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Mit Powershell, Veeam und Co. effizient automatisieren

Praxisleitfaden Automatisierung im Rechenzentrum

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Keine Angst vor Automatisierungsprojekten!

Manche Administratoren fürchten, dass Automatisierung gleichbedeutend mit dem Verlust ihres Jobs ist. Das ist falsch. Vielmehr ändert sich der Aufgabenbereich des IT-Fachmanns. Er muss nun die Runbooks entwickeln und Automatisierungsläufe überwachen. Dank der zunehmenden Komplexität und hohen Dynamik von IT-Umgebungen ist dies eine dauerhafte Aufgabe.

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Auch die Furcht vor Scripting ist unangebracht. Die aktuelle Ausgabe von Powershell erleichtert das Erstellen von Scripts. Zudem übernehmen teilweise Automatisierungs-Tools diese Aufgabe. Wichtig ist, dass der ständige Wechsel von Script-Sprachen vermieden wird.

Vielmehr sollten nach der Entscheidung für eine bestimmte Sprache alle Administratoren eine gründliche Schulung erhalten. Zudem dürften beim Einsatz von Automatisierungs-Tools Faktoren wie die Protokollierung, Fehlerhebung und Behandlung von Ausnahmen nicht unter den Tisch fallen.

Ein weiterer wichtigere Aspekt: Automatisierungs-Skripte müssen überwacht werden. Das kann mithilfe von Tools erfolgen oder von Lösungen wie System Center 2012 Operations Manager für Orchestrator. Wer das nicht tut, weiß letztlich nicht, ob Workflows wie vorgesehen ausgeführt werden.

Best Practices verwenden

Damit der Start eines Automatisierungs-Projekts gelingt, empfiehlt es sich, folgende bewährte Verfahren (Best Practices) zu berücksichtigen:

  • Namenskonventionen festlegen: Vor dem Erstellen von Scripts oder Runbooks muss eine einheitliche Nomenklatur erarbeitet werden. Sie sollte nicht für die Inhalte von Skripten und die Benennung von Runbooks und Skripten gelten. Auch eine systematische Bezeichnung von Ordnern in System Center Orchestrator ist hilfreich.
  • Aktivitäten in System Center Orchestrator umbenennen: Workflows mit einfachen, leicht verständlichen Bezeichnungen sind für jedermann nachvollziehbar.
  • Fehlerbehandlung integrieren: Automatisierung heißt nicht, dass keine Fehler mehr auftreten. Daher sind Maßnahmen für die Behandlung von Fehlern und Warnmeldungen unverzichtbar. Fehlermeldungen und Warnungen werden am besten mit einem Störungs-Management-System verbunden, etwa dem System Center 2013 Service Manager, zudem mit einem Event Viewer. Dadurch erhält der Administrator alle Informationen zu einem fehlerhaften Workflow.
  • Farben verwenden: Mithilfe von Farben lassen sich Workflows besser definieren. Grün eignet sich beispielsweise für Aktivitäten, die erfolgreich abgeschlossen wurden, Orange für solche, bei denen Warnungen auftraten und Rot für fehlgeschlagene Aktivitäten (siehe: Abbildung 5)
  • Verknüpfungen benennen: Um die Lesbarkeit zu verbessern, können Verknüpfungen zwischen einzelnen Aktivitäten mit Bezeichnungen versehen werden.
  • Logik berücksichtigen: Ausgangsinformationen eines voran gegangenen Workflow-Segments sollten auch bei nachfolgenden Segmenten verwendet werden. Dies sorgt dafür, dass die folgende Aktivität ordnungsgemäß durchgeführt wird.
  • Klein anfangen: Besser ist, mit mehreren einfachen Runbooks zu starten und diese zu verknüpfen, statt ein komplexes Runbook zu erstellen. Das verringert die Gefahr, dass das "dicke" Runbook später nicht mehr lesbar oder editierbar ist. Ein weiterer Vorteil: Kleine Runbooks lassen sich auch in anderen Workflows verwenden.
  • Keinen Müll automatisieren: Vor dem Automatisieren manuelle Workflows überprüfen, Fehler beheben und sie "entschlacken". Denn ein schlechter Workflow wird nicht besser, wenn man ihn automatisiert.

Die Einsatzszenarien

Zu den Bereichen, in denen sich Automatisierung nutzbringend einsetzen lässt, zählen viele der „normalen“ administrativen Aufgaben. Dazu zählen das Bereitstellen von Nutzer-Accounts und Sharepoint-Sites oder das Löschen von Protokolldatei-Ordnern.

Viele Unternehmen starten zunächst in einem dieser Felder. Ein Grund dafür ist, dass die Workflows meist bereits auf Papier dokumentiert und der IT-Abteilung vertraut sind.

Ebenfalls zu den klassischen Einsatzgebieten von Automatisierung zählt das Bereitstellen von Cloud-Computing-Diensten, Virtual Machines, Storage-Ressourcen oder Netzwerken. Wegen ihrer Komplexität und der Tatsache, dass oft benutzerspezifische Parameter zu beachten sind, ist auch in diesem Fall ratsam, mit kleineren Projekten zu starten. Große Workflows sollten zudem in kleinere Segmente unterteilt werden.

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