Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe äußert sich verhalten zum neuen Modell SAP Enterprise Support künftig auch für Bestandskunden Pflicht
SAP weitet das bislang nur für Neukunden verpflichtende „Enterprise“ Service- und Support-Modell ab Januar 2009 auch auf Bestandskunden aus. Damit erhöhen sich die Support-Gebühren ab kommendem Jahr stufenweise von 17 auf 22 Prozent des Lizenzlistenpreises. Die deutschprachige SAP-Anwendergruppe DSAG sieht hier noch Diskussionsbedarf.
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Die Tatsache, dass SAP das neue Enterprise Support-Modell künftig auch auf Bestandskunden ausweitet, sorgt für Gesprächsbedarf zwischen der DSAG und SAP. Während der Walldorfer Softwarekonzern beim neuen Modell nur Vorteile für alle Kunden sieht, befürchtet die DSAG, der Enterprise Support könnte für einen Großteil der mittelständischen Unternehmen überdimensioniert – und auch zu teuer sein.
Mit dem Enterprise Support-Modell sollen Kunden SAP-Angaben zufolge ein „umfassendes Dienstleistungsangebot erhalten, dessen Kosten unter dem Durchschnitt marktüblicher Wartungsgebühren liegen“. Neben kontinuierlichen Qualitätskontrollen erhalten Firmen, die SAP-Produkte einsetzen, Beratung und Hilfe bei der Implementierung von Erweiterungspaketen für SAP ERP sowie Software-Korrekturen sowie eine durchgehende „24x7“-Unterstützung.
Gegenüber dem bislang für mittelständische Unternehmen üblichen Standard Support erhöhen sich bei der Enterprise-Variante allerdings auch die Kosten um fünf Prozent auf insgesamt 22 Prozent des Lizenzlistenpreises. Für Neukunden wurde der Enterprise Support bereits im Februar 2008 eingeführt, für Bestandskunden erhöhen sich die Support-Gebühren stufenweise ab Januar 2009 über einen Zeitraum von vier Jahren von derzeit 17 auf 22 Prozent.
„Niemand nimmt gerne Preissteigerungen in Kauf“, so Prof. Dr. Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe. „Deshalb richtet sich unser Augenmerk darauf, zu identifizieren, inwiefern das im Enterprise Support enthaltene Mehrangebot für Kunden zu einem echten Mehrwert führt und ihre Anforderungen abdeckt.“
Das Entgegenkommen der SAP, die preisliche Anpassung zumindest in mehreren Stufen vorzunehmen, begrüßt die DSAG mit dem Hinweis, dass eine kurzfristige Erhöhung der Wartungskosten in einem Schritt für Anwenderunternehmen unter anderem vor dem Hintergrund bereits erfolgter Budgetplanungen kaum zu leisten gewesen wäre.
Dennoch besteht noch Gesprächsbedarf: So sollen gemeinsame Workshops von SAP und DSAG klären, inwiefern sich das neue Konzept für den Mittelstand eignet. Erste Ergebnisse sollen auf dem in Leipzig stattfindenden DSAG-Jahreskongress im September 2008 erörtert werden.
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