwaltung von Hyper V gibt, sind diese in den Funktionen stark limitiert und somit nicht mit dem vCenter für Essentials zu vergleichen. Das gelte insbesondere in Bezug auf die Komplexität: drei weitere User Interfaces für die Verwaltung versus eine "vSphere GUI" für die vSphere Verwaltung von bis zu 3 Hosts bei Essentials.

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