Chamäleon der schlanken Desktops Thin Clients und ihre Rolle im SMB-Umfeld
Thin Clients stellen, als schlanke Desktops, das Pendant zum Fat Client dar. Die Rechenleistung wird dabei auf zentrale Server verlagert. Davon profitieren können Großunternehmen und der Mittelstand gleichermaßen. Die Umsetzung allerdings ist unterschiedlich.
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Thin Clients verhelfen zu einer einfachen Client-Infrastruktur. Diese basiert im Wesentlichen auf zwei Säulen: der Zentralisierung der Verwaltungsfunktionen und der Ausführung der Applikationen auf Servern. Diese beiden Aspekte sind der Garant für einen einfachen Betrieb der IT für die Benutzer. Anstatt jedem Anwender einen vollständigen PC (Fat Client) mit allen seinen Besonderheiten bereitzustellen, zentralisiert man die Aufgaben beim Thin Client-Computing im Rechenzentrum.
Unterstützt durch die Techniken der Virtualisierung und der remote Installation und Konfiguration des Thin Clients lassen sich dabei auch die Verwaltungskosten senken. Dies gilt beispielsweise vor allem dann, wenn für eine Vielzahl von Anwendern die gleiche Umgebung zu verwenden ist.
Diese Prinzipien beziehen sich im Kern für jegliche Form der Zentralsierung von Benutzerarbeitsplätzen: Sie gelten als Grundlage für die Desktopvirtualisierung, das Server Based Computing oder der Applikationsvirtualisierung gleichermaßen.
Kostenreduktion durch Menge
Das Prinzip der Aufwands- und Kostenreduzierung durch Massenproduktion stellt die Grundlage jeglicher industrieller Fertigung dar. Warum sollte man es nicht für die IT anwenden? Wie bei jeder Massenfertigung muss auch bei der Bereitstellung von standardisierten Desktops dieser so ausgelegt sein, dass er für den Großteil der Nutzer bestmöglich passt. Dazu ist ein passender Prototyp zu erstellen, der die Bedürfnisse der Anwender am besten abdeckt und all die dazu notwendigen Einstellungen, Applikationen und Konfigurationen enthält. Die Erstellung und Pflege von Prototypen aber ist immer eine aufwändige und damit kostenträchtige Angelegenheit.
Auf die konkreten IT-Anforderungen gemünzt besteht ein Rechner-Prototyp, der als Grundlage für virtuelle Desktops herangezogen wird, aus den Images der Rechner, den Techniken zu deren Verteilung, den Prozessen zur Installation von Software, Patches, Updates und Applikationen, der Integration in die Verwaltungstools und weiteren ähnlichen Aufgaben.
Auch virtuelle Desktops brauchen Planung
All diese Arbeiten erfordern Zeit zur Abstimmung mit den Fachbereichen, der Erstellung der Scripts und Deployment-Logiken und der Umsetzung all dieser Einzelmaßnahmen. Es lohnt umso mehr, je grösser der Nutzerkreis ist, wie das folgende Szenario zeigt. An den Arbeitsplätzen der Buchhaltung werden i.d.R. Buchungsprogramme, SAP oder eine DATEV-Anbindung benötigt. Falls es sich dabei um Hunderte von Arbeitsplätzen handelt, so macht ein Prototyp mit virtualisierten Desktop durchaus Sinn. Besteht aber die Buchhaltung nur aus 2 Personen, so werden die Vorbereitungen für den Aufbau eines virtualisierten Desktops in keinem Verhältnis zu dessen mengenmäßigen Nutzen stehen. Das heißt: die Desktop Virtualisierung rechnet sich umso mehr, je grösser die Anzahl der gleichartigen Benutzerarbeitsplätze ist. Insbesondere im Mittelstand aber fällt diese Mengenbonus weg. Hier macht es oftmals mehr Sinn, die Geräte auch in Zukunft individuell zu verwalten. Heißt das dann aber, dass in all diesen Szenarien der Fat PC die alleinige Desktopvariante ist? Nicht unbedingt.
Um dennoch die Verwaltung der Geräte zu vereinfachen bieten sich gerade im kleinen und mittleren Umfeld Terminal Dienste mit Thin Clients an. Diese sind, verglichen mit den Vorbereitungen für die Desktop Virtualisierung, einfacher aufzusetzen und sorgen trotzdem für eine effiziente Verwaltung.
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