Offener Brief an Europäische Kommission Eclipse Foundation kritisiert Cyber Resilience Act

Von Martin Hensel 2 min Lesedauer

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Gemeinsam mit weiteren Open-Source-Organisationen hat die Eclipse Foundation der Europäischen Kommission einen offenen Brief übermittelt. Sie kritisiert darin den geplanten Cyber Resilience Act (CRA) als unnötiges ökonomisches und technologisches Risiko für die EU und fordert mehr Mitspracherecht.

In einem offenen Brief warnt die Eclipse Foundation gemeinsam mit weiteren Open-Source-Organisationen vor den möglichen Folgen des aktuellen CRA-Entwurfs.(Bild:  TheDigitalArtist /  Pixabay)
In einem offenen Brief warnt die Eclipse Foundation gemeinsam mit weiteren Open-Source-Organisationen vor den möglichen Folgen des aktuellen CRA-Entwurfs.
(Bild: TheDigitalArtist / Pixabay)

Im September vergangenen Jahres hatte die Europäische Kommission den CRA als Entwurf vorgelegt. Ziel der geplanten Maßnahmen ist eine Erhöhung der Cybersicherheit von Softwareprodukten. Die Eclipse Foundation und zwölf weitere Organisationen aus dem Open-Source-Umfeld kritisieren den Entwurf in einem offenen Brief scharf: So stelle die vorgesehene Regelung eine unnötige Gefahr für die ökonomische und technologische Entwicklung der EU dar.

Die Verfasser kritisieren insbesondere eine Unterrepräsentierung von Open-Source-Software während der CRA-Entwurfserstellung. Sie bieten gleichzeitig aktive Unterstützung an, um mit ihrem Know-how konstruktive Veränderungen in die Gesetzgebung einfließen zu lassen. Im Fokus stehe dabei die Stärkung der Cybersecurity, ohne dabei Open-Source-Software zu schaden.

Mangelnde Berücksichtigung

Laut des offenen Briefs sei Open-Source-Software in mehr als 70 Prozent der Software von Produkten mit digitalen Elementen vertreten. Dennoch bestehe noch keine Zusammenarbeit der Community mit den zuständigen Gesetzgebern. Sollte der CRA wie geplant kommen, wäre dieser Teil der Software von der Regulierung betroffen, ohne zuvor tiefgreifende Gespräche geführt zu haben. Die Verfasser beziffern das betroffene Marktvolumen in der EU auf etwa 100 Milliarden Euro und unterstreichen damit die dringende Notwendigkeit einer vorherigen Abstimmung.

Sollte der CRA wie geplant eingeführt werden, fürchtet die Open-Source-Community erhebliche Einschränkungen hinsichtlich der Entwicklung und der globalen Bedeutung europäischer Open-Source-Software. Dies würde außerdem die erklärten Ziele der EU für Innovation, digitale Souveränität und künftigen Wohlstand unterminieren.

Wesentliche Veränderungen gefordert

Konkret fordern die Unterzeichner eine Zusammenarbeit der Europäischen Kommission mit der Open-Source-Community sowie die Berücksichtigung der geäußerten Bedenken. Vier Punkte werden ausdrücklich angesprochen: Die einzigartigen Eigenschaften von Open-Source-Software sollen anerkannt werden. Zudem müsse sichergestellt sein, dass der CRA das Open-Source-Ökosystem nicht beschädige.

Gefordert werden zudem eine Konsultation während des Gesetzgebungsprozesses sowie die Berücksichtigung von Open-Source-Entwicklungspraktiken in künftigen Versionen des CRAs. Der Wunsch nach einem ständigen Dialog und damit fundierten Entscheidungen rundet den offenen Brief ab.

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