Die Besucher haben gewählt: Sie kürten auf dem „DataCenter Strategy Summit 2024“ am 10. Oktober die Preisträger in drei Kategorien. DataCenter-Insider als Medienpartner fasst kurz zusammen, wer gewonnen hat und warum. Die ausführliche Berichterstattung folgt später.
Auch 2024 wurden während des DataCenter „Strategy Summit Awards“ in den Kategorien Transformation, Innovation und Sustainability verliehen.
(Bild: Rüdiger)
Im Bad Homburger „Steigenberger Hotel“ hieß das Motto diesmal „Smarter, Greener, Stronger: Datacenter Transformation reloaded“. Die Besucher waren nach Bad Homburg gekommen, um das Neueste über Datacenter-Strategien zu hören, sich unter Fachleuten auszutauschen und die Preisträger des diesjährigen „Datacenter Strategy Award 2024“ zu wählen.
Im Jahr 2024 wurde der Preis in den drei Kategorien Transformation, Innovation und Sustainability verliehen. Dabei garantiert die Wahl durch die Besucher des Kongresses für die Praxisrelevanz der Lösungen. Es folgt ein knapper Überblick zu den Preisträgern und ihren Projekten.
Kategorie Datacenter Transformation
Mit dem Platin-Award wurde in der Kategorie Datacenter Transformation Bastian Koller, Leiter Rechenzentrum am Hochleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für das innovative Konzept des aktuellen Erweiterungsbaues „HLRS III“.
Es kombiniert mehrere Nachhaltigkeitstechnologien und wird vorwiegend aus einer eigenen PV-Anlage versorgt werden. Diese dient vollständig dem Eigenverbrauch. In dem Rechenzentrum werden Algorithmen arbeiten, die das Energie-Angebot im Zwei-Minuten-Takt an die aktuellen Leistungsanforderungen anpassen. Dieselben Algorithmen sollen auch dafür sorgen, dass sich das Abwärmeangebot besser an den jeweiligen Bedarf anpasst.
Das Projekt besteht aus zwei Gebäuden: dem Datacenter und dem Gebäude für die Wärmepumpe. Geplant sind 8 MW IT-Leistung.
Die Notstromversorgung wird zu 600 Kilowatt (kW) in Form von Batterien vorgehalten, der Rest, 7.400 kW, liefert eine Schwungrad-Anlage.
Die Kühlung erfolgt für 8 MW Leistung flüssig, mit einer Temperaturspreizung von 32 bis 42 Grad, dazu kommen 800 kW Luftkühlung.
Teilweise wird im Rechenzentrum Holz verbaut, beispielsweise sind die Decke und die Büroräume aus dem natürlichen Material. Der Bau beginnt Anfang 2025. Die Inbetriebnahme soll zwei Jahre später erfolgen.
Die Preisträger (v.l.n.r.): Christian Zipp (nlighten), Donald Badoux (EVO), Sascha Pollok (IPHH, Dr. Bastian Koller (HLRS), Dr. Fiete Dubberke (Windcores), Jörg Steins (LEW Telnet), Matthias Blatz (Heidelberg IT), Ralf Schütten (Telemaxx Telekommunikation)
(Bild: Rüdiger)
Den Gold-Award erhielt Sascha Pollok, CEO von IPHH, einem Tochterunternehmen der Portus Datacenter Group. Das Hamburger Rechenzentrum Internet Port Hamburg GmbH (IPHH) wird auf einem Brownfield-Grundstück, einem ehemaligen Gewerbestandort errichtet. Die komplette Abwärme soll ans Hamburger Fernwärmenetz fließen. Das Abwärmepotential dürfte groß sein; denn das Rechenzentrum mit etwa 6.500 Quadratmeter Rechnerfläche ist für bis zu 50 Prozent Wasserkühlung ausgelegt.
Den Silber-Award erhielt Donald Badoux, Bereichsleiter Abwärmetechnologien bei der Energieversorgung Offenbach (EVO). Sein Projekt: Alle Beteiligten - Stadtplanung, Wirtschaftsförderung, Energieversorger und Datacenter-Betreiber - setzen sich an einen Tisch und planen die Verteilung von Rechenzentren im Stadtgebiet. Ziel ist es, Rechenzentren dort anzusiedeln, wo ihre Fernwärme tatsächlich abgenommen werden kann. Auf dieser Basis entsteht jetzt ein von allen akzeptierter Plan zur Ansiedlung weiterer Rechenzentren in der Stadt - Abwärme-Abnahme inklusive.
Kategorie Innovation
Den Platin-Award in der Kategorie Innovation vergab das Publikum an Matthias Blatz, Geschäftsführer des Cloud-Providers Heidelberg IT für das erste gedruckte Rechenzentrum. Realisiert wurde das Gebäude mittels eines neuartigen Betons, der ohne gebrannten Kalk und damit mit erheblich weniger Produktionsenergie auskommt.
Das Material benötigt keine Stahlverstärkung; das Gebäude wird komplett ohne Ecken realisiert und spart auch dadurch Material. Zudem ist die Statik besser als bei konventionellen Gebäuden. Die gesamte Beton-Gebäudehülle ist rezyklierbar. Nur Innenwände, Decken und Böden sind in klassischem Beton ausgeführt.
Konkurrenzlos gering ist der Personalbedarf am Bau: gebraucht wird nur eine Person, die den Drucker bedient. Blatz: „Theoretisch hätten wir das Gebäude innerhalb von 176 Stunden komplett drucken können.“
Aus Brandschutzgründen mussten allerdings zwischen äußere und innere Druckbetonschicht klassischer Beton gefüllt werden, um daran die Türen zu verankern.
Stand: 08.12.2025
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Matthias Blatz, Heidelberg IT, Platin-Award Innovation, berichtet über den Druck seines Rechenzentrums.
(Bild: Rüdiger)
Der Gold-Award ging an Christian Zipp, Chief Sales Officer des Edge-DC-Anbieter Nlighten. Die Idee: Edge-Datacenter von Anfang an in die lokale Energie-Infrastruktur einzubetten und per Sektorkopplung möglichst viel Abwärme zu nutzen. Am Standort Eschborn beispielsweise wurde vereinbart, das Wiesenbad und die GEZ mit Abwärme zu versorgen. Außerdem nutzen die Nlighten-Datacenter Biogas statt Diesel und sind für Wasserstoff vorbereitet.
Den Silber-Award nahm Ralf Schütten, Virtual Marketing Manager bei der Telemaxx Telekommunikation GmbH entgegen. Der Cloud-Dienstleister arbeitet eng mit einer Digitalagentur zusammen, mit der gemeinsam die digitale netmaxx-Plattform realisiert wurde. Sie ermöglicht eine neuartige Form der Unternehmenspräsentation. Technisch basiert das Rechenzentrum auf einer OpenStack Cloud-Plattform, Die Plattform ist für Kubernetes vorbereitet und stellt Infrastruktur automatisiert bereit (Infrastructure as Code).
Kategorie Sustainability
In der Kategorie Nachhaltigkeit zeichnete das Publikum Fiete Dubberke vom Cloud-Service- und Colocation-Dienstleister Windcores aus. Windcores realisierte ein dreistöckiges Dienstleistungsrechenzentrum im Betonfuß einer Enercon-Windenergie-Anlage. Dubberke: „Wir lehnen die IT-Infrastruktur an die Infrastruktur zur Erzeugung erneuerbarer Energien an.“
Die Energieversorgung des Rechenzentrums erfolgt zu rund 90 Prozent direkt aus der darüber befindlichen Windenergie-Anlage. Auch ein Glasfaseranschluss (Dark Fiber) nach Frankfurt/Main ist vorhanden. Neben klassischem Colocation bietet Windcores auch eigene Plattformservices, etwa einen Kubernetes-Service, an.
Dr. Fiete Dubberke, Windcores, Platin-Award Sustainability, erklärt den Aufbau des RZ im Fuß der Enercon-Windenergieanlage.
(Bild: Rüdiger)
Das Konzept, das bis zu 50 Racks mit Standard-Leistungsbedarf und einigen leistungsstärkeren Racks mit 20 bis 30 kW Platz bietet, lässt sich theoretisch auf alle rund 3.000 Windenergieanlagen dieses Typs in Deutschlands ausweiten. „Wir möchten ein Netz aus Edge-Clouds in ganz Deutschland aufbauen“, umschreibt Dubberke sein Ziel.
Den Gold-Award bekam Jörg Steins, Geschäftsführer der LEW Telnet GmbH, einer Tochterunternehmung des Eon-Konzerns, für das Konzept des „Green Datacenter“. Die Energieversorgung des Rechenzentrums erfolgt vollständig nachhaltig und ohne Zertifikate aus einer benachbarten PV-Anlage oder den 36 Wasserkraftwerken der LEW. Die Kühlung erfolgt bis 14 Grad frei, bis 30 Grad unterstützt durch Adiabatik und darüber durch eine Kühlanlage, die mit dem PV- oder Wasserenergiestrom gespeist wird. Die Abwärme wird in den Büros genutzt und in ein Nahwärmenetz eingespeist.
Silber erhielt der wegen Erkrankung nicht persönlich anwesende Christian Allner, Geschäftsführer der Atlas Bildungsgruppe, für sein Konzept eines rundum auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bildungsunternehmens.