US-Justizministerium will Milliardenfusion verhindern Steht die HPE-Übernahme von Juniper Networks vor dem Aus?

Von Berk Kutsal 3 min Lesedauer

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Die Übernahme von Juniper Networks durch Hewlett Packard Enterprise (HPE) für 14 Milliarden Dollar scheint doch nicht perfekt und wird vom US-Justizministerium blockiert. Während HPE und Juniper die Fusion als strategisch und innovativ bewerten, befürchtet das US-Justizministerium eine Wettbewerbsverzerrung. HPE zeigt sich kämpferisch und will gegen die Entscheidung vorgehen.

Hewlett Packard Enterprise (HPE) plant die milliardenschwere Übernahme von Juniper Networks – doch das US-Justizministerium stellt sich quer.(Bild:  HPE)
Hewlett Packard Enterprise (HPE) plant die milliardenschwere Übernahme von Juniper Networks – doch das US-Justizministerium stellt sich quer.
(Bild: HPE)

Das US-Justizministerium hat eine Klage eingereicht, um die Übernahme von Juniper Networks durch Hewlett Packard Enterprise (HPE) zu verhindern. Die Behörde begründet dies mit möglichen negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb im Netzwerkmarkt. Laut US-Justizministerium könnte die Fusion eine marktbeherrschende Stellung von HPE im Bereich KI-gesteuerter Netzwerklösungen und Cloud-Infrastrukturen begünstigen. Auch Preissteigerungen und Innovationshemmnisse sind laut Ministerium nicht auszuschließen.

Ein weiterer Kritikpunkt des Justizministeriums ist die Vormachtstellung von HPE im Bereich drahtloser Netzwerktechnologien. Durch die Übernahme von Juniper könnte HPE seine Marktposition im WLAN-Segment erheblich ausbauen, was laut Ministerium den Wettbewerb in diesem Bereich stark beeinträchtigen könnte.

Insbesondere im Geschäftskundensektor könnte die Fusion die Auswahlmöglichkeiten für Unternehmen einschränken und anderen Anbietern den Markteintritt erschweren. Kritiker warnen zudem davor, dass HPE durch die Integration der WLAN-Technologien von Juniper eine dominante Stellung in der Verwaltung drahtloser Netzwerke erlangen könnte.

HPE und Juniper Networks widersprechen dieser Einschätzung. In einer gemeinsamen Stellungnahme heißt es: „Wir glauben fest daran, dass diese Kombination unseren Kunden erhebliche Vorteile bringen wird und der Wettbewerb in der Branche weiterhin stark bleibt.“ Beide Unternehmen argumentieren, dass die Übernahme dazu beitragen werde, innovative Technologien voranzutreiben und ein umfassenderes Portfolio an Netzwerklösungen bereitzustellen.

Strategische Bedeutung der Übernahme

Die Akquisition von Juniper Networks ist für HPE ein bedeutender Schritt, um seine Position im Netzwerkgeschäft auszubauen. Das Unternehmen plant, insbesondere die „Mist AI“-Technik von Juniper zu profitieren.

Diese soll laut HPE eine effizientere Netzwerkverwaltung ermöglichen und die Automatisierung im Bereich Cloud und Edge Computing verbessern. Zudem soll das Netzwerkportfolio um Hochleistungs-Switches und Sicherheitslösungen ergänzt werden.

HPE erwartet durch die Übernahme eine Verdopplung seines Netzwerkgeschäfts. Die Europäische Kommission hatte die Fusion bereits ohne Auflagen genehmigt. Auch Investoren wurden frühzeitig in die Finanzierung der Transaktion eingebunden, etwa durch die Ausgabe von Pflichtwandelanleihen im Wert von 1,35 Milliarden Dollar.

Neben den strategischen und finanziellen Aspekten spielt auch der geopolitische Hintergrund eine Rolle. Die US-Regierung hat in den vergangenen Jahren ein verstärktes Augenmerk auf die Regulierung von Fusionen und Übernahmen im Technologiesektor gelegt. Große Technikkonzerne stehen zunehmend unter Beobachtung, da sie durch Akquisitionen ihre Marktmacht ausbauen. Vor diesem Hintergrund könnte das US-Justizministerium versuchen, ein Signal zu setzen und strengere Maßstäbe für zukünftige Fusionen zu etablieren.

Technologische Implikationen

Die Übernahme von Juniper Networks würde das HPE-Portfolio im Bereich Software-definierte Netzwerke (SDN) und Netzwerksicherheit erheblich stärken. Juniper ist bekannt für seine Entwicklungen im Bereich KI-gestützter Netzwerkprodukte, die eine zentrale Rolle in modernen Rechenzentrums- und Cloud-Umgebungen spielen. Laut Analysten könnte HPE mit dieser Akquisition besser mit Mitbewerbern wie Cisco und Arista Networks konkurrieren.

Ein weiteres zentrales Element ist die Integration der Cloud-Technologien von Juniper in die bestehende „HPE Greenlake“-Plattform. Diese bietet Unternehmen hybride Cloud-Lösungen, die durch die fortschrittlichen Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen von Juniper erweitert werden könnten. Dies würde HPE einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Markt für Cloud-Services verschaffen.

Zukunft ungewiss

Ob HPE die Übernahme trotz der Klage des US-Justizministerium abschließen kann, bleibt unklar. Das Unternehmen hat angekündigt, sich gegen die Entscheidung juristisch zu wehren.

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Die Konzerne sind überzeugt, dass der Zusammenschluss nicht nur Synergien schafft, sondern auch den Wettbewerb nicht gefährde. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die kartellrechtlichen Auseinandersetzungen entwickeln und ob es zu Nachverhandlungen oder Anpassungen des Deals kommen muss.

Sollte das US-Justizministerium erfolgreich sein, könnte dies auch Auswirkungen auf zukünftige Fusionen in der Branche haben. Eine Blockade dieser Übernahme ließe veilleicht andere Unternehmen bei Akquisitionen ebenfalls vorsichtiger vorgehen. Gleichzeitig bleibt offen, ob HPE alternative Wege finden wird, um sein Netzwerkgeschäft zu erweitern, falls die Fusion endgültig scheitern sollte.

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