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Das schwimmende I/O-System

Riesige Luxusyacht setzt auf High-Speed-Überwachung

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Durchgängige Ethernet-Struktur an Bord – von der Feld- bis in die Leitebene

Die Automatisierungsstruktur an Bord der Yacht basiert auf einem 1 GBit Ethernet-Ring aus Glasfaser. Vom Ringswitch aus gehen dann 100 Megabit Kupferkabel zu den einzelnen Controllern, so dass eine durchgängige Ethernet-Struktur von der Feld- bis in die Leitebene entsteht.

Da die Wago-Steuerungen (750-881/882) über einen 2-Port-Switch bzw. zwei getrennte Ethernet-Ports verfügen, ist der Aufbau von Linientopologien problemlos möglich. Die zahlreichen Gewerke und Schnittstellen werden in das zentrale MCS eingebunden. Die Controller stellen der Visualisierung auf den Monitoring-Stationen die gesammelten Messdaten und Alarm-Meldungen über einen von Besecke entwickelten OPC-Server zur Verfügung, der sechsmal so schnell arbeitet wie marktübliche Produkte.

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Die Querkommunikation unter den Controllern erfolgt über Modbus/UDP, wobei jedes Gerät sowohl als Master als auch als Slave fungieren kann. Besecke hat ein eigenes Programm entwickelt, das aus einer Excel-Parameterliste automatisch Codesys-Codes erzeugt. Auf diese Weise laufen Alarmierungen über die Controller standardisiert ab und sind weniger fehleranfällig.

„Die Wago-Komponenten sind extrem robust und ausfallsicher“, so Fischer. Die Modularität des I/O-Systems erlaube außerdem leichtes und schnelles Nachrüsten einzelner Module. Das sei wichtig, da sich bei einer Projektlaufzeit von etwa 1,5 Jahren von Auftragseingang bis Ablieferung die Bedürfnisse spontan ändern könnten.

„Aufgrund der Vielzahl an Signalen haben wir uns für die schnellen Ethernet-Controller entschieden, da sie trotz ihrer Kompaktheit eine hohe Rechenleistung aufweisen und über zwei Ethernet-Ports verfügen. Die leistungsfähigen CPUs waren eine wichtige Grundvoraussetzung zur Umsetzung unseres Monitoring-Systems“, sagt Fischer.

Volle Kontrolle von der Brücke bis zum Maschinenraum

Das modulare und feldbusunabhängige Wago-I/O-System eignet sich insbesondere für die Automatisierung im Schiffsbau. Es hat bereits im jahrelangen Dauereinsatz auf verschiedenen Lürssen-Yachten über tausende Seemeilen hinweg seine besondere Eignung für die maritime Anwendung bewiesen.

Entsprechend verfügen die Komponenten über alle notwendigen internationalen Schiffbauzulassungen, darunter GL, LR, DNV, BV, RINA, KR, NK und BSH. Unter diesen Voraussetzungen ist der direkte Betrieb an Verbrennungsmaschinen und Kompressoren ebenso erlaubt wie in Kompassnähe.

Neben den technischen Eigenschaften des Wago-I/O-Systems sind es vor allem die gute Zusammenarbeit und der aktive Austausch, die die beiden Unternehmen seit Jahren zu engen Partnern machen. „Wir stellen fest, dass sich Ethernet in der Automatisierung von Yachten gegen andere Feldbussysteme durchgesetzt hat. Offenen, nicht proprietären Lösungen, wie sie Wago und Besecke gemeinsam anbieten, gehört daher die Zukunft“, befindet Fischer abschließend.

Der Autor:

Jörg Schomacker ist Gebietsverkaufsleiter bei Wago Kontakttechnik.

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