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Technische Stücklisten im SAP-System Was ist Technical Bill of Materials – TBOM?

Von Manuel Masiero 2 min Lesedauer

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Wie wirken sich Änderungen am SAP-System auf die Geschäftsprozesse aus? Mit der Kombination aus „Business Process Change Analyzer“ (BPCA) und den 'Technical Bills of Materials' (TBOMs) lässt sich das schnell herausfinden.

ERP-Anwendungen wie „SAP S/4 HANA“ arbeiten mit technischen Stücklisten (Technical Bills of Material, TBOMs). Mit ihrer Hilfe lassen sich Änderungen an SAP-Prozessen identifizieren und testen.(Bild:  frei lizenziert: Tumisu /  Pixabay)
ERP-Anwendungen wie „SAP S/4 HANA“ arbeiten mit technischen Stücklisten (Technical Bills of Material, TBOMs). Mit ihrer Hilfe lassen sich Änderungen an SAP-Prozessen identifizieren und testen.
(Bild: frei lizenziert: Tumisu / Pixabay)

Die ERP-Software „SAP S/4 HANA“ lässt sich wahlweise vor Ort, in der Cloud oder als Hybrid-Angebot bereitstellen. Für welche Variante sich Unternehmen und Rechenzentrumsbetreiber letztlich entscheiden, hängt unter anderem vom Implementationsaufwand und dem jeweils gewünschten Funktionsumfang ab.

Eines bleibt jedoch immer gleich: Sobald Änderungen am bereitgestellten SAP-System durchgeführt werden, kann das Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse selbst haben. Daher müssen Administratoren im Anschluss prüfen, ob alle SAP-Prozesse weiterhin korrekt ablaufen.

TBOM als Zuarbeiter für den PBCA

Testen lassen sich die Änderungen mit dem SAP-Werkzeug Business Process Change Analyzer (BPCA). Der BPCA vergleicht Systemänderungen, die zum Beispiel Support Packages, Kundenentwicklungen oder Add-On-Installationen betreffen, mit den SAP-Prozessen. Damit der BPCA seine Arbeit verrichten kann, kommen die Technical Bills of Materials (TBOMs) zum Einsatz. Anhand der TBOMs stellt der BPCA fest, ob eine ausführbare Einheit von einer Änderung im System betroffen ist.

Bei einer Technical Bill of Materials beziehungsweise einer TBOM handelt es sich um eine technische Stückliste, die in den Systemänderungen und in der Prozessdokumentation enthalten ist. Eine TBOM enthält eine Liste aller Objekte, die an einer bestimmten ausführbaren Einheit beteiligt sind. Diese Objekte umfassen Elemente der Benutzeroberfläche, des Modul-Pools, der Funktionsbausteine sowie der Tabellen. Die Objekte sind wiederum einer TBOM-Erweiterung zugeordnet.

In einem SAP-System unterscheidet man zwischen drei Arten von TBOM-Erweiterungen. Sie können– absteigend sortiert nach Genauigkeit – dynamisch, semidynamisch oder statisch generiert werden.

  • Dynamische TBOMs: Dynamische TBOMs sind die genaueste der drei TBOM-Arten, lassen sich allerdings nicht automatisch generieren. Sie können beispielsweise für geschäftskritische Transaktionen eingesetzt werden.
  • Semidynamische TBOMs: Semidynamische TBOMs werden per Massenvorgang generiert und sind präziser als statische TBOMs. Nur tatsächlich verwendete Objekte sind in der TBOM vorhanden.
  • Statische TBOMs: Statische TBOMs sind am ungenauesten. Bei der statischen TBOM-Massengenerierung prüft das System, welche Objekte an der ausführbaren Einheit beteiligt sind, was keine Berechtigungen erfordert. Da keine dynamischen Aufrufe und generierten Objekte festgestellt werden, finden sie auch keinen Eingang in die TBOM.

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