Hybrides Rechenzentrum für KI, HPC und Quantum Feierlicher Start für europäischen Exascale-Supercomputer Jupiter

Quelle: Pressemitteilung Forschungszentrum Jülich 3 min Lesedauer

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Mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft hat das Forschungszentrum Jülich den Supercomputer Jupiter feierlich in Betrieb genommen. Das schnellste und effizienteste System Europas kombiniert nahtlos HPC- und KI-Workloads mit entstehenden Quantum- und neuromorphen Technologien.

Direktor des Forschungszentrum Jülich Prof. Thomas Lippert zeigt dem Bundeskanzler Friedrich Merz und anderen geladenen Gästen einen flüssigkeitsgekühlten GPU-Server im Rechenzentrum des Supercomputers Jupiter am 5. September 2025.(Bild:  Forschungszentrum Jülich / Hans-Joachim Rickel)
Direktor des Forschungszentrum Jülich Prof. Thomas Lippert zeigt dem Bundeskanzler Friedrich Merz und anderen geladenen Gästen einen flüssigkeitsgekühlten GPU-Server im Rechenzentrum des Supercomputers Jupiter am 5. September 2025.
(Bild: Forschungszentrum Jülich / Hans-Joachim Rickel)

Rund 800 geladene Gäste haben in einem großen Festzelt am Jülicher Campus gemeinsam die Tasten auf verteilten „Buzzern“ gedrückt und so den Supercomputer symbolisch gestartet. Die Inbetriebnahme begleiteten Reden des Bundeskanzlers Friedrich Merz, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Hendrik Wüst und der Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Henna Virkkunen (zugeschaltet), aber auch des Nvidia-Gründers Jensen Huang (zugeschaltet) sowie ein Diskussionsbeitrag des DeepL-CEO Jaroslaw Kutylowski.

Grußwort des Bundeskanzlers Friedrich Merz zur symbolischen Inbetriebnahme des Supercomputers Jupiter(Bild:  Forschungszentrum Jülich / Hans-Joachim Rickel)
Grußwort des Bundeskanzlers Friedrich Merz zur symbolischen Inbetriebnahme des Supercomputers Jupiter
(Bild: Forschungszentrum Jülich / Hans-Joachim Rickel)

Der Bundeskanzler zelebrierte „neue Möglichkeiten für das Training von KI-Modellen oder für wissenschaftliche Simulationen“. Diese unterstreichen „den Anspruch der Bundesrepublik, in führender Rolle teilzuhaben an der technologischen Revolution der Gegenwart“. Der Nvidia-CEO betonte nicht nur die GPU-Chips und Netzwerkarchitektur des US-Unternehmens als Kernbestandteile des Systems, sondern erhoffte sich von Jupiter zugleich Durchbrüche „vom Klimamodell und erneuerbaren Energien über Quantenforschung bis hin zu neuen Materialien und digitalen Zwillingen“.

JUPITER (Joint Undertaking Pioneer for Innovative and Transformative Exascale Research) wurde im Juni 2022 als europäisches Supercomputer-Projekt initiiert. Laut dem Forschungszentrum Jülich nutzen zum September 2025 „mehr als 100 nationale und internationale Projekte den Supercomputer, darunter Vorhaben zur Extremwettervorhersage, Medikamentenforschung und Entwicklung klimaneutraler Technologien“.

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Jupiter – mehr als ein Supercomputer

Das Forschungszentrum Jülich spricht zu Recht vom „schnellsten und energieeffizientesten Supercomputer Europas“. Jupiter belegt Platz 4 zwischen den leistungsstärksten Supercomputern der Welt hinter drei US-amerikanischen Projekten und Platz 1 in der Rangliste der effizientesten Systeme (Green500). Jupiter bietet eine modulare, containerisierte Recheninfrastruktur, bei der auf verschiedene Workloads ausgelegte Rack-Module im laufenden Betrieb neu kombiniert und ausgetauscht werden können. Diverse Workloads laufen dabei in einem einheitlichen Ressourcen- und Monitoring-System zusammen.



Das Video erklärt, wie Jupiter HPC-, KI-, Quanten- und neuromorphe Ressourcen flexibel und modular orchestriert und so den Weg für hybride Rechenzentren der Zukunft aufzeigt. Den Textbeitrag von Anna Kobylinska und Filipe Martins können Sie im kommenden Kompendium von DataCenter-Insider lesen.


Voll ausgebaut wird Jupiter die Marke von einer Trillion Rechenoperationen pro Sekunde knacken, also einen Exaflop Leistung liefern und als sogenanntes Exascale-System zu den leistungsstärksten Supercomputern der Welt gehören. Momentan bietet das System etwa 80 Prozent seiner vollen Leistung. Mit 24.000 „Nvidia GH200 Grace Hopper“-Superchips mit kombinierten CPU und GPU ist Jupiter zudem schon heute eine KI-Fabrik.

Zugleich integriert Jupiter auch im Entstehen begriffene innovative Technologien. Jupiter ist an einen Quantencomputer angebunden und soll künftig einen Teil der infrastrukturellen Grundlage für künftige generative Quantenmodelle bilden. Der Supercomputer arbeitet auch mit prototypischen neuromorphen Chips, die neuronale Prozesse hardwareseitig nachbilden und sich besonders gut für biologisch inspirierte KI-Modelle eignen sollen.

In 1,5 Jahren entstand Europas schnellster Supercomputer

Im Festzelt in Jülich fanden rund 800 Gäste der offiziellen Inbetriebnahme von Jupiter Platz. (Bild:  Forschungszentrum Jülich / Jenö Gellinek)
Im Festzelt in Jülich fanden rund 800 Gäste der offiziellen Inbetriebnahme von Jupiter Platz.
(Bild: Forschungszentrum Jülich / Jenö Gellinek)

Der europäische Supercomputer wurde seit Dezember 2023 in Jülich als Container-Rechenzentrum aufgebaut. Das Datacenter ist von Beginn auf Wasserkühlung ausgelegt und dessen Abwärme soll über an Nahwärmenetz den Jülicher Campus versorgen.

Im Mai 2024 startete ein Rack mit 24 GPU-Servern, um Wissenschaftlern und Softwarearchitekten die Vorbereitung auf die Arbeit mit Jupiter zu ermöglichen. Im November 2024 waren 10 Racks und damit 8 Prozent des Gesamtsystems betriebsbereit. Im Frühling 2025 schließlich wurde mit 125 Racks und 24.000 Nvidia-Superchips das KI-Modul „Jupiter-Booster“ in Jülich fertiggestellt. Ein HPC- (High Performance Computing) und ein Inferenz-Modul werden dieses künftig ergänzen.

Ein Quantum-Computer mit 5000 Qubits ist bereits seit Januar 2025 über eine kurze Glasfaserleitung an Jupiter angeschlossen, 2026 soll ein „Open Super Q Plus“-Modul mit 1000 Qubits mit einer Fehlerrate von unter 0,1 Prozent hinzukommen. Auch neuromorphe Komponenten wurden bereits in Jülich getestet. Damit soll in den nächsten Jahren ein Hybridbetrieb von GPUs, HPC-CPUs, Quantencomputern und neuromorphen Chip zum Alltag werden.

Jupiter wird zur Hälfte von der europäischen Supercomputing-Initative Euro HPC gefördert. Je ein weiteres Viertel der Gesamtförderung von 500 Millionen Euro tragen das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie das nordrhein-westfälische Ministerium für Kultur und Wissenschaft bei.

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