Die Cloud wird vermessen

Metriken für Infrastruktur-Services

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IT-Service-Metriken müssen her!

Beim Thema Metriken für die Cloud steht die Branche tatsächlich noch am Anfang. Es gibt zwar erste Ansätze. Die erfassen jedoch nicht alle Parameter, die bei der Bereitstellung von Infrastruktur-Services von Belang sind.

Schließlich hängt die Performance, mit der sich ein Cloud-Service nutzen lässt, nicht nur von der Rechenleistung der Server ab, sondern auch von einer Reihe anderer Faktoren wie der Bandbreite und Latenz des Netzwerks oder dem I/O-Verhalten der Speichersysteme. Nach Einschätzung von Steffen Müller, Cloud Service Manager bei Logica, gibt es bislang noch keinen Ansatz für eine umfassende Cloud-Metrik: „Dafür fehlen uns einfach noch die Referenzpunkte.“

Erster Ansatz von Jochen Michels

Was sich relativ einfach bewerten lässt, ist die abstrakte Rechenleistung, die eine Cloud zur Verfügung stellt. Dafür hat der Berater Jochen Michels aus Neuss eine Metrik entwickelt, die er bereits mehrfach öffentlich vorgestellt hat (siehe: „Nachgerechnet und Metrik erstellt: Fünf IaaS-Cloud-Anbieter im Vergleich“).

Die Arbeit des Experten ist insofern nützlich, als sich die Leistungseinheiten der verschiedenen Provider nicht ohne Weiteres vergleichen lassen. Hinsichtlich ihrer Staffelung und der eingesetzten Server-Ressourcen weichen die Angebote mehr oder weniger voneinander ab.

Birnen und Äpfel in der IT-Cloud

So bietet Amazon beispielsweise bei Windows-Servern drei Instanzen „Small“, „Large“ und „Extra Large“ an, deren Nutzung 0,12, 0,48 und 0,96 Dollar pro Stunde kostet. Die Instanzen enthalten eine, vier beziehungsweise acht „EC2 Compute Units“, die jeweils der CPU-Kapazität eines 1.0 bis 1.2 Gigahertz-Prozessors mit 1,7 Gigabyte Memory entsprechen.

Andere Anbieter wie Microsoft oder IBM gliedern ihre Computing-Services in fünf Instanzen. Hinter den Angeboten stehen jeweils andere Server-Konfigurationen. Mal sind die Prozessoren mit 0,5 Gigahertz getaktet, mal mit 1,6 oder 2,2 Gigahertz. Ebenso weicht die Größe der Arbeitsspeicher voneinander ab.

Mit seinem Ansatz bringt Berater Michels die unterschiedlichen Leistungsmerkmale auf einen Nenner. Dazu multipliziert er zunächst die Anzahl Rechenkerne mit der Taktfrequenz. Daraus ergibt sich der Server-Leistungs-Wert (SLW). Anschließend addiert der Experte die Memory-Größe hinzu und erhält die Maßeinheit SLWR (SLW plus RAM), die er in kilo-Werte umrechnet und wie beim Strom auf Stunden bezieht: kiloSLWRStunden (kSh).

weiter mit: Die IT-Services kommen auf die Waage

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