Fujitsu Flexframe for SAP hilft beim Errichten einer Private Cloud

REHAU baute Wolken trotz Finanzkrise

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Der nächste Schritt ist die Auswahl der Komponenten

Im Rahmen des Projekts „Rehau Best Practice“ (RBP) kam nach reiflicher Überlegung die x-64-Plattform von Intel als Hardware-Basis zum Zug. Beim Betriebssystem entschied sich das IT-Team für „Novell Suse Linux“ und als Datenbank-System blieb es bei „IBM DB2“, passend zu Hardware und Betriebssystem in der Version LUW (Linux, Unix, Windows). Zudem sollten sich die Systeme virtualisieren lassen.

Schon beim Neubau des Rechenzentrums 2007 wurde unter anderem Wert gelegt auf eine flexible Rack- und Verkabelungsstrategie, die für die Server-, Speicher-, SAN- und Netz-Komponenten skalierbare Racks vorsah. Damals begann REHAU damit, seine SAP-Landschaft schrittweise auf die Fujitsu-Architektur „Flexframe for SAP“ zu konsolidieren.

Im Zuge des Ausbaus der SAP-Landschaft auf mehr als 100 Instanzen erfolgte der Wechsel von Flexframe for SAP auf die Version 4.2, da sich damit nicht nur die SAP-Anwendungen sondern auch die Server unter VMware virtualisieren lassen. Mittlerweile ist man bei Version 5.0 von Flexframe angekommen.

Die Vorteile der einheitlichen Infrastruktur

Der Vorteil der Lösung besteht unter anderem darin, dass jedes SAP-System in einer eigenen Umgebung läuft und andere Systeme nicht beeinflusst. Für die Datenbank- und SAP-Services können die jeweils am besten geeigneten Server – physikalisch oder virtuell – genutzt werden. Zudem müssen sich Schott und sein Team nur mehr um ein Betriebssystem – Novell Suse Linux – kümmern, das auf allen virtuellen und physikalischen Rechnerknoten zum Einsatz kommt.

Die neuen Server, „Primergy“-Blades mit den „Nehalem“-Prozessoren von Intel, sorgten für einen Leistungsschub um rund 40 Prozent. Zusammen mit der VMware-Virtualisierung erreichte REHAU eine Verdoppelung der Leistung bei geringeren Kosten und muss zudem keine aufwändigen SAP-Sizings mehr vornehmen.

Die neue Plattform erlaubt auch die Einbindung von Nicht-SAP-Instanzen, etwa Web-Server, die auch unter „Windows“ ablaufen können. Die Vorratshaltung für den Ausfall eines Blade-Knoten hält sich dank der Hochverfügbarkeitsarchitektur von Flexframe in engen Grenzen.

900.000 SAPse

Optimiert, oder besser komprimiert, wurde die Datenbank, was zu einer Einsparung von Speicherressourcen (ohne Leistungsverluste) und zu einer Kosteneinsparung von rund 30.000 Euro im Jahr führte. Die derzeitige Installation leistet mit vier Bladecenter, 34 Server-Blades/3 „RX300“ VMware 900.0000 SAPse und verfügt über 50 Terabyte Storage auf „FAS3170“-Speicher (10 Gigabit-Ethernet, gespiegelt).

Stolz ist IT-Chef Schott auch auf den gesunkenen Energiebedarf der neuen IT-Umgebung, die zu einer CO2-Reduzierung von rund 75 Prozent geführt hat. Laut REHAU reduziert sich der CO2-Ausstoß um mehr als 510 Tonnen im Jahr. Und auch beim Aufwand für Administration, Installation und Betreuung wird wirtschaftlich kalkuliert: In einem Projekt kann das bis zu 60 Manntage ausmachen. So konnte trotz der deutlichen Steigerung der Anzahl von SAP-Instanzen die IT-Mannschaft – seit sechs Jahren - konstant gehalten werden.

IT-Service-Center-Chef Schott resümiert und empfiehlt

Mit der neuen Hardware-Plattform auf Basis von Intel-Prozessoren und Blade-Rechnern erzielt Schott „ein sehr optimales Preis-Leistungsverhältnis“, das in der Anschaffung, im Betrieb und auch hinsichtlich der Manpower niedrige Kosten verursacht.

Noch wichtiger ist nach Meinung des Mangers aber, dass die einfache Skalierbarkeit der Systeme einen effizienten und standardisierten Betrieb erlaubt, der äußerst flexibel ist. Bei Erweiterungen steigen die Kosten moderat ohne Sprünge.

Trotz aller Standardisierung empfiehlt Schott, jederzeit aktiv am Umstellungsprozess mitzuarbeiten, denn bei Innovationen funktioniere nicht immer alles nach Wunsch: „Da ergeben sich schon mal Inkompatibilitäten bei den Treibern.“

Mit der neuen IT-Umgebung hat Schott eine private Cloud etabliert, „bevor es den Begriff überhaupt gab“. Davon profitieren auch die Niederlassungen: 40 Prozent aller Standorte kommen bereits ohne eigene Server aus. Neue Büros benötigen nur mehr Anschlüsse für Telefon und Internet, den Rest erledigt das Corporate Service Center IT.

Die Autorin:

Kriemhilde Klippstätter ist Autorin, Coach und Mediatorin in München.

(ID:2052295)