Der US-amerikanische Hersteller Spectra Logic erweitert „Netapp Storage Grid“ um „S3“-kompatible Tape Libraries on-premises in Hybrid-Clouds. Er will damit eine sichere, skalierbare und kosteneffektive Lösung für die Langzeitspeicherung von Daten in der Hybrid-Cloud bieten.
„S3“-kompatible On-Prem-Tape-Lösungen zur Langzeitarchivierung versprechen in Hybrid-Cloud-Umgebungen laut Spectra Logic deutliche Kostenvorteile und mehr Nachhaltigkeit.
Das validierte Angebot verwendet die S3-Protokolle von AWS für objektbasierte Tapes, um einen Cold-Storage-Tier on-premises anzubieten, der bis zu 66 Prozent günstiger sei als Speicher in der Public Coud. Damit bilde diese Lösung eine Alternative zu „AWS S3 Glacier“ mit niedrigerem TCO.
Innerhalb der „Glacier“-Speicherklasse soll „Spectra On-Prem Glacier“ besonders in der Klasse „Deep Archive“ gegenüber „AWS S3 Glacier“ viel besser abschneiden.
(Bild: Spectra Logic)
Chris Bukowski, Senior Manager für Product Marketing bei Spectra Logic, schreibt in seinem Blog, dass es einen guten Business-Case für Langzeitspeicher auf Tape gebe: „Wussten Sie, dass mehr als 60 Prozent aller Daten für mehr als ein Jahr quasi im Dornröschenschlaf schlummern? Nach Angaben von Branchenanalysten könnte diese Rate bis 2025 sogar 80 Prozent erreichen.“ (IDC schätzt das Datenvolumen im Jahr 2025 auf 163 Zettabytes.) Wozu also hohe Investitionen für Cloud-Speicher-Abogebühren oder On-Prem-Hardware auf Daten verschwenden, die kaum jemand verwendet?
S3-Kompatibilität
Die neue Kombination aus Netapp und Spectra Logic erzeuge eine objektbasierte Speicherinfrastruktur in der Hybrid-Cloud, die für die Aufbewahrung großer unstrukturierter Datenbestände über ausgedehnte Zeiträume optimiert sei. Mit dieser Technik könnten inaktive „kalte“ Daten, auf die selten oder nie zugegriffen werde, für Backup- oder Archivierungszwecke auf objektbasierte Bandspeicher ausgelagert werden. Das sorge für höhere Skalierbarkeit des Systems, robuste Datensicherheit (die Bänder befinden sich hinter einem Air-Gap) und substantielle Kosteneinsparungen im Vergleich zu Angeboten aus der Public Cloud, beispielsweise AWS S3 Glacier.
„Spectra On-Prem Glacier“ bildet die Verbindungsstelle zwischen „Spectra-Logic“-Bandlaufwerken und „Netapp Storage Grid“, beide mit objektbasiertem Speicher im „S3“-Standard.
(Bild: Spectra Logic)
Es ist daher sicher kein Zufall, dass Spectra On-Prem Glacier vollständig die APIs von Standard-S3 und S3 Glacier, die mittlerweile faktisch der Industriestandard sind, unterstützt. Weil Netapp Storage Grid ebenfalls die S3-Protokolle nutzt, lassen sich Speicherbestände in Spectra On-Prem Glacier nahtlos in entsprechende Netapp-Workflows integrieren.
Datensicherheit
Die Technik erhöhe die Widerstandsfähigkeit gegen Ransomware-Angriffe, weil sie – neben dem Air-Gap – das S3-Merkmal „Object Lock“ unterstütze und so Daten unveränderlich mache, teilt der Anbieter mit. Sie sei mandantenfähig und verschlüssele ihre Daten, wenn diese ruhen oder in Bewegung sind. Zudem minimiere oder eliminiere sie die Egress-Gebühren für den Datenabruf aus der Cloud, die zu unerwartet hohen Kosten führen können.
Spectra Glacier lasse sich mit Cloud Storage Pools (CSP) in Storage Grid und dem Information Lifecycle Management (ILM) integrieren, so dass jedem Nutzer von Storage Grid eine transparente Speicherebene für sicheren Langzeitspeicher on-premises eröffnet werde.
Das Spectra-Angebot lasse sich als Replikationsendpunkt für den Storage-Grid-Service „Cloudmirror“ nutzen, ebenso um jeweils eine geschützte Sicherheitskopie aller Objekte zu erstellen. Diese Replikation von Objekten lasse sich asynchron über mehrere Lokationen und Clouds realisieren.
Disaster Recovery und Retrieval
Wer bereits ein Kunde von Spectra Logic sei, könne Netapp Storage Grid hinter die „Black-Pearl-S3“-Schnittstelle von Spectra platzieren, um umgekehrt seiner vorhandenen Lösung eine lokale zusätzliche Leistungsebene hinzuzufügen.
Spectra Logic bietet drei Lösungen für „Spectra On-Prem Glacier“: Instant Retrieval, Eco und Archive. Letzteres bietet eine Speicherkapazität von 6,45 Exabyte bei einer Kompression von 3:1.
(Bild: Spectra Logic)
Diese biete Datenzugriff binnen Millisekunden (Instant Retrieval), Sekunden (Flexible Retrieval) oder höchstens Minuten (Deep Archive) anstelle von Stunden oder Tagen, wie sie bei Cold-Storage-Cloud-Tiers nicht unüblich seien (siehe: Abbildung 3). Die schnellere Zugriffszeit wirke sich wiederum positiv auf die Zeit bis zur Wiederherstellung von Daten (Disaster Recovery) aus.
Nachhaltig
Ein selten erwähnter, aber zunehmend wichtiger Faktor in der langfristigen Datenspeicherung ist die Nachhaltigkeit, insbesondere der Energieverbrauch. Bänder verbrauchen in Ruhe keinerlei Energie, Speicher-Hardware in der Cloud aber durchaus, besonders für die Kühlung. Dementsprechend niedrig ist der CO2-Fußabdruck bei der Verwendung von Tape-Technologien. Und moderne Bänder speichern Dutzende von Terabyte auf einer Kassette.
Auch im Hinblick auf Governance eröffnen Bänder Perspektiven auf erhöhte Kontrolle über Daten: Die Lösung stärkt mit der Zugangskontrolle die Datensouveränität und steuert die Einstellungen für die Aufbewahrungsfristen von Daten bis ins kleinste Detail. Die bis zu 66 Prozent geringere TCO im Vergleich zur Public Cloud wurde bereits erwähnt.
Stand: 08.12.2025
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On-Prem Glacier ist bereits EU-weit und damit auch in Deutschland verfügbar.