Mit Synthetic Monitoring können Entwickler und Administratoren mit einem gemeinsamen Werkzeug geschäftskritische User Journeys testen und überwachen ‒ um Störfälle proaktiv zu beheben sowie Zeit und Aufwand einzusparen.
Beim Synthetic Monitoring simuliert ein Software-Bot das Nutzerverhalten unter realen Bedingungen.
Entwickler und Admins arbeiten häufig mit getrennten Werkzeugen, um das gleiche Ziel zu erreichen: eine hohe Servicequalität und User Experience sicherstellen. So testen Entwicklungsteams ihre Anwendungen bis zum Überführen in die Produktion mit speziellen CI/CD-Tools. Das Überwachen der Anwendung mit einer Monitoring-Software im laufenden Betrieb obliegt dem Operations-Team.
Das Vorgehen verursacht zusätzlichen Aufwand und blinde Flecken, die eigentlich vermeidbar wären. Der Einsatz verschiedener Werkzeuge für die Qualitätssicherung kostet nämlich nicht nur Zeit und erhöht die Betriebsausgaben. Insbesondere ist es nicht gewährleistet, dass tatsächlich die relevanten Daten gesammelt werden, um Probleme bezüglich Performance, Verfügbarkeit und Funktionalität frühzeitig erkennen und beheben zu können. Dies ist aber nötig, wenn man vermeiden möchte, dass das Nutzererlebnis beeinträchtigt wird und zu einer Flut von Service-Anfragen oder gar zu kostspieligen Ausfällen führt.
Einseitige Sicht als Hindernis
Erfahrungsgemäß lässt sich durch das Testen und das Monitoring einzelner technischer Komponenten aus IT-Sicht nicht ausschließen, dass aus Nutzersicht dennoch etwas fehlerhaft läuft. So können beispielsweise Netzwerk, Datenbanken, Applikations- und Webserver reibungslos funktionieren und die Anwender trotzdem schlechte Erfahrungen machen, etwa durch lange Lade- und Antwortzeiten, Programmabstürze, veraltete Daten oder fehlerhafte Funktionen.
Die üblichen Test- und Monitoring-Tools erweisen sich hier als zu kurzsichtig. Sie reichen nur bis zur Anwendungsschicht im IT-Stack (Layer 7 im OSI-Modell). Außen vor bleibt, wie die einzelnen Komponenten sich über die gesamte IT-Service-Lieferkette verhalten und aus der Nutzerperspektive zusammenspielen.
Der Name Anwendungsschicht verleitet zwar zur Annahme, dass genau dort die Anwendungen liegen, mit denen die Nutzer arbeiten. Tatsächlich ist sie lediglich die Ein- und Ausgabeschnittstelle zu den Anwendungen. Alles, was oberhalb dieser Schicht passiert, also die Interaktionen der Nutzer mit der IT, ist eine Blackbox.
Teams im IT-Service-Management und Operations wissen davon ein Lied zu singen: Der Online-Shop, der in der Staging-Umgebung als fehlerfrei getestet wurde, verursacht im Produktivbetrieb Probleme. Die Seiten bauen sich nur verzögert auf. Nutzerbeschwerden und Support-Tickets häufen sich. Gerade in vielschichtigen Architekturen lässt sich nur schwer erkennen, wo die eigentliche Ursache liegt: in der Applikation, in der IT-Infrastruktur oder beim Endanwender?
Synthetic Monitoring: Applikationen durch die Nutzerbrille testen und überwachen
Mit Synthetic Monitoring lässt sich die Nutzererfahrung sichtbar machen. Dabei handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz, der das Testen und Überwachen von geschäftskritischen User Journeys ermöglicht. Ein Software-Roboter simuliert hierzu Benutzerinteraktionen mit der Anwendung über frei definierbare „Klickpfade”, um die Verfügbarkeit, Performance und Funktionalität zu überwachen.
Der Bot prüft Transaktionsabfolgen von unterschiedlichen Standorten und Endgeräten aus und gleicht die erfassten Leistungsdaten mit den hinterlegten Service-Level-Indikatoren (SLI) ab. Kleinste Leistungsabfälle bei den überwachten Anwendungen werden registriert, um Probleme proaktiv zu identifizieren.
Anders als das Real User Monitoring, ist Synthetic Monitoring nicht auf reale Endanwender angewiesen. Durch die Simulation des Nutzerverhaltens unter realen Bedingungen können Probleme erkannt und gelöst werden, bevor die Applikation in die Produktion geht. Böse Überraschungen, die sich negativ auf die Kundenzufriedenheit und den Geschäftsbetrieb auswirken, lassen sich dadurch vermeiden.
Ein weiterer Vorteil ist, dass es für Synthetic Monitoring mittlerweile Tools gibt, die zum Testen und Überwachen für Entwickler und Administratoren konzipiert sind ‒ wie etwa Checkmk Synthetic Monitoring. Denn angesichts immer kürzerer Release-Zyklen und der steigenden Komplexität moderner IT-Architekturen wandert nicht nur das Testen von Software-Builds, sondern auch das Monitoring weiter nach links im Software-Entwicklungszyklus. Vor allem DevOps-Teams gehen dazu über, Anwendungen bereits in der Staging-Umgebung zu überwachen.
Stand: 08.12.2025
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Geschäftskritische User Journeys einfach und schnell absichern
Entwicklung und Operations verfügen mit Synthetic Monitoring über ein gemeinsames Werkzeug, um die Funktionalität, Performance und Verfügbarkeit von Applikationen ganzheitlich zu testen und zu überwachen. Die durchgängige Sichtbarkeit der Nutzererfahrung von der Entwicklung bis zum Betrieb der Applikation, integriert in einer Monitoring-Plattform, sorgt für Zeit- und Kostenvorteile. Zusätzlich verschafft es den entscheidenden Vorsprung, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben, damit geschäftskritische User Journeys von Kunden einwandfrei funktionieren.
Low-Code-Lösung für Entwicklung und Operations
Checkmk Synthetic Monitoring nutzt mit dem Python-basierten Robot Framework ein etabliertes Open-Source-Framework für die robotergestützte Testautomatisierung. Es lässt sich auf andere Programmiersprachen wie Java oder .NET ausweiten. Zum Aufsetzen automatisierter Tests ist das Verwenden gängiger Tools wie Selenium, Playwright, UI-Monitoring per Bilderkennung und/oder OS-API, REST-APIs möglich. Teams aus Entwicklung und Operations können End-to-End-Tests für unterschiedliche Anwendungsfälle anlegen, etwa für Transaktionsschritte in einem Online-Shop oder die Ladezeit von Dokumenten in Legacy-Systemen. Es lassen sich sowohl Desktop-Anwendungen als auch interne und externe Webapplikationen überwachen.
Der Keyword-Driven-Ansatz sorgt zudem für einen wartungsfreundlichen Testcode, der keine tiefen Programmierkenntnisse erfordert. Über eine Python-API kann die Entwicklung beispielsweise eigene Keywords schreiben. DevOps-Teams bzw. Administratoren können die in Keywords gekapselten Tests aus der Entwicklung für das Monitoring wiederverwenden, modifizieren oder selbst Keyword-basierte Tests aufsetzen. Die Testergebnisse sind einfach lesbar und die Visualisierung der User Journeys erfolgt durch Step-by-Step-Screenshots.
* Über den Autor Simon Meggle ist Produktmanager für Synthetic Monitoring bei der Checkmk GmbH sowie Gründer und Geschäftsführer der auf Automation und IT-Monitoring spezialisierten Consulting-Firma ELABIT GmbH.