Der IT-Infrastrukturanbieter NTT, mit NTT Global Data Centers selbst Anbieter von Rechenzentrumsdiensten, hat sich mit der Frage befasst, für welche Unternehmen Co-Location tatsächlich greifbare Vorteile bringt.
Co-Location ist unter anderem für Unternehmen interessant, die hohe Anforderungen an ihr Rechenzentrum nicht in Eigenregie bewältigen können.
(Bild: NTT)
Co-Location, auch als Server-Housing bekannt, ist keine Seltenheit mehr: Knapp die Hälfte (44 Prozent) aller Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland entfallen bereits auf derartige Services. Ein Grund dafür ist, dass Unternehmen zwar hohe Ansprüche an ihr Rechenzentrum stellen, diese aber selbst gar nicht erfüllen können; denn Planung, Bau, Einrichtung und Betrieb eines modernen Datacenter sind komplex und erfordern entsprechendes Know-how.
In vielen Fällen lohnt sich das nicht aufzubauen oder vorzuhalten;ohnehin es fehlt meist an Personal, Finanzkraft oder schlicht dem nötigen Platz für ein derartiges Projekt. Ähnlich sieht es bei Modernisierungen bestehender Installationen aus.
Colocation ist deshalb in vielen Fällen eine interessante Alternative. „Natürlich muss jedes Unternehmen für sich selbst abwägen, ob und welches Rechenzentrumsmodell für die Umsetzung der eigenen Ziele am besten geeignet ist“, erklärt Sebastian Lai, Head of Commercial Products von NTT Global Data Centers EMEA. Colocation biete aber eine Reihe an Vorteilen, wie etwa den direkten Zugang zu Cloud-Plattformen, Peering- und Netzwerkanbietern. Der Experte spricht dabei aus Erfahrung: „Mit unseren Colocation- und Connectivity-Lösungen bieten wir Unternehmen ein flexibles und kalkulierbares Leistungsangebot, hohe Verfügbarkeit, geringe Latenz und höchstmögliche Sicherheit für ihre IT-Infrastruktur“, so Lai.
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Die Unternehmens-IT sucht geeignete Stützpunkte in strategischer Nähe seiner Datenlieferanten und -verbraucher. Zugleich nimmt mit wachsendem Bewusstsein um den Ressourcenverbrauch der IT auch der Druck auf Rechenzentren zu, Energie-effizienter und nachhaltiger zu wirtschaften. Auf dem Weg der Digitalen Transformation greifen Unternehmen immer wieder gerne auf Co-Location zurück. Doch auch der Markt mit den Rechenzentrumsdiensten durchläuft eine transformative Evolution.
Um Unternehmen bei ihrer Entscheidung zu unterstützen, hat NTT die folgenden Fragen zum Thema Colocation beantwortet:
Was ist Co-Location?
Bei einem Co-Location-Modell bringen Firmen in der Regel ihre eigene IT-Ausrüstung mit, einschließlich Server, Storage und Netzwerkkomponenten. Sie bezahlen den Co-Location-Anbieter für den Raum, die Stromversorgung, die Kühlung, die Netzwerkanbindung und die physische Sicherheit.
Da die Unternehmen ihr eigenes Equipment einbauen, haben sie weiterhin die Hoheit über ihre Daten und profitieren trotzdem von den Vorteilen eines großen Rechenzentrums bezüglich Skalierbarkeit, Ausfallsicherheit und Redundanz. Gleichzeitig ersetzen „Mietkosten“ die Investitionen und laufenden Betriebskosten, die mit einem eigenen Rechenzentrum verbunden sind. Das heißt, die Firmen binden kein Kapital und profitieren von direkt absetzbaren Betriebsausgaben, die in vollem Umfang den unternehmerischen Gewinn mindern.
Den Platzbedarf bestimmt der Kunde: Vom einzelnen Server-Rack, einer eigenen Mieteinheit („Cage“) in einer geteilten Gemeinschaftsumgebung oder einem dedizierten Raum („Suite“) bis zu einer ganzen Etage oder sogar einem eigenen Gebäude ist alles möglich. Unternehmen können also individuell benötigte Rechenzentrumsfläche anmieten, ganz nach dem aktuellen IT-Bedarf.
Eine Skalierung nach oben oder unten ist jederzeit und sogar während des laufenden Betriebs möglich. Die Open-Colo-Fläche ist dabei der Raum, in dem die Geräte verschiedener Unternehmenskunden untergebracht sind. Verbindungen zu externen Netzwerkdiensten und Internetknoten sowie zwischen Unternehmenskunden und Cloud-Anbietern werden wiederum in dem so genannten „Meet-Me-Room“ realisiert.
Zum klassischen Leistungsangebot eines Co-Location-Rechenzentrums gehören neben Server-Racks, redundanter Stromversorgung und Klimatisierung auch die Betriebsunterstützung vor Ort, so genannte „Remote Hands Services“. Techniker des Co-Location-Anbieters übernehmen Routine- oder Ad-hoc-Aufgaben, wozu beispielsweise der Tausch von Equipment, die Überprüfung von Statusinformationen oder Anpassungen der Netzwerkverkabelung zählen.
Für wen ist Co-Location interessant?
Grundsätzlich kommt Co-Location für Unternehmen jeder Größe und Branche in Frage. Kleinere Firmen mit begrenzten IT-Ressourcen profitieren von diesem Angabot, da sie Zugang zu professioneller IT-Infrastruktur erhalten, die sie selbst in dieser Qualität nie betreiben könnten. Für Branchen mit hohen Datenschutz- und Datensicherheitsanforderungen wie Finanzdienstleistungen oder Gesundheitswesen bietet Co-Location Compliance-konforme Sicherheit inklusive der notwendigen Zertifizierungen.
Unternehmen wiederum, die an mehreren Standorten tätig sind – vielleicht sogar international – können ihre IT in strategisch günstig gelegenen Rechenzentren unterbringen. Damit bekommen sie eine bessere Performance für ihre Anwendungen und Services bei gleichzeitig geringerer Latenz, was beispielsweise für IoT-Szenarien unabdingbare Voraussetzung ist. Mit Co-Location lassen sich zu guter Letzt auch alternative Disaster-Recovery-Standorte aufbauen, die bei einer Unterbrechung am Primärstandort den Betrieb reibungslos fortsetzen.
Welche Vorteile bietet Co-Location?
Nur wenige Unternehmen sind tatsächlich in der Lage, den reibungslosen 24/7-Betrieb eines Rechenzentrums zu gewährleisten. Die Mehrheit operiert aufgrund fehlender Fachkräfte mit dünner Personaldecke und ist bei Problemen häufig nicht in der Lage, umgehend zu reagieren.
Stand: 08.12.2025
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Co-Location-Anbieter verfügen sowohl über ausreichend hochqualifizierte Mitarbeiter als auch über jahrelang erprobte und stetig verbesserte Konzepte für den Betrieb und Schutz der Anlagen. Redundante Kühlsysteme, leistungsstarke Brandschutzanlagen und eine zuverlässige Notstromversorgung sollten zur Basisausstattung zählen.
Ein Provider mit einer der höchsten Sicherheitsklassen muss mehrere redundante und getrennte Pfade für die Stromversorgung sowie Internetverbindung vorweisen und Komponenten wie Server und Kühlsysteme doppelt vorhalten. Ein solches fehlertolerantes System ermöglicht zudem Wartungsarbeiten während des laufenden Betriebs. Co-Location-Rechenzentren besitzen darüber hinaus eine direkte Verbindung zu führenden Cloud-Providern, Telekommunikationsnetzanbietern und IT-Service-Providern.
Die garantierten Bandbreiten und Latenzen erleichtern Unternehmen die Einführung von SaaS-Diensten und die Umsetzung von Hybrid-Cloud-Konzepten. Ein großes Rechenzentrum ist auch nachhaltiger als eine kleinere Einzelanlage, da Skalierungseffekte beispielsweise für eine effizientere Kühlung sorgen.
Vor welchen Herausforderungen stehen die Betreiber aktuell?
Betreiber von Rechenzentren erleben gerade zwei grundlegende Veränderungen: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) bringen neue Technologien und Technik für Unternehmen hervor. Die optimierte Luftkühlung wird langfristig nicht mehr effizient genug sein, um die extrem hohen Leistungsdichten zu unterstützen. Kühllösungen, die die aktuellen Konfigurationen von bis zu 80 Kilowatt pro Rack unterstützen sollen, werden in Zukunft vermutlich nicht mehr ausschließlich bei den Hyperscalern, sondern auch flächendeckend in Co-Location-Rechenzentren zu finden sein.
Eine weitere Herausforderung ist der Umstieg auf erneuerbare Energien, was durch die Erderwärmung und weltweite Krisen angetrieben wird. Regulatorische Vorgaben wie das Energie-Effizienzgesetz (EnEfG) in Deutschland erhöhen die Anforderungen an jeden Betreiber eines Rechenzentrums.