Der Bedarf an Rechenzentrumskapazitäten wächst - und wächst. Neubauten und Erweiterungen bestehender Datacenter werden mit Hochdruck vorangetrieben. Verzögerungen dagegen stellen für Betreiber den absoluten Alptraum dar. Um solche Projekte erfolgreich und im gesteckten Zeitrahmen zu bewältigen, bedarf es daher einer speziellen Vorgehensweise mit exakt abgestimmten Projektschritten.
Der Techniker von Rosenberger OSi ist mit Patch-Kabeln beschäftigt. Dank guter Planung weiß ein jeder, was bei der Netzwerkinstallation zu tun ist - selbst wenn etwas schief gehen sollte.
(Bild: Rosenberger OSI)
Das Angebot an digitalen Services weitet sich aus und die populärer werdenden KI-Anwendungen lassen die benötigten Speicher- und Rechenkapazitäten nochmals schneller ansteigen. Einen zusätzlichen Schub bekommt die Entwicklung durch Sorgen um eine politische Einflussnahme auf die Zusammenarbeit mit US-basierten Partnern. Und nicht zuletzt will die nächste deutsche Bundesregierung die Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung deutlich vorantreiben.
Die Konsequenzen sind klar: die IT-Infrastrukturen müssen schleunigst ausgebaut werden, um mit der schnell steigenden Nachfrage Schritt halten zu können. Unternehmenseigene Rechenzentren und Co-Location Datacenter werden unter Hochdruck neu gebaut, erweitert und aufgerüstet. Gerade wegen der eng gesteckten Zeitpläne dürfen auch unter Druck keine Pannen und Fehler passieren, die zu schmerzhaften Verzögerungen führen.
Um eine erfolgreiche Projektabwicklung zu gewährleisten, gilt es drei zentrale Punkte zu beachten:
eine präzise Planung,
ein striktes Projekt-Management mit effizienten Prozessen und
eine kontinuierliche, transparente Kommunikation.
Einfach gesagt, schwierig umsetzbar
Was sich einfach anhört, ist in der Praxis nicht ganz so leicht umzusetzen. Im Folgenden sollen einige Gesichtspunkte dargelegt werden, wie solche Herausforderungen erfolgreich umschifft oder bewältigt werden können. Ein weiterer Aspekt ist die Frage, wie die Effizienz der verschiedenen Schritte und Prozesse gesteigert werden kann, so dass eine möglichst kurze Projektlaufzeit erreicht wird.
Das Schaffen einer tragfähigen Basis
Die erste Voraussetzung für ein erfolgreiches Projekt ist ein tragfähiges Fundament. In diesem Fall heißt das: Eine eindeutige Planung, die keinen Spielraum für unterschiedliche Interpretationen lässt, sprich: klare Aussagen zu Anforderungen und Technik.
Es muss also zunächst sichergestellt sein, dass alle Vorgaben bezüglich der Installation und der technischen Umsetzung von Anfang an exakt definiert sind. Diese Vorgaben werden in eine Meilensteinplanung übersetzt. Sie dient als Basis für die gesamte Projektplanung und Koordination. Die einzelnen Meilensteine werden gemeinsam mit dem Kunden abgestimmt, um sicherzustellen, dass alle Ziele erreicht werden und das Projekt im Zeitrahmen bleibt.
Die vereinbarten Vorgaben liefern zudem die Grundlage für die Abnahmekriterien der einzelnen Milestones. Sie geben vor, welche Anforderungen erfüllt sein müssen, um die jeweiligen Phasen des Projekts erfolgreich abzuschließen.
Viele Kleinigkeiten mit großer Wirkung
Dass bei der Anlieferung der benötigten Materialien Anfahrt, Ablademöglichkeiten und witterungsgeschützte, einbruchssichere Lagerplätze benötigt werden, ist scheinbar eine Binse. Doch bei einem Neubau, mit unbefestigten Wegen, müssen Anfahrt und das Abladen schon genau geplant werden.
Dass Hubwagen, Ameisen und Gabelstapler vorhanden sind, ist nur ein Teil der Aufgabe. Ist zum richtigen Zeitpunkt auch das Personal bereit, das diese Geräte bedienen kann und darf? Sind die nötigen Befähigungen überprüft, wie der Besitz eines Staplerscheins?
Oder wer denkt schon darüber nach, welche Brandlast das Verpackungsmaterial – Pappen, Kunststoff-Folien und Styroporteile – in ein bestehendes Rechenzentrum eintragen? Diese Stoffe müssen umgehend abtransportiert oder sicher verstaut werden, um Risiken zu vermeiden.
Ist alles unbeschädigt?
(Bild: Rosenberger OSI)
Die Einhaltung von Zeitfenstern bei der Anlieferung, Kontrolle von Lieferscheinen und Packlisten, das Management von Zertifikaten und Anmeldungen, die Kontrolle des Lieferinhalts – richtige Produkte, richtige Anzahl, alles unbeschädigt? – sind weitere Punkte, die sich einfach anhören, in der Praxis aber intensiver Beobachtung bedürfen, um die Kontrolle über Abläufe und den Zeitplan zu behalten.
Neben Lieferschwierigkeiten beim Material und anderen Abhängigkeiten von externen Zulieferern und Dienstleistern haben sich ungenaue Vorgaben als ein wiederkehrender Stolperstein erwiesen. Auch kurzfristige Änderungen von Anforderungen während des laufenden Projektes führen zu Problemen, da sie eine schnelle Anpassung der Planung und möglicherweise auch der Logistik erfordern.
Stand: 08.12.2025
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Verantwortung und Kommunikation
Daran schließt sich bereits die nächste Frage an: Was passiert, wenn etwas nicht in Ordnung ist? Zunächst einmal müssen Ansprechpersonen für die verschiedenen Gewerke und Teams klar benannt sein, so dass Informationen stets zielgerichtet weitergeleitet werden. Dann müssen die Kommunikationswege definiert sein – unter Berücksichtigung der technischen Voraussetzungen vor Ort, also beispielsweise eingeschränktem Mobilfunk.
Vorteilhaft ist dabei beispielsweise ein detailliertes Baustellentagebuch und ein tägliches Berichtswesen, damit alle Beteiligten – also auch die Interessenvertretungen und Stakeholder – stets auf dem Laufenden sind. Zu einer transparenten Kommunikation gehören auch regelmäßige Baustellenbesprechungen, an denen alle relevanten Parteien teilnehmen, unter anderem Vertreter des Kunden, die Projektleitung und das Vor-Ort-Personal von Handwerkern und Dienstleistern, vertreten durch Team-Leiter und Vorarbeiter.
Dem Projektmanager vor Ort obliegt es, auf Verzögerungen umgehend zu reagieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Er muss auch mögliche Probleme und Show-Stopper frühzeitig erkennen und entsprechend gegensteuern. Eine strukturierte Planung unterstützt dies, wenn nicht nur die ausgeführten Arbeiten abgehakt, sondern im Rahmen der Freigabe auch Qualität, Material und Funktionsfähigkeit überprüft werden. Auch die Kundenzufriedenheit sollte man zum Abschluss jeden Abschnitts klären – dann gibt es keine bösen Überraschungen zum Projektende.
Vereinfachung der Installationsarbeiten
Jeder Handgriff, der auf der Baustelle eingespart werden kann, spart Zeit und senkt das Fehlerrisiko. Vorkonfektionierte Plug-&-Play-Lösungen leisten dazu bei der Installation einen enormen Beitrag. Durch solche Lösungen müssen vor Ort keine Kabel mehr gespleißt oder aufwendig zusammengestellt werden, denn Kabel und Anschlüsse kommen direkt in der benötigten Form zum Projekt.
Für sie werden zudem bereits ab Werk Messprotokolle erstellt werden, um die Qualität der LWL-Verkabelung sicherzustellen. Nach der Installation wird die Verkabelung erneut vor Ort überprüft, meist mit einem so genannten Pointer, der eine optische Überprüfung und Sicherstellung der Richtigkeit der Installation ermöglicht.
Die Einhaltung von Normen
Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Verbindungen ist eine normgerechte Verlegung. Hier ist insbesondere EN 50173/74 zu nennen, die sich mit der Verkabelungsstruktur für Kommunikationssysteme und Spezifikationen für die Datenverkabelung sowie deren Installation befassen. Auf Kundenwunsch können auch weiterreichende Qualitätssicherungsmaßnahmen durchgeführt werden, etwa optische Überprüfung der Stecker-Stirnflächen, Pointen der LWL-Kabel, ODTR-Messungen (Optical Time Domain Reflectometer), Dämpfungsmessungen oder Cat-7-Messung für Kupfer-Trunks.
Gibt es das alles: Dokumentation von Verkabelungen inklusive Kabelpositionen und Anschluss-Ports mittels Verlegeplänen, Kabelspinnen und Port-Belegungsplan... ?
(Bild: Rosenberger OSI)
Wichtig ist zudem eine konsequente Informationshaltung. Diese beginnt bei einer eindeutigen Beschriftung, reicht über die Übergabe von Messprotokollen bis hin zur Dokumentation von Verkabelungen inklusive Kabelpositionen und Anschluss-Ports mittels Verlegeplänen, Kabelspinnen und Port-Belegungsplan – sei es als Excel-Datei oder als Software-gestützte Einträge im Datacenter Infrastructure Management (DCIM).
Ein erfahrener Dienstleister liefert die Informationen jeweils in dem Format, das der Kunde benötigt. Deshalb ist es unumgänglich, bereits vor Projektbeginn zu klären: Gibt es bereits eine IT-Dokumentation oder ist diese erst zu erstellen? Wenn vorhanden, in welchem Format? Wer ist für die Pflege im Projekt verantwortlich, wer übernimmt die Aufgabe im laufenden Betrieb? Wem steht die Dateninhaberschaft zu?
Über das Projekt hinaus
Probleme vollständig verhindern kann kein noch so gutes Projekt-Management. Es gilt daher, Risiken und Probleme frühzeitig zu erkennen, deren Abhängigkeiten für das Projekt und den Ablauf zu verstehen und mit entsprechenden Maßnahmen im Spannungsfeld von Qualität, Kosten und Zeit im Sinne des Projekts die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dies erfordert ein erfahrenes Projekt-Management mit einem gut bestückten „Werkzeugkasten“.
Dazu zählen etablierte Methodiken aus dem Projekt-Management, eine zentrale Koordination bzw. Administration über ein Project Office (PMO) sowie Service-Management-Rahmenwerke für die Übergabe in den Betrieb (ITIL, Prince). Sie tragen ebenso wie eine transparente Kommunikation zum Erfolg des Projektes bei. Kommen diese Voraussetzungen zusammen, steht einer erfolgreichen Übergabe im gesteckten Zeitrahmen nichts mehr im Wege.
*Der Autor Samuel Premkumar ist Manager Strategic Growth & Operations Europe Service bei Rosenberger OSI. Er sieht ein erfolgreiches Projekt als den beginn eines neuen: „Doch das muss nicht das Ende des Projektes sein. Denn nicht nur die Rechen- und Speicherkapazitäten sind knapp. Auch an Personalressourcen für Service und Wartung mangelt es häufig. Ein externer Dienstleister, mit dem man bereits bei der Installation gut zusammengearbeitet hat, empfiehlt sich auch als Partner für den laufenden Betrieb.“