Ab 2026 müssen auch mittelständische Unternehmen in einem Reporting ihren CO2-Ausstoß nachweisen. Auf dem „Sustainability Day“haben SAP und Partner Cpro Industry Solutions über die kommenden Regularien und das Lösungsportfolio der SAP bereichtet.
Die ersten Anwendungen für ein ESG-Reporting knospen; allerdings sind die einzelnen Fuktionen selbst im Produktsprektrum eines Herstellers, in diesem Fall SAP, noch verstreut und nicht voll erblüht.
Startschuss: „Die hohe Anzahl von Teilnehmern bei unserem Sustainability Day zeigt das große Interesse der Unternehmen am nachhaltigen Wirtschaften“, sagt Martin Meuser, der im Vertrieb des SAP-Partners Cpro Industry Projects & Solutions GmbH für die Neukundengewinnung zuständig ist. „Viele Unternehmen erarbeiten gerade einen Plan, wie sie dorthin kommen, haben aber ihren konkreten Weg noch nicht gefunden.“
Zum Sustainability Day haben sich etwa 70 Interessenten in der Klima Arena Sinsheim eingefunden. Cpro Industry und SAP stellen dort die kommenden Umweltregularien vor, die Unternehmen bald einhalten müssen und die Lösungen von SAP, mit denen sie das geforderte CO2-Reporting liefern können.
„Die Diskussionen mit Kunden drehen sich häufig zunächst um die Gesetze und Regularien“, berichtet Daniel Höhr, Sustainability Advisor bei SAP. „Sehr bald merken wir allerdings, dass Unternehmen darüber hinaus neue Verantwortlichkeiten wie einen Nachhaltigkeitsbeauftragten einrichten und auch im Finanzbereich Strategien für ein nachhaltiges Wirtschaften entwickeln.“
Ab 2026 wird das CO2- und ESG-Reporting verpflichtend
Welche gesetzlichen Regularien auf die Unternehmen demnächst zukommen, beschreibt Tara Mohr, Junior Consultant bei Cpro Industry. An aller erster Stelle zu nennen ist hier das so genannte ESG-Reporting (Environmental, Social, Governance). Betriebe müssen in einem jährlichen Bericht nachweisen, dass sie die geforderten Kriterien und Rahmenbedingungen für Umwelt, Nachhaltigkeit und Sozialfragen erfüllen.
Aktuell ist dieses Reporting noch keine allgemeine Vorschrift. Ab 2025 jedoch sind große Betriebe mit mehr als 2.500 Mitarbeitern, über 40 Millionen Euro Jahresumsatz oder mehr als 20 Millionen Euro Bilanzsumme sowie kapitalmarktorientierte Unternehmen dazu verpflichtet. Ab 2026 gilt diese Pflicht auch für kapitalmarktorientierte Klein- und Mittelbetriebe mit mehr als zehn Mitarbeitern, einem Jahresumsatz von 700.000 Euro oder mehr als 350,000 Euro Bilanzsumme.
„Die Zeit, bis diese Regularien in Kraft treten, ist nicht mehr sehr lang“, erläutert Mohr. „Unternehmen sollten sich daher frühzeitig auf dieses Reporting vorbereiten, damit sie ihre Maßnahmen in Ruhe planen können.“
Der DataCenter-Diaries-Podcast #33 „Daniel Höhr von SAP: Diese Module erlauben ein Nachhaltigkeits-Management“ Ab 2026 müssen auch mittelständische Unternehmen in einem Reporting ihren Kohlenstoffdioxid-Ausstoß nachweisen. Daniel Höhr, Sutainability Advisor der SAP, berichtet im Podcast mit Jürgen Frisch über das Modulportfolio des ERP-Herstellers in Sachen Nachhaltigkeit.
Drei Cloud-Lösungen der SAP steuern die Umweltbilanz
Für SAP ist der Fokus auf Nachhaltigkeit nicht völlig neu. Bereits auf der Versanstaltung „Sapphire 2020“ hatte CEO Christian Klein in seiner Keynote angekündigt, dass der Konzern Lösungen entwickelt, die den Unternehmen dabei helfen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und ihre CO2-Emissionen zu nachzuhalten. Damals war von einer mehrjährigen Roadmap die Rede. Das heutige Produktportfolio umfasst drei Cloud-Module:
Mit der „SAP Sustainability Footprint-Management“erfassen Unternehmen ihre CO2-Emissionen und berechnen ihren ökologischen Fußabdruck. Dieses Werkzeug integriert Daten aus verschiedenen Bereichen einschließlich „SAP S/4 HANA“ sowie den eigenen Energieverbrauch und den der Lieferanten.
Daneben steht die Komponente „SAP Sustainability Control Tower“. Diese ermöglicht das Reporting, das aufzeigt, inwieweit ein Unternehmen die Vorschriften eingehalten hat. Darüber hinaus können die Unternehmen hier eigene Ziele für Umweltfreundlichkeit definieren, überwachen und gegebenenfalls optimieren.
Die Cloud-Applikation „SAP Sustainability Data Exchange“ stellt eine Verbindung zu den Lieferanten her und sammelt Informationen über die CO2-Emissionen entlang der gesamten Lieferkette.
SAP Sustainability Footprint Management und SAP Sustainabilitry Control Tower sind Cloud-Lösungen, die ihre Daten von SAP S/4HANA, SAP ECC und von den Lösungen von Drittanbietern beziehen. In der Zusammenschau machen Sie den CO2-Ausstoß entlang der Lieferkette transparent.
(Bild: Cpro Industry Projects & Solutions)
Noch in diesem Jahr will SAP die Lösung Green Ledger fertigstellen. Diese führt Kohlenstoffdioxid-Daten und Finanzdaten in der S/4 HANA Cloud zusammen und berechnet die Emissionsdaten über die gesamte Wertschöpfungskette.
Die Cloud-Lösung „Green Token by SAP“ schafft in der Lieferkette Transparenz über schwer rückverfolgbare Rohstoffe. Sie stellt den Materialfluss über einen digitalen Zwilling „Token“ dar und speichert sämtliche Bewegungen der Token unveränderlich in einer Blockchain.
Datenbasiert ökologisch und sozial
Neben dem reinen Reporting der Emissionen sollen die Nachhaltigkeitswerkzeuge von SAP die Unternehmen in die Lage versetzen, ihr Wirtschaftshandeln anhand ökologischer Gesichtspunkte zu optimieren: „Sustainability Footprint Management und der Sustainability Control Tower sammeln Daten aus unterschiedlichen Quellen und verschaffen Unternehmen einen umfassenden Überblick über ihren C02-Fußabdruck“, erläutert Thomas Voglsamer, Junior Consultant bei Cpro Industry. „Anhand dieser Daten können Unternehmen Entscheidungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß vergleichen und gegebenenfalls anpassen. Gleichzeitig identifizieren sie Umweltrisiken entlang ihrer Lieferkette und können Maßnahmen zu deren Minimierung ergreifen.“
Stand: 08.12.2025
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Sämtliche Nachhaltigkeitssoftware von SAP sind ausschließlich als Cloud-Anwendungen verfügbar. Am einfachsten integrieren sich Unternehmen damit, wenn sie SAP S/4 HANA aus der Cloud nutzen. Wer ein Inhouse-System von SAP S/4 HANA betreibt oder noch mit „SAP ECC“ unterwegs ist, der kann sein System über die „Business Technology Platform“ mit dem CO2-Reporting verknüpfen.
Cpro-Industry-Vertriebsmanager Meuser rechnet bei den Nachhaltigkeitslösungen mit einer großen Nachfrage seitens der Unternehmen. Das verspricht gute Geschäfte, hat aber einen Haken: „Angesichts der vielerorts laufenden und bevorstehenden Migration von SAP ECC auf SAP S/4 HANA ist die Manpower bei den SAP.-Systemhäusern bereits heute sehr knapp. Kommen nun Sustainability-Projekte hinzu, verschärft sich der Mangel.“
Green Ledger braucht bislang eine Rise-with-SAP-Lizenz
Unternehmen mit einem Inhouse SAP-System können SAPs Sustainability Tools über die „Business Technology Platform“ anbinden. Bei „Green Ledger“ gibt es allerdings eine: Bisher ist dafür ein „Rise-with-SAP“-Vertrag nötig, wie der DSAG-Vorstandsvorsitzende Jens Hungershausen erläutert:
„Die Anwendungen wie 'Sustainability Footprint Management' und der 'Sustainability Control Tower' sind - vereinfacht gesagt - Datensammler und lassen sich auch mit allen möglichen Quellsystemen verknüpfen, beispielsweise 'SAP ECC', 'SAP R/3', oder 'Microsoft Excel'. Das Green Ledger hingegen soll eine parallele Buchführung und Bilanzierung bieten und sich dafür sehr eng mit den Buchungen im ERP-System verknüpfen. Diese Applikation bietet damit eine eigene Business-Logik - auch wenn das Zielbild noch unklar ist, da das Produkt erst entwickelt wird.“
Mit den Aussagen von Christian Klein auf der Bilanzpressekonferenz im letzten Sommer schließt SAP eine Bereitstellung von Green Ledger für alle S/4 HANA-Kunden außerhalb eines SAP-RISE-Vertrags bislang aus. Die DSAG fordert, dass SAP Green Ledger auf der Business Technology Platform inklusive der Standard-Integration für alle Varianten von SAP S/4 HANA (On-Premises, Private Cloud, Public Cloud) bereitstellt. Verhandlungen mit der SAP laufen derzeit.
„Sofern Green Ledger auf der Business Technology Platform auch für SAP-Kunden ohne Rise-Vertrag nutzbar ist, wäre auch eine Integration mit SAP ECC denkbar“, so Hungershausen. „Diese müssten dann Implementierungspartner oder Unternehmen selbst entwickeln. Sollten Kunden in ihrem S/4 HANA-System Modifikationen vorgenommen haben, also Erweiterungen von Standardtabellen oder eigene Belegarten, sind zusätzliche Aufwendungen nötig, um Green Ledger als Service zu nutzen.“