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Krass 'drauf! Die Telcos als Parabolspiegel der mobilen Gesellschaft

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Verrat am Datenschutz!

Vorbehalte gegen Big Data und die Aufgabe der Privatsphäre.
Vorbehalte gegen Big Data und die Aufgabe der Privatsphäre.
(Bild: Amdocs)
Ja, aber! Da gibt es doch Datenschutzbedenken. Die Menschen wollen ihre Privatsphäre schützen – in Deutschland noch mehr als anderswo (siehe: Abbildung 10 und 11) . Nein, sagt Analyst Hanlon.

Rund 57 Prozent der in einer Studie befragten Personen würden für einen etwas besseren Service oder einen Rabatt (siehe: Abbildung 14) Privates mit dem Provider teilen, wie den Wohn- und Aufenthaltsort, die Top-5 der Facebook-Freunde, Namen der Familienmitglieder. 54 Prozent hätten nicht einmal etwas dagegen, wenn die Informationen an Dritte weitergegeben würden.

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Zugegeben: Die Umfrage fand vor den Enthüllungen Edward Snowdens statt. Doch hatte etwa der Branchenverband Bitkom zu Beginn der Enthüllungen befürchtet, das Cloud-Business könne Schaden nehmen, scheint davon nichts übrig zu sein. Der jüngste „Expert-Call“ der Kommunikationsagentur Haffa & Partner unter 75 deutschen Führungskräften und Meinungsmachern, besagt, dass gerade einmal 7 Prozent die Business Cloud am Ende sehen. Denn bisher wisse niemand, ob geheimdienstliche Überwachungsprogramme auch für Wirtschaftsspionage eingesetzt wurden.

Es lebe die Cloud!

Fast jeder Zweite ist überzeugt, dass sich an der Nutzung der Cloud nichts ändern wird, da Unternehmen ohnehin genau wissen, welche Daten in die Cloud gehören und dass wichtige Korrespondenzen verschlüsselt werden müssten.

Eine Umfrage der Personensuchmaschine Yasni zeigt, dass trotz der Überwachung durch PRISM und Tempora nur ein Drittel der Internet-Nutzer im Netz anonym bleiben will. Das Unternehmen befragte im Zuge der bekannt gewordenen Online-Überwachung durch die USA und Großbritannien 1.000 Internetnutzer aus Deutschland zum Thema Anonymität im Netz.

52 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen sich aktiv im Netz zeigen aber dabei bestimmte Bereiche der eigenen Privatsphäre schützen. 15 Prozent der Befragten sind sogar für ein Verbot von Anonymität im Netz und nur 33 Prozent sind für die totale Unsichtbarkeit von Personendaten.

Vertraue deiner Telecom.

Und in den USA? Dort hat nach Umfragen, die Analyst Hanlon zitiert, ohnehin mehr als die Hälfte nicht dagegen, vom Staat ausspioniert zu werden - "wenn es denn der Sicherheit dient".

Im Übrigen bringen die Kunden ihren Telekommunikationsanbietern noch immer ein großes Vertrauen entgegen (siehe: Abbildung 15). Die Nachfrage an Analysten und die auf der In-Touch-Konferenz anwesenden Top-Manager brachte in etwa zutage, dass diese es auch nicht so recht wissen, aber im Zweifelsfall eine „starke, gute Marke“ dafür verantwortlich machen.

Keiner erwähnte die Gesetze, die die Geheimnisse von Brief und Telefongesprächen bis heute noch, zumindest in Rechtsstaaten, schützen und an die die Telcos gebunden sind. (siehe: Artikel in der "Süddeutschen Zeitung": Snowden enthüllt Namen der spähenden Telekomfirmen)

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