Die EU-Kommission hat in der vergangenen Woche ihre „Quantum Strategy“ vorgestellt, mit der Europa eine führende Rolle im globalen Wettlauf um Quantentechnologien einnehmen soll. Ziel ist der Aufbau einer vollständigen europäischen Wertschöpfungskette – von Forschung über Produktion bis hin zu industrieller Anwendung. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst kommentiert.
Der Branchenverband Bitkom nimmt Stellung zum Quantum-Strategiepapier der EU-Kommission und veranstaltet in Berlin einen Quntum Summit.
(Bild: noah9000 - stock.adobe.com / KI-generiert)
„Europa ist ein Kontinent der Quanten“, so beginnt das Strategiepapier„Quantum Europe Strategy: Quantum Europe in a Changing World“ der EU-Kommission, gerichtet an das EU-Parlament und den EU-Rat, vorgelegt in der vergangenen Woche. „Von legendären Vorläufern wie Max Planck, Albert Einstein, Niels Bohr und Erwin Schrödinger bis hin zu heutigen Pionieren und Nobelpreisträgern wie Theodor Haensch, Albert Fert, Serge Haroche, Anton Zeilinger, Alain Aspect und Anne L'Huillier war Europa schon immer der Ort der Quantenwissenschaft.“
Ja, es ist recht an europäische Denkleistung zu erinnern - in einem Europa, das in der IT-Technik so abhängig von den USA und TSMC ist. Selbstbewusstsein tut Not.
Und ja, die Fortschritte in der Quantenwissenschaft gehören zu den umwälzendsten Entwicklungen in der Technologiegeschichte dar. Der so genannte Draghi-Bericht bezeichnet die Quantenforschung als "die nächste bahnbrechende Innovation im Bereich der Datenverarbeitung, die der EU neue Möglichkeiten für ihre industrielle Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität" eröffnen könnte.
Und nein: Es ist noch nicht entschieden, wer die Nase letztlich vorne hat und wer hinterher schlappt; auch wenn Google, Microsoft, AWS &Co. große Fortschritte vermelden. Klappern gehört zum Handwerk.
Aber: Trotz ihrer bemerkenswerten Fortschritte in der Quantentechnologie hinkt die EU derzeit hinterher, wenn es darum geht, ihre Innovationsfähigkeiten und ihr künftiges Potenzial in reale Marktchancen umzusetzen, während sie gleichzeitig mit einer Fragmentierung der Strategien und Fahrpläne in den Mitgliedstaaten zu kämpfen hat. Die Quantenstrategie, die die Europäische Kommission nun verabschiedet hat, um Europa bis 2030 weltweit als Vorreiter im Quantenbereich zu positionieren.
Zusammenfassung der Maßnahmen einer Strategie 'Quantum Europe' von der EU-Kommission
(Bild: EU-Kommission)
Sie zielt darauf ab, Europa zu einem Quantenkraftwerk zu machen, indem ein widerstandsfähiges, souveränes Quantenökosystem gefördert wird, das das Wachstum von Start-ups fördert und bahnbrechende Wissenschaft in marktreife Anwendungen umwandelt und gleichzeitig seine wissenschaftliche Führungsrolle beibehält. Sie konzentriert sich auf 23 Seiten auf fünf miteinander verbundene Bereiche:
Forschung und Innovation: Angeraten wird die Konsolidierung der Exzellenz in ganz Europa, um in der Quantenwissenschaft und ihrem industriellen Wandel führend zu sein
Quanteninfrastrukturen: Sie empfiehlt die Entwicklung skalierbarer, koordinierter Infrastruktur-Hubs zur Unterstützung von Produktion, Design und Anwendungsentwicklung
Stärkung des Quantenökosystems: durch Investitionen in Start-ups und Scaleups, Sicherung der Lieferketten und Industrialisierung von Quantentechnologien
Weltraum- und Dual-Use-Quantentechnologien In Bezug auf Sicherheit und Verteidigung rät sie zur Integration sicherer, souveräner Quantenkapazitäten in die Weltraum-, Sicherheits- und Verteidigungsstrategien Europas
Quantenkompetenzen: Schließlich empfiehlt sie den Aufbau vielfältiger Arbeitskräfte von Weltrang durch koordinierte allgemeine und berufliche Bildung und Mobilität von Talenten in der gesamten EU.
Stellungnahme aus dem Branchenverband Bitkom
Doch wie schwer es den EU-Mitgliedsstaaten fällt, europäisch zu handeln, macht auch der Kommentar von Bitkom-Präsident Wintergerst deutlich. Er muss betonen: „Mit der heute vorgestellten Quantum Strategy stellt die EU-Kommission die richtigen Weichen dafür, dass Deutschland und Europa künftig sowohl führende Anwender als auch wettbewerbsfähige Anbieter dieser neuen Technologie werden – und so mehr digitale Souveränität gewinnen.“
Je weniger Realität - ein gemeinsames KI-Konzept alleine für Deutschland scheitert bereits - desto deutlicher fallen die Applle aus: „Wir dürfen uns bei der Quantentechnologie innerhalb der EU nicht fragmentieren, sondern müssen auf gut abgestimmte Programme und eine enge Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten setzen.“
Wenn europäische digitale Souveränität gewollt sei, dann brauche es „echte europäische Zusammenarbeit“, so Wintergerst. „Anders als in der Vergangenheit kann es bei Quantentechnologien gelingen, Europas wissenschaftliche Führungsrolle frühzeitig in eine wettbewerbsfähige Industrie zu überführen.“
Stand: 08.12.2025
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Der Quantum Summit 2025
Der „Bitkom Quantum Summit 2025“ finde am 16. und 17. September 2025 live im BCC Berlin statt. Er ist Teil einer Doppelkonferenz. Der zweite Teil, der „AI & Data Summit 2025“, findet parallel statt.
Die Veranstaltung bringt, laut Bitkom, wichtige Entscheidungsträger aus Industrie und Politik sowie Forschungsexperten zusammen und bietet eine Plattform für den Austausch von Erkenntnissen über die Entwicklung des Quantencomputers und über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg sowie die Auswirkungen auf verschiedene Sektoren. Besucher sollen sich mit Experten, Entscheidungsträgern und Innovationsführern aus Industrie, Politik und Wissenschaft austauschen können.
Das Programm wartet neben der Möglichkeit zum Networking mit mit einem Mix aus interaktiven Workshops sowie einer Expo auf.
Notwendig dafür seien unter anderem ein einfacher Zugang zu Infrastruktur und der Staat als Ankerkunde für Quantentechnologie. „Europa braucht nach der heute vorgestellten Strategie rasch einen 'Quantum Act', der die Ankündigungen mit konkreten Maßnahmen und einem starken Finanzierungsrahmen hinterlegt und langfristig verankert, um Planungssicherheit zu schaffen“, schließt Wintergerst.
Angesichts des steten Schielens auf die Erfolge von US- und chinesischen Tech-Konzerne von Unternehmen und Politikern braucht es wohl auch eine Änderung des Blickwinkels europäischer Anwender auf die Innovations- und Durchsetzungskraft europäischer Forschung, Entwicklung und der Umsetzung in Technik und Mut zur gepedigten Kooperation.