Global Foundries plant 1,1 Milliarden Euro in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten am Standort Dresden zu investieren. Durch die Investition soll die Gesamtkapazität des Standorts bis Ende 2028 auf 1,1 Million Wafer pro Jahr steigen.
Halbleiterproduzent Global Foundries will seine Kapazitäten in Dresden erhöhen. Allerdings steht die Produktion von Silicon-Photonics-Chips nicht auf dem Plan.
(Bild: Global Foundries)
Der US-Konzern plant, künftig Halbleiter mit rein europäischer Lieferkette zu liefern. Jedenfalls soll das Erweiterungsprojekt mit dem Bezeichnung „Sprint“ maßgeblich durch die Bundesregierung und den Freistaat Sachsen unter dem 'European Chips Act' gefördert werden.
Wie Tim Breen, CEO Global Foundries, ausführt, zeige gerade die jüngste Chip-Krise, verursacht durch die Lieferschwierigkeiten des Chipherstellers Nexperia, beziehungsweise das Gerangel zwischen Chine und EU, die mit Wucht die Automobilindustrie trifft, die Abhängigkeit von globalen Lieferketten: „Die jüngsten Störungen im Automobilsektor verdeutlichen, wie anfällig globale Chip-Lieferketten tatsächlich sind. Unsere geplante Expansion in Dresden ist ein weiterer Schritt in der Strategie von GF, diese Herausforderungen gezielt anzugehen und unser Engagement für sichere Lieferketten und differenzierte Technologien in Europa zu erfüllen.“
Global Foundries hat bereits im Juni 2025 auf Grundlage eines so genannten “vorzeitigen Maßnahmenbeginns” auf eigenes Risiko vor Abschluss des Beihilfeprozesses bei der Europäischen Kommission mit der Realisierung des Projekts in Dresden begonnen. Mit Sprint soll erstmals ermöglicht werden, durchgängige europäische Fertigungsprozesse und Datenflüsse für Sicherheitsanforderungen von Kunden in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung sowie kritischer Infrastruktur anzubieten. Das „Handelsblatt“ titelt deswegen publikumswirksam: „Global Foundries baut in Dresden Chips für Europas Rüstung."
Für Sachsen, Deutschland und die EU
Sprint unterstützt also das strategische EU-Ziel, widerstandsfähige Halbleiter-Lieferketten aufzubauen. Naturgemäß stärkt der Ausbau der Kapazitäten von Global Foundries auch Sachsen in dem Bestreben, ein europäisches Zentrum für Halbleiterfertigung und -innovation zu sein.
Bundeskanzler Friedrich Merz äußert sich jedenfalls im Rahmen seines Besuchs bei Global Foundries in Dresden am gestrigen 28. Oktober: „Das Sprint-Projekt ist ein Bekenntnis zum Industriestandort und zum Innovationsstandort Deutschland - und vor allem zur Souveränität unseres Landes und Europas.“
Die Investition in die Chipfertigung am Standort Dresden setze das Signal, dass Deutschland aktiv die Entwicklung des globalen Halbleitermarkts mitgestalten will. Deutschland nehme in Europa bereits jetzt eine führende Rolle in der Mikroelektronik ein. Er setzt hinzu: „Die Bundesregierung stellt mit der nationalen Mikroelektronik-Strategie die Weichen dafür, diese Stärke weiter auszubauen.“
Der Ausbau in Dresden
Die zusätzlichen Dresdner Produktionskapazitäten sollen sich auf die hochdifferenzierten Technologien von Global Foundries konzentrieren. Sie punkten nach Herstellerangaben mit entscheidenden Leistungsmerkmalen wie geringem Energieverbrauch, eingebettetem sicheren Speichern und drahtloser Konnektivität, die Europas Anforderungen an Chips in den Bereichen Automobil, industrielle Automatisierung, Verteidigung und Medizintechnik erfüllen.
Kevin Soukup auf dem 'Global Foundries Summit' in München, der kürzlich stattgefunden hat. Er sagt von sich, dass er vor etwa einem Jahr eingestellt worden sei, um die Produktion von Silicon-Photonics-Chips zu industrialisieren.
(Bild: uo/ Vogel IT-Medien GmbH)
Nicht angedacht hingegen ist der Bereich Silicon Photonics, für die der Hersteller eine Verdopplung der Produktionskapazität in den kommenden 24 Monaten anstrebt. Chips, die mit Licht rechnen, gelten als Hoffnung aller derjenigen, denen GPUs und Asics auf herkömmlicher Basis erstens zu langsam und zweitens zu energiehungrig sind. Außerdem soll sich die Bandbreite verdoppeln , auf 400/λ (λ= Lambda. Bisher gibt es dafür nur eine Produktionslinie in Malta, New York, mit einem Output von rund 500.000 Wafern pro Jahr
Die genannten Branchen könnten wohl auch Photonic-Chips brauchen, werden sie derzeit doch durch den Aufstieg so genannter Physical AI-Technologien rasant transformiert. Der Begriff Physical AI bezieht sich auf die Integration von Künstlicher Intelligenz in physische Produkte und Systeme. Während sich herkömmliche KI-Anwendungen häufig auf Software beschränken, geht Physical AI einen Schritt weiter und bringt die Intelligenz direkt in die Chips und Sensoren.
Physical AI
Global-Foundries-CEO Been sagt: „Indem wir unsere Fertigungskapazitäten in Europa, den USA und weltweit ausbauen, stärkt GF seine Rolle als widerstandsfähiger und vertrauenswürdiger Partner für Kunden in kritischen Industrien und schafft die Grundlage für die nächste Innovationswelle, während Physical AI Realität wird.“
Stand: 08.12.2025
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GF ist kürzlich der Initiative „Made for Germany“ beigetreten, einem Zusammenschluss von Unternehmen, die durch umfangreiche industrielle Investitionen ihr langfristiges Engagement für Deutschland unter Beweis stellen. Seit 2009 hat Global Foundries mehr als 10 Milliarden Euro in seinen Standort Dresden investiert. Das entspricht einer der größten industriellen Investitionen des Landes.