Raspberry Pi-Poster gratis

Raspberry Pi A bis Zero, alle 9 Modelle im Überblick

Seite: 2/4

Firma zum Thema

Industrievariante Raspberry Pi Compute Module

Mehr Funktionen und ein geringerer Stromverbrauch zeichnet die im Juni 2014 präsentierte Industrievariante Raspberry Pi Compute Module aus. Der Raspberry Pi schrumpft von Scheckkartengröße (8,6 cm x 5,4 cm x 1,7cm) auf SODIMM-Format (6,5 cm x 3 cm), das sich allerdings nicht für den Einbau in Notebooks eignet. Das Modul wurde etwa zur Integration in Fertigungsanwendungen entwickelt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 23 Bildern

Das Compute Modul umfasst lediglich die Basiselemente eines Rasp- berry Pis Modell B wie Prozessor (Broadcom-Chip BCM2835 mit 512 MB RAM) und Flash-Speicher. Die SD-Karte wurde durch ein eMMC Flash Device mit 4 Gbyte für das Betriebssystem ersetzt. Das Compute Modul erfordert ein I/O-Board, das die Ausgänge nach Außen führt.

Compute Modul und I/O-Board sind einzeln oder im Bundle als Rasp- berry Pi Compute Development Kit erhältlich.

Das Besondere dieses Duos: Das I/O-Board verfügt über zwei GPIO-Bänke, zwei Display Serial Interface (DSI) und zwei CSI-Kamera-Anschlüsse. Alle Prozessor-I/Os sind über einen 200-poligen Kantensteckverbinder zugänglich. In Verbindung mit dem Compute Modul bietet die Raspberry-Pi-I/O-Platine so eine Vielzahl von Standard-Steckverbindern.

Nachteilig ist, dass das Raspberry Pi Compute Development Kit keinen Ethernet-Anschluss und nur einen USB-2.0-Port bietet.

Details zum Raspberry Pi Compute Development Kit

Raspberry Pi Compute Module

  • SODIMM-Board (6,5cm x 3cm)
  • BCM2835-Chip mit 512MB RAM
  • On-board 4GB eMMC Flash
  • 200-poliger Anschluss

Details zum IO-Board

  • Mehrere GPIO-Interfaces
  • 1 x Micro-USB-Anschluss (Typ B)
  • 1 x USB-Anschluss (Typ A)
  • 2 x CSI-Port für Kamera-Boards
  • 2 x DSI-Port für Display-Boards
  • HDMI-Anschluss

Weiteres

  • Adapter für Kamera und Displays
  • Stromversorgung
  • 4 Jumper-Verbinder

Raspberry Pi B+ und Industrie-Pi A+ mit 40-Pin-Header

Raspberry Pi B+ (Juli 2014) bietet vier statt zwei USB-2.0-Anschlüsse, sowie eine erweiterte 40-Pin-Steckerleiste. Die ersten 26 Pins sind identisch zum Raspberry Pi B und gewährleisten so die Kompatibilität zu vorhandenem Zubehör. Der neu integrierte digitale Signalprozessor (DSP) verbessert die Audio-Qualität.

Durch den Wechsel von Linear- auf Schaltregler verringert sich die Stromaufnahme um 20% bis 30%. Ein microSD-Slot ersetzt den bisherigen Standard-SD-Karten-Slot. Raspberry Pi B+ entspricht jetzt den offiziellen Spezifikation für Erweiterungsplatinen, HATs (Hardware attached on top). Industrieanwender können so Zusatzfunktionen schnell und einfach hinzufügen.

Raspberry Pi A+, abgespeckte 40-Pin-Industrievariante

Raspberry Pi A+ (November 2014) ist eine Neuentwicklung und etwa 1/4 kürzer als die Vorgänger. Raspberry Pi A+ ist die abgespeckte Variante (256 MB; kein Ethernet) des für den industriellen Einsatz konzipierten Raspberry Pi B+. Raspberry Pi A+ bietet wie dieser HAT und eine 40-Pin-Stiftleiste, sowie ein nochmals verbessertes Leistungsmanagement, von dem leistungsintensive USB-Geräte profitieren.

Raspberry Pi 2B, Quadcore und Windows 10 IoT Core

Zwang der betagte Singlecore-Broadcom-Chip BCM2835 mit 256/512-MB-DDR2-SDRAM und 700 MHz Takt bis dato alle Raspberry Pis gerade bei leistungs- und speicherintensiven Aufgaben ins Schneckentempo, hebt nun Raspberry Pi 2 Modell B (Februar 2015) die Plattform auf eine völlig neue Leistungsstufe:

Bis zu sechsfache Leistungssteigerung bei Multithreading-Anwendungen gegenüber dem Vorgänger Raspberry Pi B+ und Windows-Tauglichkeit, das sind die herausragenden Merkmale des Raspberry Pi 2Bs.

Die Basis für diesen Geschwindigkeitsschub legt Broadcoms BCM2836 (ARM Cortex A7) mit 900 Mhz Takt. Desweiteren verdoppelt (vervierfacht) sich beim Raspberry Pi 2B der Arbeitsspeicher: 1 GB LPDDR2-SDRAM statt der bisher üblichen 512 (256) MB LPDDR2-SDRAM sind verfügbar.

Auch Raspberry Pi 2B bietet die abwärtskompatible 40-Pin-Stiftleiste und ist HAT-tauglich. Dank eines erweiterten, intelligenten Energiemanagements lassen sich die vier USB-2.0-Schnittstellen mit bis zu 1,2 A betreiben, so dass jetzt auch ein energieintensiveres Gerät wie eine Festplatte angeschlossen werden kann. Dank der hohen Leistungsreserven und der Schnittstellenvielfakt eignet sich Raspberry Pi 2B auch als Multimedia-PC.

Erster, Windows-tauglicher Raspberry Pi

Der ARMv7-Quadcore-SoC Broadcom BCM2836 mit 900 MHz Takt legt zudem den Grundstein für Windows auf dem Raspberry Pi. Die Vorgänger mit ARMv6-Singlecore-SoC Broadcom BCM2835 waren für Windows ungeeignet.

Ärgerlich ist jedoch der Flaschenhals in puncto Datentransfer, der sich daraus ergibt, dass bei den Raspberry-Pi-Modellen mit zwei USB-Buchsen der I/O-Chip SMSC LAN9512 von Microchip (SMSC wurde 2012 von Microchip übernommen) und bei Modellen mit vier USB-Buchsen der I/O-Chip SMSC LAN9514 zum Einsatz kommt.

Beide kombinieren einen LAN-Controller und einen USB-Hub mit zwei respektive vier Ports in einem Chip. Ein USB-Controller fehlt. Diese Aufgabe übernimmt der BCM2835, beim Raspberry Pi 2B der BCM2836. Er leitet die Daten zum USB-Hub weiter. Für den Datentransfer ist dies eine massive Engstelle, insbesondere dann, wenn mehrere am Rasp- berry Pi angeschlossene USB-Geräte sich einen Hub teilen müssen und zudem über LAN Daten übertragen werden.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:44262822)

Über den Autor

 Margit Kuther

Margit Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.