VMware will die Erreichbarkeit von vCenter-Installationen erhöhen „Server Heartbeat“ macht virtuelle Server hochverfügbar

Autor / Redakteur: Peter Hempel / Florian Karlstetter

VMware-Administratoren, die sich um die Erreichbarkeit ihrer VMware vCenter Server sorgen, können aufatmen. Noch in diesem Monat will der Virtualisierungsspezialist das vCenter-Portfolio um Server Heartbeat ergänzen: die Lösung soll den Management-Server vor den meisten Katastrophen bewahren.

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David Friedlander, Senior-Produktmarketingmanager von VMware, hat bestätigt, dass der Virtualisierungsspezialist auf der VMworld Europe in Cannes „ServerHeartbeat“ vorstellen wird. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für Mitte März avisiert.

Rund 90 Prozent aller VMware-Kunden – praktisch alle mittelgroßen und großen Unternehmen – nutzen das Produkt vCenter. Dieses Verwaltungstool ist zwar nicht zwingend notwendig für die Virtualisierung an sich, allerdings stellt sehr wahrscheinlich die gesamte Infrastruktur ihren Dienst ein, sollte das vCenter einmal ausfallen. Denn Livemigration (vMotion), Load Balancing (DRS), Lizenz- und Performance Management werden vom vCenter geregelt.

Rein architektonisch betrachtet löst Server Heartbeat diese „Single Point of Failure“-Situation, in dem sie inaktive Klone des vCenter-Servers über die gesamte physikalische und virtuelle Infrastruktur verteilt. Neben der physikalischen Infrastruktur überwacht Server Heartbeat auch die Integrität der aktuell genutzten vCenter-Instanz, der Back-End-Datenbank und des zugrundeliegenden Betriebssystems.

Im Falle eines Ausfalls übernimmt einer der passiven Nodes die Verwaltungsfunktionen. Vollständig unterbrechungsfrei ist dies aber nicht möglich, der vCenter-Dienst muss neu starten. Dieser Failover-Service kann allerdings auch per WAN-Verbindung auf eine Remote-Site umschalten.

Macht VMware sich selbst Konkurrenz?

Das mag ähnlich klingen wie die Funktionsweise von VMware HA. Allerdings könnte diese Lösung vCenter nur dann auf einen Failover-Knoten spiegeln, wenn sie als virtuelle Instanz in der Infrastruktur betrieben wird. Außerdem wurde bei der High-Availability-Lösung nicht das Hauptaugenmerk auf das vCenter gelegt, so Friedlander. Auch beim experimentellen VMware Fault Tolerant (FT) wird nicht explizit auf einzelne Anwendungen geachtet: Wenn vCenter irgendwie im Betrieb unterbrochen würde, dann fällt das Verwaltungstool auf allen verbundenen Servern parallel aus – FT würde den Fehler auf alle Remote-Maschinen spiegeln.

Friedlander verglich Server Heartbeat in einer Telefonkonferenz mit Produkten von Drittanbietern, die denselben Aufgabenbereich haben. Namentlich nannte er Microsoft Cluster Service (MSCS), Symantec Veritas Cluster Server, Neverfail for VMware vCenter und Steeleye Protection Suite for VMware Infrastructure 3. MSCS sei schwieriger zu konfigurieren und zudem von bestimmter Hardware abhängig. Die anderen Produkte seien vor allem eines: teurer.

Allerdings sei auch Server Heartbeat keine hundertprozentige Eigenentwicklung von VMware, so Friedlander weiter. Auf der VMworld wolle er den konkreten Namen des Produktes nennen, auf dem die neue Software basiert. Spekulationen behaupten, dass Ähnlichkeiten auf Neverfails Produkte als Grundlage hinweisen.

Bislang sichert Server Heartbeat nur den Betrieb von vCenter in einer Windows-Umgebung mit MS-SQL als Backend-Datenbank. Momentan werden Linux- und Oracle-DBs noch nicht unterstützt. Das angekündigte Release unterstützt vCenter 2.5 und die kommende Version. Der Listenpreis beträgt rund 10.000 US-Dollar pro existierender vCenter-Lizenz und wird eigenständig oder gebündelt mit einer entsprechenden vCenter-Lizenz für 13.000 Euro angeboten.

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