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Cluster: zu kompliziert

Für die ftServer sprach außerdem, dass sie keine Anpassungen in der Anwendungssoftware benötigen, da sich die redundanten Komponenten wie ein einziges System verhalten, während Applikationen in Cluster-Umgebungen in der Regel angepasst werden müssen. Die Wasserwerke konnten also die Historian-Software von Wonderware ohne Änderungen weiter verwenden.
„Dass wir bei einem ftServer anders als im Cluster immer auch nur eine Lizenz benötigen, ist ein sehr angenehmer Effekt der Hochverfügbarkeit“, führt Jepp aus. „Die höheren Anschaffungskosten eines fehlertoleranten Systems werden dadurch wieder ausgeglichen, so dass beide Alternativen unter Kostenaspekten gleichauf liegen. Insofern war für uns letztlich die höhere Verfügbarkeit und die einfache Administration ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten der ftServer.“
ftServer kommen ins Haus
Ab Sommer 2011 wurde in zwei Wasserwerken der Düsseldorfer Stadtwerke jeweils ein Stratus ftServer installiert. Auf diesen Systemen werden die Historian-Datenbanken betrieben, die die Daten im Versorgungsgebiet entgegennehmen und speichern.
Ein dritter Stratus ftServer ersetzte den zentralen Domänen-Controller. Die SCADA-Anwendungen selber laufen weiter auf nicht redundanten Windows-Clients. „Diese Systeme brauchen nicht hochverfügbar sein und sind daher lediglich durch ein Cold-Standby abgesichert“, merkt Jepp an. „Im Störungsfall kann der Betrieb immer über einen anderen Client ausgeführt werden. Was aber an jedem Standort kontinuierlich funktionieren muss, ist das Sammeln und Speichern der Daten.“
Angesichts von 40.000 Datenpunkten scheinen die Server mit einer Plattenkapazität von jeweils 500 GB auf den ersten Blick gar nicht einmal so groß dimensioniert zu sein. Durch die speicherfreundliche Historian-Struktur sowie das monatliche sichern auf NAS-Servern reicht die Plattenkapazität jedoch völlig aus.
Kommunikation ohne Internet
Ein wichtiges Feature der ftServer möchten die Wasserwerke allerdings nicht nutzen: Normalerweise sind die Stratus-Systeme in ein umfassendes Support- und Service-Konzept eingebunden. Das System meldet dabei eine Störung automatisch an den Hersteller ("Call Home"), worauf sofort ein Austauschteil verschickt wird.
„Ein Wasserwerk ist diesbezüglich ein Hochsicherheitsbereich“, betont Jepp und setzt hinzu: „Unsere technischen Systeme, die an die ftServer angebunden sind, haben keine physikalische Verbindung zum öffentlichen Netz und damit auch nicht zum Internet. Sogar unsere Außenstationen sind durch ein eigenes Netzwerk angebunden.“
In dieser 'Hochsicherheitslandschaft' der Wasserwerke haben sich die drei ftServer seit dem Start des Produktivbetriebs im Herbst 2011 bewährt. Dass bei einem fehlertoleranten System keine Ausfälle zu verzeichnen waren, ist eigentlich schon keiner Erwähnung mehr wert, wichtiger ist vielleicht ein anderer Aspekt, auf den Jepp hinweist: "Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man sich um die Datenhaltung keine Sorgen mehr machen muss. Wir sind seither bei der Verfügbarkeit wirklich gut aufgestellt."
Der Autor:
Dr. Rainer Doh ist Redakteur in München.
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