Kommerzielle Nodes sollen Ende 2025 starten Orbitales Datacenter: Prototyp-Baustein an die ISS geliefert

Von Daniel Schrader 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Axiom Space hat einen Prototypen für Bausteine eines orbitalen Rechenzentrums zur Internationalen Raumstation (ISS) geschickt. Auf der Edge-Plattform von Red Hat soll der Rechner die Datenverarbeitung und -Speicherung im Orbit testen. Kommerzielle Bausteine sollen bis Ende 2025 folgen.

Axiom Space plant, bis Ende 2025 zwei kommerzielle Bausteine eines verteilten orbitalen Rechenzentrums auf Satelliten des optischen Kepler-Netzwerks ins Weltall zu schicken. Ein Prototyp ist bereits auf der ISS im Einsatz. (Bild:  Axiom Space)
Axiom Space plant, bis Ende 2025 zwei kommerzielle Bausteine eines verteilten orbitalen Rechenzentrums auf Satelliten des optischen Kepler-Netzwerks ins Weltall zu schicken. Ein Prototyp ist bereits auf der ISS im Einsatz.
(Bild: Axiom Space)

Das etwa Schukarton-große Modul „Data Center Unit 1“ soll „Anwendungen in den Bereichen Cloud-Computing, Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen (KI/ML), Datenfusion und Weltraum-Cybersicherheit testen“, so Axiom. Wie Bloomberg berichtet, wurde DCU-1 mit dem „Space X Dragon“-Raumschiff, welches am 24. August 2025 vom Cape Canaveral in Florida startete, erfolgreich zur ISS transportiert. Es handelt sich dabei um einen Prototypen. Dieser läuft auf der „Device Edge“-Plattform von Red Hat. Die Hardware-Ausstattung des Moduls wurde nicht bekanntgegeben.

Ein Schuhkarton-großes Modul für die ISS. Ein orbitales Datacenter für die (nahe?) Zukunft?  (Bild:  Axiom Space)
Ein Schuhkarton-großes Modul für die ISS. Ein orbitales Datacenter für die (nahe?) Zukunft?
(Bild: Axiom Space)

„Eigentlich ist es eine kleine Box“, gibt der Projektverantwortliche Jason Aspiotis gegenüber Bloomberg zu. Allerdings sei diese „dennoch ein technologischer Baustein für unser großes Projekt“. Ein vollumfängliches verteiltes orbitales Datacenter (ODC) soll demnach „in naher Zukunft“ entstehen. Bereits zum Jahresende 2025 will Axiom zwei für den kommerziellen Einsatz bereite Bausteine des künftigen orbitalen Rechenzentrums als Teil des optischen Satelliten-Netzwerks von Kepler Communications ins Erdorbit bringen.

Axiom: bereits kommerzielle Cloud-Verträge abgeschlossen

Die zwei Module sollen die „Grundlage für Weltall-basiertes Cloud Computing“ bilden. Axiom plant in weiterer Folge gleich mehrere „ODCs, [die] sichere, skalierbare und Cloud-optimierte Datenspeicherung- und Verarbeitung sowie Lösungen für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen direkt an Satelliten, Satelliten-Netzwerke und andere Raumschiffe auf der Erdumlaufbahn liefern werden, damit diese ohne irdische Infrastruktur operieren können“.

Die ersten Nodes sollen über optische Übertragungsmodule für maximal 2,5 Gigabit pro Sekunde ausgestattet sein. Mit mehr Satelliten und irdischen Kommunikationsstandorten seien aber laut Axiom „Datenströme im Terabyte-Maßstab in der nahen Zukunft“ angedacht. Laut dem CEO Kam Ghaffarian geht es dabei gerade „nicht nur um Demonstrationen“: „Unsere ODC-Nodes werden bald für Business-Anwendungen in Betrieb gehen. Wir haben Verträge mit Nutzern weltweit für erste Weltraum-basierte Cloud-Dienste.“

Das Rennen ums All-Computing

Pionier in dem Bereich ist Axiom allerdings nicht. HPE hat seit 2017 bereits drei Iterationen seiner kommerziellen Server als „HPE Spaceborn Computer“ über längere Zeiträume an der ISS getestet – die dritte Iteration ist seit Januar 2024 auf der Raumstation im Einsatz. Diese erprobt, wie auch der Axiom-Prototyp, „Rechenleistung auf Datacenter-Niveau“, ausgestattet mit 130 Terabyte SSD-Speicher und 10-Gigabit-Ethernet.

Die Startups Starcloud aus Redmont, Washington, sowie Madari Space aus Abu Dhabi arbeiten ebenfalls an orbitalen Rechenzentren. Beide planen den Start erster kommerzieller Satelliten im Verlauf von 2026. Zugleich warnt Malcom Macdonald, Professor für Ingenieurwesen in Glasgow, zum Axiom-Projekt und den Aussichten orbitaler Datacenter befragt: „Können wir das umsetzen? Ja. Können wir das skalieren? Wahrscheinlich. Aber es wird teuer werden.“

(ID:50529536)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung