Angesichts sperriger Alternativen dominiert „Microsoft Exchange“ seit Jahren den Groupware-Markt, Der Wiener Anbieter Grommunio tritt nun mit einer Open-Source-Lösung an. Die Partnerschaft mit T-Systems soll den Marktzugang verbreitern.
Grommunio, Anbieter der gleichnamigen Groupware, hieß einmal Grammm. Die Telekom bietet das Open-Source-Produkt des Software-Anbieters als integrierte Gesamtlösung an, bei der Kunden aber auch einzelne Module bestellen können: Bei der Implementierung haben die Kunden eine Wahl zwischen dem eigenen Rechenzentrum oder den Plattformen der Telekom, zum Beispiel der „Open Telekom Cloud“.
(Bild: Grommunio)
Gegen den Platzhirsch Microsoft Exchange konnte sich bislang kein Konkurrent durchsetzen. Dabei klagen die Anwender dieser Lösung über zahlreiche Schwächen.
Administratoren setzen Microsoft Exchange oft nur zähneknirschend ein, und auch der Hersteller spürt den wachsenden Unmut bei den Nutzern. Zu den Kritikpunkten gehört die starke Herstellerbindung, der als unzureichend wahrgenommene Datenschutz und die Anfälligkeit von Microsoft-Produkten für Malware und Hacker. Erst im Mai dieses Jahres hatten Hacker Authentifizierungstokens entwendet und konnten damit auf die E-Mails und die Kundenkontakte von etwa 25 Organisationen zugreifen, darunter auch Regierungsbehörden.
Mit Grommunio ist seit 2021 ein Player aktiv, der sich als Alternative zu Microsoft Exchange präsentiert. Peter Windhofer, Chief Marketing Officer von Grommunio, beschreibt den Ansatz so: „Unsere Open-Source-Lösung fokussiert auf Datensicherheit, Datenschutz und Datensouveränität", und schibt gleich hinterher: „Die Nachfrage nach unserem Service ist groß, denn Unternehmen und Behörden sehen die Abhängigkeit von Microsoft und den damit verbundenen Zwang zur Public Cloud zunehmend kritisch.“
Sicherheit, Skalierbarkeit und Datenschutz
Der Wiener Hersteller hat seine Collaboration Suite auf den Enterprise-Einsatz ausgerichtet und kombiniert hohe Sicherheit und Skalierbarkeit mit nativer Unterstützung für Clients unter Windows, Apple und Android. Über Schnittstellen läuft Grommunio ohne Plug-Ins auf allen gängigen Endgeräten.
Die Partnerschaft mit der Telekom-Tochter T-Systems soll nun den Marktzugang verbreitern: „Wir unterhalten zwar eine langjährige Partnerschaft mit Microsoft, aber wegen der Anfragen von Kunden zum Thema Datensouveränität sehen wir uns seit drei Jahren den Open-Source-Markt an“, berichtet Marten Bütow, Abteilungsleiter Collaboration Services bei T-Systems. „Wenn es um Groupware, Filesharing und Video-Conferencing geht, soll Open Source künftig ein Bestandteil unseres Ökosystems werden. Grommunio passt da sehr gut rein.“
Mail und Kalender, Video-Meetings, Instant-Messaging sowie Dateisynchronisation bietet die Open-Source-Anwendung „Grommunio“, die als Alternative zu „Microsoft Exchange“ antritt. Der größte Implementierungspartner ist T-Systems.
(Bild: Grommunio)
Als Systemintegrator stellt T-Systems Komplettpakete für seine Kunden zusammen. Vielfalt ist hier das Gebot der Stunde, wie Bütow berichtet: „Da manch ein Open-Source-Projekt wieder einschläft, bieten wir unseren Kunden für jede Funktion mindestens zwei Lösungen an.“
Grommunios Software bietet Mail und Kalender, Video-Meetings, Instant-Messaging sowie Dateisynchronisation und -Kontrolle in Echtzeit, aber auch gemeinsames Arbeiten an Dokumenten. Anders als gängige US-Produkte gewährleisten T-Systems und Grommunio in der OpenSource Collaboration, dass Kundendaten und Informationen Europa oder auf Wunsch auch Deutschland nicht verlassen. So lässt sich laut Windhofer „jede Form der virtuellen Zusammenarbeit in Unternehmen und Organisationen absichern.“
Endanwender nutzen die gewohnten Clients als Frontend
Eine große Hürde für die Akzeptanz von Linux-Anwendungen war bislang die Akzeptanz der Anwender. So ist das „LiMUX“-Projekt in München, bei dem die Landeshauptstatt ihre IT-Systeme in Richtung Open Source migrieren wollte, laut Bütow unter anderem daran gescheitert, dass die Anwender mit ihren gewohnten Frontends weiterarbeiten wollen. Grommunio bildet diese Forderung ab, indem die hauseigene Lösung im Backend läuft, und die Endanwender mit den bisherigen Frontends weiterarbeiten.
„Größere Behörden wollen in Richtung Open-Source, aber dennoch ihre gewohnten Clients weiter nutzen“, berichtet Martin Witte, Chief Sales Officer von Grommunio. „Dafür implementieren wie diese Frontends in unserer Suite. Die Endanwender nutzen dann Outlook, aber sämtliche Daten bleiben bei T-Systems. Entweder in der Open Telekom Cloud, die in Magdeburg gehostet wird, oder zumindest in Europa.“
Behörden, Gesundheitsorganisationen, Forscher und die Kirche
Unter dem Banner „Open Source Collaboration“ bietet T-Systems ein Angebot, das nicht nur für Behörden attraktiv ist, sondern auch für Gesundheitsorganisationen sowie Institute für Bildung und Wissenschaft. Die Partnerschaft mit T-Systems betrachtet Witte als „Ritterschlag“.
In den vergangenen zwei Jahren hat Grommunio nach seiner Aussage 130 Partner gewonnen. Diese betreuen mehrere Tausend Anwender, darunter die Mitarbeiter der Kleinstadt Lohr sowie Einrichtungen aus dem kirchlichen Bereich wie etwa Caritas IT und ein Erzbistum aus Süddeutschland.
Ein Referenzkunde aus der Forschung ist das Berliner Helmholtz-Zentrum, dass Materialien und Technologien für eine klimaneutrale Energieversorgung entwickelt. Nach einem erfolgreichen Hacker-Angriff war in diesem Forschungsinstitut auf einen Schlag die komplette IT-Infrastruktur ausgeschaltet. Die Führungsebene beschloss daher, auf Linux umzusteigen. Innerhalb von einer Woche hatten T-Systems und Grommunio alle Systeme migriert, und das Institut war wieder arbeitsfähig.
Stand: 08.12.2025
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