Die Cloud wird vermessen

Metriken für Infrastruktur-Services

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Die IT-Services kommen auf die Waage

Auf dieser Bezugsbasis hat Michels die jeweils kleinsten und größten Angebote von Amazon, Microsoft, IBM, T-Systems und HP verglichen. Dabei erwies sich das „Extra Small“-Angebot von Microsoft Azure mit einem Preis von 2,08 Cent pro kSh am günstigsten. Beim „Extra Large“-Angebot zahlt man 2,63 Cent.

Mit 19,78 Cent pro kSh ist das kleinste Angebot von HP das teuerste. Beim größten HP-Angebot kommt der Kunde mit 4,84 Cent deutlich günstiger weg. Für Amazon „Small“ und „Extra Large“ ergeben sich Werte von 3,15 beziehungsweise 2,97 Cent, für IBM „Kupfer“ und „Platin“ 2,74 beziehungsweise 4,91 Cent sowie für T-Systems „Bronze“ und „Gold“ 7,33 beziehungsweise 8,59 Cent pro kSh.

Im nächsten Schritt hat Michels die Angebote zu den Kostenstrukturen eines typischen mittelständischen Rechenzentrum mit 300 Servern ins Verhältnis gesetzt. Dafür nimmt der Berater jährliche Gesamtkosten in Höhe von drei Millionen Euro an. Bei einer Verfügbarkeit von 99,00 Prozent kämen die 300 Server im Jahr auf etwa 43,3 Millionen kSh. Rein rechnerisch könnte das Unternehmen diese Leistung bei den Cloud-Anbietern um 60 bis 80 Prozent günstiger beziehen.

Ein sauberer Ansatz

„Technisch ist das ein sauberer Ansatz“, kommentiert Carlo Velten, Senior Advisor bei der Experton Group, die Metrik Michels. Der Berater sorge damit in einem unübersichtlichen Markt für Preistransparenz. Es gehe darum, wie in der Automobilbranche, wo die Leistung eines Motors durch Zylinderzahl, Hubraum und PS bestimmt werde, standardisierte Messgrößen zu etablieren.

Wie die Leistung eines Autos aber nicht allein vom Motor abhänge, dürfe man eine Cloud nicht nicht nur anhand der abstrakten Rechenleistung bewerten. „Porsche-PS und Volkswagen-PS sind nicht das Gleiche“, gibt Velten zu bedenken. Ausschlaggebend sei, wie die Kraft auf die Räder übertragen werde.

Ebenso komme es bei einer Cloud auf das Betriebskonzept an. „Man muss sich, bildlich gesprochen, die Übersetzung anschauen: Inwiefern ist die Plattform für Cloud-Workloads optimiert? Wie ist die Delivery-Infrastruktur aufgebaut? Wie schnell werden die Daten durchs Netz bewegt?“

weiter mit: Welche Parameter sollten in der Bewertung von Cloud-Diensten eine Rolle spielen?

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