2024 State of Application Strategy Report von F5 So bleiben Multicloud-Risiken im Griff

Von Chris Dercks* 4 min Lesedauer

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Ob modern oder traditionell: Die heutigen Apps und dazugehörigen APIs werden überwiegend in einer hybriden Multicloud-Umgebung eingesetzt. Dies bietet Vorteile in Sachen Flexibilität, führt aber auch zu Herausforderungen bei betrieblicher Komplexität und Sicherheit. Geeignete Technologien holen das Beste aus der Multicloud heraus.

Die Multicloud-Risiken können durch gekonntes Controlling minimiert werden.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die Multicloud-Risiken können durch gekonntes Controlling minimiert werden.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Mit 88 Prozent arbeiten fast alle Unternehmen mit hybriden Bereitstellungsmodellen. Mehr als ein Drittel (38 %) betreibt Anwendungen in sechs verschiedenen Umgebungen – fast doppelt so viele Firmen im Vergleich zu 2023. Doch gleichzeitig führt die Multicloud bei 94 Prozent der Unternehmen zu mindestens einer Herausforderung bei Performance-Optimierung, Sicherheit, Verfügbarkeit, Compliance oder Transparenz. Das zeigt der aktuelle State of Application Strategy (SOAS) Report von F5.

Die größten Herausforderungen bei der Bereitstellung von Anwendungen in der Multicloud.(Bild:  F5)
Die größten Herausforderungen bei der Bereitstellung von Anwendungen in der Multicloud.
(Bild: F5)

Diese Zahlen belegen, dass die Vorteile der Multicloud wie hohe Flexibilität und Skalierbarkeit häufig mit Nachteilen wie gestiegener Komplexität verknüpft sind. Dies kann zu Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Vorschriften führen – vom IT-Grundschutz über die DSGVO bis zur NIS2. Diese Regulierungen fordern eine hohe Transparenz im Umgang mit Daten und Vorfällen sowie ein umfassendes Sicherheitskonzept und Risikomanagement.

Je stärker die Daten und Anwendungen verteilt sind, desto unübersichtlicher wird ihre Verwaltung. Entsprechend sieht ein Drittel (34 %) der Unternehmen die Bewältigung der betrieblichen Komplexität als größte Herausforderung. Die App-Migration liegt auf Platz zwei (32 %), gefolgt von der Anwendung konsistenter Sicherheitsrichtlinien mit 31 Prozent.

Komplexität reduzieren

Die einfachste Möglichkeit, Komplexität zu reduzieren, ist Standardisierung. Natürlich wollen Unternehmen für jede App den optimalen Cloud-Service nutzen. Entsprechend trifft die Mehrheit (56 %) diese Wahl unabhängig bei jeder Anwendung. Aber je mehr Dienste sich ansammeln, desto mehr Clouds und hybride IT-Stacks sind zu verwalten. Damit steigen Komplexität und Aufwand.

Unternehmen sollten daher für jeden Anwendungsfall regeln, welche Cloud-Services zur Auswahl stehen. Für das Multicloud-Management sollten übergreifende Tools verwendet werden, die reibungslos mit jedem eingesetzten Dienst funktionieren. Dann lässt sich eine vernetzte, skalierbare und automatisierte Bereitstellung und Sicherheit in Multicloud-Umgebungen gewährleisten. Gleichzeitig verbessert dies die Geschäftskontinuität und Notfallwiederherstellung, da diese dadurch schneller erfolgen kann.

Prozesse vereinfachen

Multicloud-Networking kann Management-Prozesse vereinfachen. Damit lassen sich Anwendungen über verschiedene Umgebungen hinweg verbinden. Dies reicht vom Rechenzentrum über Private und Public Cloud bis zum Edge. Ein übergeordnetes Netzwerk-Mesh verwendet die gleichen Konsolen, Konfigurationen und Konstrukte für Betrieb und Überwachung aller App-Standorte, um die Komplexität zu reduzieren.

Dies erhöht die Sichtbarkeit, deckt veraltete oder übersehene APIs auf, unterstützt eine konsistente und dynamische Bereitstellung von Richtlinien sowie App-Migration als Service über verschiedene Umgebungen und Cloud-Anbieter hinweg. Das bildet die Basis für eine Cloud-Architektur, mit der sich jede Ebene des IT-Stacks nahtlos betreiben lässt. Dazu gehören Cloud-Umgebungen und ‑Provider, On-Premises- und Edge-Systeme. Kein Wunder, dass Multicloud-Networking zu den wichtigsten Trends in der Umfrage zählt.

Aufgaben automatisieren

Als wichtigster Trend wurde Künstliche Intelligenz genannt. 35 Prozent der Unternehmen sehen dabei die automatische Anpassung von Sicherheitsrichtlinien und -konfigurationen als Einsatzgebiet für generative KI. 29 Prozent möchten damit die Erkennung und Abwehr von Gefahren optimieren. Weniger attraktiv sind die Zusammenfassung von Bedrohungen und Schwachstellen für Führungskräfte (19 %) sowie das Verwenden natürlicher Sprache zur Analyse von Sicherheitsdaten (17 %).

Die wichtigsten Einsatzszenarien für generative KI im Bereich Sicherheit.(Bild:  F5)
Die wichtigsten Einsatzszenarien für generative KI im Bereich Sicherheit.
(Bild: F5)

Nicht jedes Unternehmen verfügt dabei über die erforderlichen Telemetriedaten oder setzt sie richtig ein. Zum Beispiel wollen 47 Prozent der Unternehmen die Daten nicht zur Automatisierung, sondern für Alarmmeldungen im IT-Betrieb einsetzen. Doch schon jetzt sind Teams mit vielen Meldungen konfrontiert, sodass die KI sie auf die wichtigsten Alarme reduzieren sollte. Die Echtzeitreaktionen, die durch die Automatisierung geschaffen wird, bieten dann die notwendige Geschwindigkeit und Effektivität zur frühzeitigen Abwehr von Gefahren.

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Best Practices nutzen

Neben neuen Technologien wie KI lassen sich auch bewährte Praktiken nutzen, um Multicloud-Services abzusichern. Dazu gehört Site Reliability Engineering (SRE), inklusive Vorbereitung auf mögliche Fehler und Bewältigung von Vorfällen mithilfe von Service Level Objectives (SLOs).

Wie eng Multicloud-Management mit SRE verknüpft ist, belegen folgende Zahlen: Von allen Unternehmen, die Anwendungskomponenten wie Microservices in mehreren Public Clouds bereitstellen, nutzen 48 Prozent SRE-Praktiken. Nur sieben Prozent der Unternehmen mit verteilten Microservices für eine App kommen komplett ohne SRE-Prozesse aus. Dagegen setzen die meisten Organisationen ohne Multicloud auch keine SRE-Praktiken ein.

Schnittstellen schützen

In der Multicloud und den dort verteilten Microservices ist die Sicherheit der APIs extrem wichtig. Eine Schnittstelle kann mit Hunderten Gateways zu Apps und ihren Daten vernetzt sein. Um die entsprechende Angriffsfläche zu reduzieren, hat knapp die Hälfte der Unternehmen (43 %) ihre Infrastrukturen für App- und API-Security automatisiert. 95 Prozent nutzen API-Gateways zur Vereinfachung des API-Managements und Optimierung der Sicherheit.

Als wichtige Schutzebene authentifizieren API-Gateways die API-Aufrufe, um nur gültige Anfragen zu erlauben und eine Ratenbegrenzung zur Abwehr von DDoS-Attacken umzusetzen. Dabei nennen die Befragten API-Sicherheit auch als wichtigste Sicherheitstechnologie für KI/ML-Modelle und ‑Dienste.

Fazit

Multicloud-Umgebungen müssen für Unternehmen kein Sicherheits- oder Compliance-Risiko darstellen. Standardisierung, Multicloud-Networking, KI, SRE und API-Security reduzieren die Komplexität, erhöhen die Transparenz und optimieren das Management.

Der Autor:

Chris Dercks ist Regional Vice President für Zentral- und Osteuropa bei F5. In dieser Funktion verantwortet er bei F5 den Vertrieb, die Integration und den Aufbau neuer Bereiche sowie die Entwicklung von Vertriebspartnern.

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