Flexible Prozesse durch zentrale Echtzeitdatenhaltung Hermes Logistik: Konsolidierung und Virtualisierung auf der i-Serie

Redakteur: Ulrich Roderer

Die Hermes Logistik Gruppe modernisiert ihre IT-Infrastruktur. Das Logistik-Unternehmen reagiert damit auf neue Anforderungen im Transportwesen. Serverkonsolidierung und Echtzeitverfolgung waren zentrale Maßnahmen, um Logistikprozesse flexibel zu machen. Dabei setzt das Unternehmen auf integrierte System-i-Systeme von IBM.

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Gemeinsam mit Lufthansa Systems hat Hermes Logistik seine IT-Landschaft reorganisiert. Bislang betrieb jede der 61 Niederlassungen einen eigenen Server, dessen Daten mehrmals täglich über einen Batchjob mit dem System in der Zentrale synchronisiert wurde. Jetzt sorgt ein Websphere Application Manager dafür, dass das Verfolgen von Sendungen in Echtzeit stattfinden kann.

Im ersten Schritt wurden alle Server in den Niederlassungen auf zwei IBM System i5 595 in der Zentrale in Hamburg konsolidiert. Zum Einsatz kommen zwei i5 595, 16/32-Wege-Systeme mit 51.000 bis 92.000 CPW, 212 GB Hauptspeicher und 32 TB Plattenspeicher. Ein Server deckt den Bereich Produktion ab, der zweite steht für Backup, Entwicklung und Test zur Verfügung. Für diese Aufgaben wurden mittels LPAR (Logical Partition) eigene virtuelle Systeme angelegt, in denen die Anwendungen unabhängig voneinander laufen können.

Hochverfügbarkeitslösung

Beide System i5 595 bilden mit der Software Orion von Visions Solutions ein Hochverfügbarkeitscluster. Das amerikanische Unternehmen hat sich auf Hochverfügbarkeitslösungen für die System-i-Plattform spezialisiert. Die Orion-Lösung verarbeitet Millionen von Transaktionen pro Minute mit integriertem Datenintegritätscheck und verfügt über automatische Rollenzuweisung um Auszeiten zu verhindern.

Die Entscheidung für die System-i-Server lagen im integrierten Management der Systeme, die die Komplexität reduzieren und die modulare Bauweise, die Erweiterungen des Systems bei Bedarf erlauben.

„Der Status unserer Sendungen ändert sich laufend. System i5 und der Websphere Application Server sorgen dafür, dass unsere Software stabil und zuverlässig läuft“, sagt Peter Wenck, Abteilungsleiter IT-Betrieb bei der Hermes Logistik Gruppe.

Echtzeitverfolgung aller Sendungen

Für die Reorganisation hat die Hermes Logistik Gruppe mit Lufthansa Systems auch eine eigene Lösung zur Sendungsverfolgung entwickelt: Hermes@vanced. Die Anwendung läuft auf einem Websphere Application Server, die Funktionen wurden in Java programmiert. Scanner am Laufband oder Handgeräte, Hermes@vanced schafft eine Verbindung mit der DB2-Datenbank, in der alle Sendungen verwaltet werden. Von der Einlieferung über die Sortierung bis hin zur Auslieferung befinden sich alle Informationen über die Sendungen in einem Cluster. Die Depots greifen über Java Clients direkt darauf zu.

Daten aus anderen Warenwirtschaftssystemen übernimmt Hermes mittels IBM Websphere MQ. Auf diese Art und Weise werden zum Beispiel die Informationen vom Otto-Versand zur weiteren Verarbeitung an Hermes@vanced übergeben.

Darüber hinaus bietet Hermes@vanced die Möglichkeit, statistische Auswertungen zu generieren und alle Prozesse entlang der Wertschöpfungskette zu erfassen. Durch die großen Datenmengen und zahlreichen Funktionen ist die Lösung weltweit eine der größten Installationen von Websphere in Kombination mit Java auf IBM System i5.

IBM System i5 und WAS ebnen Weg für Wachstum

Alle Absender haben jetzt die Möglichkeit, den Status ihrer Sendungen genau zu verfolgen. Relevante Daten werden dazu in eine separate DB2-Datenbank kopiert. Sie läuft unter Linux und lässt sich via Internet abfragen. Der direkte Zugriff auf die zentrale Datenbank bleibt exklusiv der Hermes Logistik Gruppe vorbehalten. Nicht nur den Geschäftskunden bringt die Verfolgung der Sendungen in Echtzeit Vorteile. „Die Kombination aus System i5 und Websphere ist die ideale Basis um sowohl wachsen zu können als auch neue Funktionen zu etablieren, sobald sie der Markt braucht. Das hilft uns und kommt bei unseren Kunden gut an.“, so Peter Wenck.

Durch die Einführung haben sich zudem die internen Abläufe spürbar verbessert. Die Hermes Logistik Gruppe spart mit der neuen Lösung deutlich Zeit und senkt den Aufwand der IT-Mitarbeiter für den Außendienst merklich.

Als Deutschlands größter postunabhängiger Consumer-Logistiker fokussiert sich die Hermes-Gruppe auf die Geschäftsfelder Paketservice, Möbel- und Großstückservice sowie Brief- und Infoservice. Im vergangenen Geschäftsjahr März 2006 bis Februar 2007 bewältigte Hermes 235 Millionen Sendungen und erzielte einen Umsatz von 1.016 Milliarden Euro.

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