PAC-Sustainability-Platforms-Benchmark Die besten Plattform­anbie­ter, wenn es um Nachhaltigkeit geht

Quelle: Pressemitteilung 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Das europäische Analystenhaus PAC (Pierre Audoin Consultants) hat Anbieter von offenen digitalen Plattformen für die Fertigungsindustrie untersucht. Im Fokus stehen insbesondere Anbieter, deren Spezialisierungen und Anteile auf dem sich entwickelnden Markt für Plattformen zur ökologischen Nachhaltigkeit.

Ökologische Nachhaltigkeit - das ist für Plattform-Anbieter noch ein erblühendes Thema. Das Beratungshaus Pierre Audoin Consultants hat die Angebote bewertet. (Bild:  frei lizenziert: Gerd Altmann /  Pixabay)
Ökologische Nachhaltigkeit - das ist für Plattform-Anbieter noch ein erblühendes Thema. Das Beratungshaus Pierre Audoin Consultants hat die Angebote bewertet.
(Bild: frei lizenziert: Gerd Altmann / Pixabay)

Trotz seiner derzeitigen Größe geht PAC davon aus, dass der Markt für Software und IT-Dienstleistungen im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren schnell wachsen wird. Für Deutschland wird beispielsweise ein Wachstum von 37,7 Prozent im Jahr 2024 prognostiziert, was strategische Investitionen und potenzielle Marktverschiebungen widerspiegelt.

Insgesamt hat PAC für seinen Bericht „Innovations- Radar“ 94 aktive Plattform-Anbieter auf dem europäischen Markt in neun Themenbereichen untersucht. Nach eigenen Angaben liegt der Fokus dieser Martbetrachtung seit jeher auf der Differenzierung verschiedener Plattformkonzepte und der Bewertung neu aufkommender Themen - jetzt eben auch auch der Nachhaltigkeit: „Sustainability-related IT Consulting & Services in Europe“

„PAC Innovation Radar Leaders in Sustainability-related IT Consulting & Services in Europe 2023”, bewertet die besten europäischen Anbieter. (Bild:  PAC)
„PAC Innovation Radar Leaders in Sustainability-related IT Consulting & Services in Europe 2023”, bewertet die besten europäischen Anbieter.
(Bild: PAC)

Ökologische Nachhaltigkeit ist kein neues Thema. Seit Jahrzehnten diskutieren Politiker und Wissenschaftler über dieses Thema, und internationale Verträge wie das Kyoto-Protokoll von 1992 haben sicherlich dazu beigetragen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die globale Erwärmung zu verlangsamen. Die 2000er Jahre haben jedoch gezeigt, dass diese Initiativen nicht ausreichten.

Da die Verbraucher (insbesondere die jüngeren Generationen) mehr Anstrengungen zur Eindämmung des vom Menschen verursachten Klimawandels fordern, hat die Europäische Union Maßnahmen zur Förderung nachhaltigerer Geschäfts- und Konsummodelle ergriffen. Vor einem Jahr trat die Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) in Kraft, und Ende 2023 verabschiedete das Europäische Parlament auch die Richtlinie über die Sorgfaltspflicht von Unternehmen (CSDDD). Beide setzen neue Standards, die von Unternehmen aller Branchen, einschließlich des verarbeitenden Gewerbes, übernommen werden müssen.

Dazu brauchen die Hersteller die richtigen Instrumente, um Daten über ihre Umweltauswirkungen in allen Bereichen zu sammeln und zu analysieren. Die Unternehmen haben verstanden, dass Nachhaltigkeit nicht nur von einer einzigen Abteilung behandelt werden kann, sondern ein Prinzip ist, das von allen Abteilungen übernommen und integriert werden muss. Dies gilt auch für die oberste Führungsebene. PAC beobachtet, dass Unternehmen nur Kandidaten mit dem erforderlichen Fachwissen einstellen und Chief Sustainability Officers (CSO) ernennen, anstatt das Thema Nachhaltigkeit einer anderen Führungsebene wie dem CFO oder CMO zu übertragen.

Veränderungen im Anbietermarkt

Mopia Kamdoum, Analystin bei PAC. sagt: „Die Hersteller können das Thema Nachhaltigkeit nicht länger ignorieren. Mit den (bevorstehenden) EU-Verordnungen haben sie nicht nur eine regulatorische Verpflichtung, sondern es wird auch leichter sein, Vergleiche mit Wettbewerbern zu ziehen, das heißt: Ihr Image, ihr Ruf und ihr Wettbewerbsvorteil könnten zunehmend gefährdet sein.“

So beobachtet PAC auch, dass ökologische Nachhaltigkeit als Teil der allgegenwärtigen ESG -Vorschriften und -Strategien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) ist eines der dynamischsten Themen auf dem IT-Dienstleistungsmarkt und ein zunehmend wichtiges Auswahlkriterium bei der Wahl eines IT-Anbieters ist. Unter dem Druck von Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen hätten alle führenden IT-Dienstleister nicht nur Anstrengungen unternommen, um ihren eigenen CO2-Fußabdruck zu verringern, sondern haben auch spezielle Angebote entwickelt, um ihre Kunden bei der Definition, der Überwachung und dem Erreichen ihrer Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen.

Im Radar

Vor diesem Hintergrund hat das Marktanalyse- und Beratungsunternehmen PAC die IT-Anbieterlandschaft in Europa analysiert und deren Ansätze, Angebote, Strategien und Referenzen bewertet. Von den 94 Plattform-Anbietern schafften es 26 IT-Dienstleister in die Auswahl.

Doch sowohl die Nachhaltigkeitsstrategien als auch die Wege dorthin sind Vilefältig und verlangen explizite Kompetenzen. So können die Nachhaltigkeitsziele von Unternehmen durch den intelligenten Einsatz von IT, zum Beispiel zur Optimierung von Lieferketten, erreicht werden („Sustainability through IT“), während gleichzeitig ihre eigene IT nachhaltiger werden muss („Sustainability of IT“).

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Ansätze zur Steigerung der Nachhaltigkeit können sich dabei auf ausgewählte IT-Infrastrukturen oder auf die Anwendungslandschaft konzentrieren, sie können aber auch umfassender sein und die gesamte Geschäftsstrategie einbeziehen. Hierzu zählen das von der Regulierung geforderte ESG-Reporting, aber auch Nachhaltigkeits-Ansätze, die sich das Internet der Dinge (IoT) zunutze machen, etwa in Bereichen wie 'Smart Buildings', 'Smart Mobility' und 'Smart City'.

Für die Aufnahme in die Untersuchung müssen die Plattformen Hersteller bei mindestens einem der folgenden Themen helfen: Kohlenstoffbilanzierung, Nachhaltigkeitsberichterstattung oder Anwendung der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Übrig geblieben sind 15 Unternehmen, die anhand von mehr als 30 Kriterien in Bezug auf Marktstärke und Kompetenz analysiert wurden.

Die Ergebnisse

IBM, Salesforce und SAP haben in dem Radar die höchste Punktzahl erreicht. Sie kommen, wie zu vermuten ist, aus aus unterschiedlichen Bereichen (insgesamt ordnete PAC die betrachteten Anbieter in fünf Kategorien ein). Salesforce und SAP gehören zu den typischen Anbietern von Geschäftsanwendungen, zusammen mit Anbietern wie Microsoft, Oracle und Servicenow. Diese Anbieter sind für ihre Lösungen bekannt, die ERP, CRM und andere Prozesse abdecken; sie haben erhebliche Investitionen getätigt, um ihre Fähigkeiten im Bereich Nachhaltigkeit zu verbessern.

Dann gibt es noch die Spezialisten für Nachhaltigkeit, wie Plan A, Smarthead und Watchwire. Diese Unternehmen haben sich schon immer auf Nachhaltigkeit (oder sogar ESG) konzentriert und sich ein tiefes Fachwissen angeeignet, haben aber weniger Marktmacht als Salesforce und SAP.

Die nächste Kategorie sind Anbieter wie OneTrust und Integritynext, die Experten für Governance, Risiko und Compliance sind und ökologische Nachhaltigkeit als angrenzend zu diesen Themen betrachten.

Dann gibt es noch die CAD- und PLM-Spezialisten wie Siemens. Sie verfügen über ein ausgeprägtes Branchen-Know-how und konzentrieren sich oft auf den Product Carbon Footprint (PCF), wobei sie sich auch mit dem Produktdesign befassen. Zur letzten Gruppe gehören Unternehmen wie IBM, Wolters Kluwer und Visma, die es vorziehen, ihre Nachhaltigkeitsgeschäftsbereiche durch den Erwerb von Spezialisten (Envizi, Enablon beziehungsweise Smarttrackers) auszubauen und ihre Nachhaltigkeitsangebote mit den erworbenen Fähigkeiten zu integrieren und zu verbessern.

Es bleibt viel zu tun

Gründe sich auszuruhen gibt es nicht. So sei das Thema Nachhaltigkeit zwar in allen Branchen auf höchster Management-Ebene angelangt, stehe aber noch weitgehend am Anfang; entsprechend rasant schritten die Entwicklungen voran, steht im Report.

Angesichts vielfältigster Datenquellen und möglicher Hebel entlang der Wertschöpfungskette großer Unternehmen sei zudem die zu bewältigende Komplexität enorm. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach externer Unterstützung. Deren Reifegrad stellt sich allerdings als ebenso heterogen dar wie die Strategien auf Kundenseite. Die Investitionsstrategien reichen auch deshalb vom Umsetzen der notwendigsten Reporting-Anforderungen bis hin zu umfassenden Geschäftstransformationen mit dem Ziel, das Thema Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil zu positionieren.

Der PAC-Radar berücksichtigt dabei sowohl dedizierte nachhaltigkeitsbezogene Beratung und Dienstleistungen als auch nachweisbar nachhaltigkeitsbezogene Elemente von klassischen IT-Dienstleistungen, wie Anwendungsmodernisierung, „Green Coding“ oder Cloud-Migration. Da auch lokale Präsenz oder Branchenkompetenz ausschlaggebend sein können bei der Wahl eines geeigneten Nachhaltigkeits-Partners, stellt das Beratungshaus zudem separate Betrachtungen für Deutschland, Frankreich und Großbritannien, sowie für die Bankenbranche, bereit.

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