Am Donnerstag der vergangenen Woche wurde gefeiert: Der Internet-Knoten DE-CIX wurde 30 Jahre alt. Damit verknüpft ist eine deutsche Erfolgsgeschichte, die letztlich Frankfurt am Main (und das 50-Kilometer-Umfeld) in einem globalen Infrastruktur-Benchmarking zur „Digitalen Hauptstadt der Welt“ avancieren lässt.
Bühne frei für die Geburtstagsparty: Der DE-CIX feiert 30jähriges Jubiläum und inthronisiert Frankfurt am Main als Welt-Digitalhauptstadt.
(Bild: uo/Vogel IT-Medien GmbH)
Am 26. Juni 1995 gingen DE-CIX und der erste Internet-Knoten in Frankfurt an den Start. So hat der DE-CIX beziehungsweise der Eco-Verband der Internetwirtschaft, der hinter dem Internet-Knoten beziehungsweise der DE-CIX Management GmbH steht, am Donnerstag anlässlich des runden Geburtstags sich und seine Gründer gefeiert. Darunter Arnold Nipper, Mitgründer und lange Zeit technischer Kopf des DE-CIX, sowie Harald A. Summa, der von 1996 bis 2022 Hauptgeschäftsführer des Eco war. Beide zählen zu den Pionieren der Digitalisierung, den Visionären und Vordenkern der Branche.
Die Männer der ersten Stunde: Harald A. Summa, DE-CIX-Aufsichtsratsmitglied, Professor Michael Rotert, Ehrenpräsident des Eco, Arnold Nipper, DE-CIX-Mitbegründer und Technology Evangelist, Bernhard Biedemann, CEO der Intares GmbH, Sebastian von Bomhard, Gründer und CEO der Spacenet AG, Gerd Simon, geschäftsführender Gesellschafter der Simabra GmbH. Die Moderatorin Alexa von Busse fragt nach dem Moment, an dem die Beteiligten wussten: Das ist es jetzt.
(Bild: uo/Vogel IT-Medien GmbH)
Das hat sich auch in der Reaktion des Publikums gezeigt, das seine Verehrung mit anhaltenden standing ovations Ausdruck verliehen hat. Überreicht hat die Ehrungen Professor Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation, „die beste [...], die man sich wünschen kann“, wie sich der jetzige Eco-CEO Ivo Ivanov ausgedrückt hat.
Doch der Applaus der Politik war dem DE-CIX und dem Internet im Allgemeinen gar nicht in die Wiege gelegt, wie DE-CIX-Gründungsmitglied Bernhard Biedermann sich erinnert: „Zu der Zeit hat keiner aus der Politik an das Internet geglaubt.“ Und Sebastian von Bomhard, Gründer und Vorstand der Spacenet AG, stupst als einer der ersten Kunden die Zuhörer darauf, wie die Standortwahl zustande kam: Die Entscheidung für Frankfurt am Main sei deshalb gefallen, weil sich der Standort „in the middle of nowhere“ befunden habe und als unter den Gründern als „neutral“ gelten konnte.
Aktuelle Studie belegt: Digitalstandort Frankfurt im weltweiten Vergleich auf Platz 1. Die anlässlich des Jubiläums veröffentlichte Studie der Dstream Group im Auftrag des Internet-Knoten-Betreibers DE-CIX belegt, dass der Digitalstandort Frankfurt weltweit in Sachen Infrastruktur führend ist. An keinem anderen Ort auf der Welt verschmilzt eine derart hochverdichtete digitale Infrastruktur mit einem so umfassenden Interconnection-Ökosystem.
Damit rangiert Frankfurt vor globalen Metropolen wie Amsterdam, London oder San Francisco (inklusive Silicon Valley). Laut internationalem Benchmarking gilt die Mainmetropole somit als die „Digitale Hauptstadt der Welt“.
Zur Studie
Wie Serge Eadovic, Director der Dstream Group, ausführt, berücksichtigt die rund 150 Seiten starke Analyse rund 27 Metriken aus vier grundlegenden Kategorien: Konnektivität, Rechenzentren, Netzwerke und Internet-Knoten, die auf mehr als 30 Städte und Regionen angewendet werden. Um in die Top Ten zu gelangen, müssen mindestens 80 Prozent der Kriterien erfüllt sein.
Die zehn weltweit führenden Digitalen Hauptstädte sind:
1. Frankfurt am Main
2. Amsterdam
3. London
4. Washington, D.C. (einschließlich Ashburn und Reston)
5. Paris
6. Singapur
7. Tokio
8. Bay Area (einschließlich San Francisco und Silicon Valley)
9. Hongkong
10. New York
Anm.d. Red.: Die Chinesischen Metropolen tauchen hier gar nicht auf, standen für die Studienmacher offenbar nicht auf der Menükarte.
In ihrer Analyse haben sich die Experten auf direkte ökonomische Effekte, die durch leistungsfähigere und ausfallsichere Netzwerke für Unternehmen und Verbraucher entstehen, konzentriert. Dabei betrachtet die Studie etwa Kennzahlen für die netzwerkbedingten Kosten von Ausfällen für kleine, mittlere und große Unternehmen, Verzögerungen im E-Commerce sowie die Auswirkungen von Latenz und Netzstabilität auf Cloud-Projekte und schätzt den Wertbeitrag von Internet-Knoten konservativ ab. In das Benchmarking und die Berechnungen sind Daten aus öffentlich zugänglichen Branchenquellen wie „PeeringDB“ und „Euro-IX“sowie Ergebnisse aus Experteninterviews sowie eigene Recherchen eingeflossen.
Zwar schneidet Frankfurt am Main vergleichsweise schlecht bei der Vernetzung ab doch in allen anderen Punkten rangiert die Region vorne - mit 20 leistungsstarken Austauschpunkten, rund 200 Terabit angeschlossener Port-Kapazität, etwa 2.500 eindeutigen und einmal verbundenen Netzwerken sowie der am stärksten vernetzten Rechenzentrumslandschaft der Welt.
So lagen einige Städte in bestimmten Bereichen vorn, wie beispielsweise die Metropolregion Washington D.C. (einschließlich Ashburn und Reston) bei Rechenzentren und Singapur bei der Konnektivität. Anders verhielt es sich bei London, das in puncto Internet-Knoten und Rechenzentren gute Ergebnisse erzielte. Außerdem belegt die Mainmetropole gemeinsam mit Amsterdam den ersten Platz bei Internet-Knoten und Netzwerken und Rang zwei bei Rechenzentren.
Untersucht hat das Beratungsunternehmen zudem den ökonomischen Wertbeitrag von Internet-Knoten. Demnach summieren sich die deutschlandweiten Effekte für DE-CIX Frankfurt auf rund vier Milliarden Euro pro Jahr.
Rund 500 Gäste durften die Veranstaltung zum 30. Geburtstag des DE-CIX im „Palmengarten“ miterleben.
(Bild: DE-CIX)
30 Jahre DE-CIX - Meilensteine
Der DE-CIX ist nicht ein Standort, sondern viele und soll sich noch weiter ausbreiten.
(Bild: DE-CIX)
Das sind die Stationen vom erstem Internet-Knoten zum Interconnection-Weltmarktführer:
2025: DE-CIX feiert sein 30-jähriges Bestehen und hat seit 2020 die Anzahl seiner Standorte weltweit auf 60 verdoppelt. Das Unternehmen startet seine ersten Internet-Knoten in Brasilien – in São Paulo und Rio de Janeiro.
2024: Die globalen DE-CIX-Standorte verarbeiteten 68 Exabyte an Datenverkehr – ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zu 2023. Im Herbst erreicht DE-CIX Frankfurt einen neuen Rekordwert mit 18,1 Terabit pro Sekunde an Datendurchsatz.
2023: DE-CIX expandiert in die nordischen Länder mit neuen Internet Exchanges (IXs) in Kopenhagen, Esbjerg, Helsinki, Kristiansand und Oslo. Das DE-CIX Backbone und seine Standorte umspannen nun den gesamten Globus.
2022: DE-CIX ist der erste Internet-Knoten-Betreiber weltweit, der die 800-Gigabit-Ethernet-Technologie implementiert. Ivo Ivanov folgt auf Harald A. Summa als CEO von DE-CIX.
2021: Mit über 38 Exabyte an globalem Datendurchsatz verzeichnet DE-CIX einen Anstieg des Datenverkehrs um rund 20 Prozent gegenüber 2020.
2020: DE-CIX wird 25 Jahre alt. Als die Corona-Pandemie im März auf die Menschheit trifft, hält das Internet die Welt zusammen: DE-CIX verzeichnet über all seine Knoten hinweg ein Rekordhoch von 32 Exabyte – genug Bits und Bytes für einen acht Millionen Jahre langen Videoanruf.
2019: Die Expansion nach Südostasien beginnt mit IXs in Kuala Lumpur und Johor Bahru. Gemeinsam mit anderen IX-Betreibern entwickelt DE-CIX die IX-API – eine standardisierte Schnittstelle, über die Netzwerke, ISPs und Rechenzentren ihre Interaktionen mit Internetknoten automatisieren können.
2018: DE-CIX ist der erste IX-Betreiber der Welt, der einen Patch-Roboter in Frankfurt installiert.
2017: DE-CIX startet in Indien und eröffnet in Zusammenarbeit mit dem lokalen Anbieter Interwire Internet Services den ersten Standort in Mumbai.
2016: DE-CIX Madrid geht live und wird innerhalb eines Jahres der am schnellsten wachsende IX der Welt. Darüber nimmt der so genannte GlobePEER-Remote-Dienst zwischen Frankfurt und New York den Betrieb auf.
2015: Das Unternehmen startet mit DE-CIX Istanbul den ersten IX auf zwei Kontinenten (Europa und Asien).
2014: DE-CIX eröffnet in New York seinen ersten nordamerikanischen Internet-Knoten. Der IX am Hudson River ist der erste außerhalb Deutschlands, der sich vollständig im Besitz des Unternehmens befindet und von ihm betrieben wird. Heute betreibt DE-CIX weitere IXs in Dallas (2016), Chicago (2020), Phoenix (2022), Richmond (2022) und Houston (2024). Weitere IXs in Mexiko-Stadt und Querétaro folgen 2024.
2013: DE-CIX Apollon geht an den Start, die weltweit größte IX-Plattform.
2012: DE-CIX expandiert international mit dem UAE-IX powered by DE-CIX in Dubai.
2005: Einführung von 10GE-Ports in Frankfurt. 2013 folgen 100GE-Ports, seit 2019 sind 400GE-Ports verfügbar. Heute werden immer mehr Standorte für 800GE vorbereitet.
2003: Der dritte Standort in Frankfurt wird live geschaltet – erstmals durch einen zweiten Rechenzentrumsanbieter (Telecity).
2002: Beginn der nationalen Expansion mit DE-CIX Hamburg.
2001: Aufgrund hoher Nachfrage wird ein zweiter Interxion-Standort in Betrieb genommen.
2000: Umzug vom alten Postamt in das Rechenzentrum von Interxion (heute Digital Realty).
1995: Gründung von DE-CIX in Frankfurt als Kompetenzgruppe im Eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. Die erste Hardware wird in einem stillgelegten Postamt in Frankfurt (Main) installiert und verbindet drei Netzwerke miteinander.
Wirtschaftsfaktor DE-CIX: 4 Milliarden Euro jährlich für Deutschland
Ivo Ivanov, CEO beim DE-CIX, kommentiert: „Die Ergebnisse dieser neuen, unabhängigen Studie unterstreichen die zentrale Bedeutung Frankfurts für den globalen Internet-Verkehr und zeigen auf, wie wichtig Internet-Knoten für unsere digitale Wirtschaft sind.“
1995 ist der DE-CIX als 3er Gruppe in einem kleinen ehemaligen Postamt gestartet, erinnert Ivo Ivanov, CEO beim DE-CIX. Heute sei das Internet das 8. Weltwunder, an dem der Internet-Knoten nachweislich seinen Anteil hat.
(Bild: DE-CIC)
Ohne leistungsfähige und resiliente digitale Infrastruktur sei digitale Entwicklung unmöglich „– das wird mit den jüngsten Fortschritten bei Künstlicher Intelligenz immer deutlicher. In Zukunft wird sich die digitale Infrastruktur weiter verdichten und an Digitalen Hubs und Hauptstädten noch stärker konzentrieren. Frankfurt wird als Herz des globalen Internets den Pulsschlag des Fortschritts bestimmen.“
Bildergalerie
„Frankfurt hat den Titel mehr als verdient. Die Stadt hat jahrzehntelang in die digitale Infrastruktur investiert, beherbergt heute den wichtigsten Interconnection Hub der Welt und bestimmt daher darüber maßgeblich, wie das Internet von morgen für Gesellschaft und Wirtschaft aussehen wird“, sagt Serge Radovic, Berater und Co-Autor der Studie bei Dstream Group, „unsere Studie hat die ökonomischen Effekte von Austauschpunkten messbar gemacht – eine bislang weltweit einmalige Untersuchung dieser Art.“
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.