„Hyper-V“ ist eine aktivierbare Rolle in Windows-Servern. Insofern können Administratoren eine Virtualisierungsumgebung mit Hyper-V einfacher in Betrieb nehmen als mit „vSphere“ oder „XenServer“.
Fachautor Thomas Driling nimmt Administratoren bei den ersten Schriten in eine Hyper-V-Umgebung an die Hand.
Dieser Beitrag zeigt das Aufsetzen einer einfachen Hyper-V-Umgebung mit einem Host, zunächst ohne fortgeschrittene Funktionen auf Basis von „Windows Server 2012 R2“ Standardedition. Es geht jedoch nicht um die Unterschiede zur GUI-freien Version des Hyper-V-Server, auf das Lizenzierungsmodell oder die prinzipielle Funktionsweise und Architektur des Typ-1-Hypervisors.
Um einen Windows-Server mit grafischer Oberfläche zu einem Hyper-V-Host auszubauen, müssen Admins
ie Hyper-V-Rolle aktivieren,
auf demjenigen Windows-Rechner, von dem aus sie ihre Hyper-V-Umgebung verwalten möchten, das Hyper-V-Manager-Snap-In installieren und
auf dem Hyper-V-Host die Remote-Verwaltung aktivieren.
Tipp: Es vereinfacht die Konfiguration und den Remote-Zugriff via Hyper-V-Manager, wenn Admins eine Server-Verwaltung per Active Directory aufsetzen, soweit dies noch nicht geschehen ist. Bei einem kleinen Test-Setup dürfen Hyper-V und „Hyper-V Manager“ durchaus auf der gleichen Maschine laufen. Dem Domänencontoller müssen sie allerdings zwingend dedizierte Hardware spendieren. Die darf auch virtuell sein.
Und so geht es beim Einrichten der Hyper-Umgebung weiter:
Schritt 1: Hyper-V-Feature aktivieren
Um Hyper-V im Dashboard des automatisch startenden Server-Managers zu aktivieren, navigieren sie unter Punkt 2 „Add Roles and Features“ zur gewünschten Hyper-V-Rolle. Alternativ findet sich die Funktion auch jederzeit im Server-Manager im Menü „Manager“ /„Add Roles and Features“.
Windows fragt beim Auswählen der Hyper-V-Rolle nach, ob es auch die Hyper-V-Verwaltungs-Tools aktivieren soll, was Admins bei einem kleinen Setup auf lokaler Maschine erlauben müssen beziehungsweise auch bei verteilten Setups erlauben sollten, um Hyper-V als Admin jederzeit auch lokal verwalten zu können.
So lassen sich virtuelle Switches erstellen.
(Bild: VNR - "Erfolgreich virtualisieren")
Schritt 2: vSwitch erstellen
Haben sie die Hyper-V-Rolle ausgewählt, fragt der Assistent für Rollen und Features, ob virtuelle Switches erstellt werden sollen. Da mindestens ein vSwitch für eine Virtualisierungsumgebung unabdingbar ist, bestätigen die Nutzer das1 und wählen den zu verbindenden physischen Ethernet-Adapter aus2.
Schritt 3: Live-Migrationen erlauben
Im nächsten Schritt fragt der Rollen-Assistent, ob der Admin Hyper-V für das Senden und Empfangen von Live-Migrationen konfigurieren möchte. Wer unsicher ist, ob das Feature benötigt wird, braucht es zu diesem Zeitpunkt nicht aktivieren, zumal sich die Funktion auch später in den Hyper-V-Einstellungen dazu nehmen lässt.
Soll der gerade einzurichtende Hyper-V-Host Teil eines Cluster werden oder möchten Nutzer gezielt einzelne Netzwerke für das Empfangen von Live-Migrationen verwenden, sollte das Feature jetzt ebenfalls nicht aktiviert werden.
Schritt 4: Standardspeicher wählen
Im nächsten Schritt des Hyper-V-Rollen-Assistenten müssen Admins einen Standard-Storage zur Aufnahme ihrer virtuellen Maschinen angeben. Dabei empfiehlt es sich, den lokalen Speicher für das Verwaltungsbetriebssystem und den Datenspeicher für Hyper-V in Form separater Volumes voneinander zu trennen. Letztere sind dann ausschließlich zur Aufnahme von VHD- und VHDX-Dateien bestimmt.
Neben lokalen Volumes können sie auch SMB-Netzwerkfreigaben oder SAN-Systeme als Storage nutzen. Hierzu müssen Sie auf „Durchsuchen“ klicken und können dann beispielsweise eine SMB-Freigabe als Storage für Hyper-V nutzen. Im Beispiel (siehe: Bild) ist im Kontextmenü von „Netzwerk“ 1 die Funktion „Netzwerklaufwerk verbinden“ 2 gewählt und den Netzwerkpfad zur passenden SMB-Freigabe3 angegeben .
So wählt man die Speicher aus.
(Bild: VNR -Erfolgreich virtualisieren)
Schritt 5: Speicherort der Konfiguration
In gleicher Weise wählen sie den Speicherort für die Konfigurationsdateien der VMs. Das kann, muss aber nicht dasselbe Volume sein.
Tipp: Auch wenn Administratoren im Verlauf des Rollen- und Features-Assistenten einen NFS-Client installieren können, steht NFS-Storage für Hyper-V leider nicht zur Verfügung.
Hyper-V-Manager remote nutzen
Zum Verwalten der Hyper-V-Umgebung benötigt der Admin den „Hyper-V-Manager“. Ist die Hyper-Rolle mithilfe des Assistenten „Rollen und Features“ installiert, wurde der Hyper-V-Manager auf dem Hyper-V-Host automatisch installiert. Möchten Nutzer einen entfernten Windows-Server mit Hyper-V von einem lokalen Windows-Server aus verwalten, müssen sie im Rollen-und-Features-Assistenten die Remote-Server-Verwaltungs-Tools selbst aktivieren, sofern dies noch nicht geschehen ist.
Das Aktivieren von Snap-ins für Hyper-V-Manager
(Bild: VNR - "Erfilgreich virtualisieren")
Dazu muss unter „Rollenverwaltungs-Tools“1 die „Hyper-V-Verwaltungs-Tools“2, damit auch auf dem lokalen Windows-Server die benötigten Snap-Ins, zum Beispiel für den Hyper-V Manager, zur Verfügung stehen (siehe: Bild).
Tipp: Auf die gleiche Weise lassen sich die Hyper-V-Tools auch an einem Arbeitsplatz mit Windows 7/8 oder 8.1 aktivieren. Um diesen als Verwaltungssystem zu nutzen, müssen dazu aber zuvor die RSAT-Tools von „http://bit.ly/1x1T9py“ heruntergeladen und installiert werden.
Die Hyper-V-Umgebung ist jetzt einsatzbereit und Admins können sich mit dem Hyper-V-Manager mit ihrem Hypervisor verbinden und virtuelle Maschinen anlegen, sofern sie wie gezeigt Storages und mindestens einen vSwitch angelegt haben. Beides lässt sich aber auch jetzt im Hyper-V-Manager erledigen. Letzteres geht so:
Stand: 08.12.2025
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Schritt 1: Manager für virtuelle Switches
Admins navigieren im Hyper-V-Manager zu „Manager für virtuelle Switches“, markieren links „Neuer virtueller Netzwerkswitch“, weisen rechts einen der drei Typen „Extern“, „Intern“ oder „Privat“ zu und klicken dann auf die Schaltfläche „Virtuellen Switch erstellen“.
Hinweis: Die größte „Freiheit“ gewährt der Typ „Extern“. Er erlaubt den VMs Zugriff auf das gesamte Netz, muss aber immer an einen physischen NIC gebunden sein. Werden mehrere externe vSwitches benötigt, müssen auch mehrere physische NICs im Host stecken. Interne Adapter erlauben nur die Kommunikation zwischen VMs beziehungsweise zwischen VM und Host. Private vSwitches dagegen erlauben nicht einmal eine Verbindung mit dem Host.
Erstellen Admins einen externen vSwitch, erscheint am Host ein neuer NIC mit der MAC-Adresse des zugewiesenen physischen Ports. Der widerrum hat aus Sicht von Windows keine MAC- oder IP-Konfiguration und schaltet komplett in den Promiscuous Mode.
Schritt 2: Virtuellen Switch erstellen
Nach dem Festlegen eines Namens ist bei „Verbindungstyp“
unter „Externes Netzwerk“ aus der angezeigten Liste die gewünschte physische Netzwerkkarte des Host zu wählen (sofern im vorherigen Dialog „Extern“angegeben wurde).
Schritt 3: Verwaltungsnetzwerk wählen
Besitzt dieser nur eine Netzwerkkarte, muss unbedingt die Option „Gemeinsames Verwenden dieses
Netzwerkadapters für das Verwaltungsbetriebssystem zulassen“ aktiviert werden; denn sonst fehlt im Verwaltungsbetriebssystem ein Netzadapter. Erst wenn mindestens einen vSwitch zugeordnet ist, lässt sich einer der Ports beim Konfigurieren einer virtuellen Maschine als virtueller Netzwerkadapter zuweisen.
Tipp: Mit den „vmswitch“-Cmdlet (Get-Command *vmswitch*) können Admins die virtuellen Netzwerkkarten ihrer VMs auch in der Powershell steuern. Welche Befehle dazu verfügbar sind, zeigt das Kommando Get-Command *vmnetworkadapter*
*Der Autor und das Original
Der Text von Thomas Drilling erschien im Original in der Dezemberausgabe 2014 von „Erfolgreich virtualisieren“, ein Magazin vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn. Thomas Drilling pflegt zudem seinen eigenen Open-Source-Blog auf DataCenter-Insider.