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Krass 'drauf! Die Telcos als Parabolspiegel der mobilen Gesellschaft

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Wie wird Mehrwert zu Geld?

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Und noch ist LTE nicht überall im Angebot. In den kommenden fünf Jahren dürfte der Mobilfunkumsatz mit dieser Netztechnik kaum 50 Prozent übersteigen, so Analystenvorhersagen. Doch wie viel es bringen kann, ein Service über mehrere Plattformen anzubieten zeigt ein At&T-Angebot; hier liegt der monatliche Umsatz pro User bei 150 Dollar.

So manches Telco-Unternehmen reagiert auf diese Herausforderungen vergleichsweise radikal. Globe Telecom beispielsweise, ein Telekommunikationsanbieter von Mobilfunk, Festnetz und Broadband Internet Services auf den Philippinen, hat in rund acht Monaten sein gesamtes Netz erneuert, jetzt gibt es keine Digital Subscriber Line Access Multiplexers (DSLAMs) mehr, und 80 Prozent seiner Geschäftsanwendungen ausgetauscht. Statt acht verschiedener Billig-Systeme arbeitet jetzt noch eins – von Amdocs.

Telefónica hat heuer in Madrid ein komplett neues Rechenzentrum in Betrieb genommen, in dem bis jetzt vier bisher vorhandene aufgingen. Weitere sollen folgen. Zugleich wurde die Anzahl von 6.000 Anwendungen geschrumpft; 2015/2016 sollen es noch 2.500 sein. Dabei setzt das Unternehmen auf Industrie-Standards und integrierte Systeme. „Wenn nicht genügend Integration vorhanden ist: Vergiss es!“ Wir füttern die System-Integratoren nicht mehr“, sagt Phil Jordan, Group Chief Information Officer bei Telefónica.

Radikale Schritte

Zugleich befindet das Unternehmen ein komplett eigenes Netz für zu teuer. In Europa präferieren wir ein Sharing-Network, so Jordan. Die geplante Fusion von O2 mit E-Plus, die noch an der Zustimmung der Kartellbehörden scheitern könnte, war noch nicht bekannt, änderte aber an dieser Aussage nichts.

Große Erwartungen setzen die Telcos in das Daten-Business mit Geschäftskunden. Doch leider haben auch hier viele Provider ihre Bestell- und Abrechnungsprozesse nicht im Griff. Es gibt zu viele Übergänge von einem IT-System ins andere und zu viele manuelle Brüche. Nach Angaben des Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Yankee Group können 30 bis 40 Prozent komplexer Aufträge durch Unternehmen nicht als „verkauft“ angesehen werden (siehe: Abbildung 4).

Und das münde typischerweise in eine Spirale von Support-Kosten. Insgesamt belaufe sich der Schaden auf rund 51,8 Milliarden Dollar pro Jahr.

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