IT-Awards 2024 Die beliebtesten Anbieter von grünem Co-Location

Von Martin Hensel 3 min Lesedauer

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Nachhaltige IT-Infrastrukturen sind ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für Co-Location-Anbieter ist das eine gute Nachricht: Sie bieten gegenüber On-Premises-Rechenzentren in Unternehmen nicht nur Kostenvorteile und hohe Skalierbarkeit, sondern überzeugen auch mit effizienter Hardware, optimiertem Energieverbrauch und dem Einsatz nachhaltiger Versorgungstechniken.

In der Frage nach den beliebtesten Anbietern haben die Leser für NothC Datacenters, Equinix und Digital Realty entschieden. NorthC erhielt beim DataCenter-Insider Award 2024 Platin. (Bild:  Beenish - stock.adobe.com / KI-generiert)
In der Frage nach den beliebtesten Anbietern haben die Leser für NothC Datacenters, Equinix und Digital Realty entschieden. NorthC erhielt beim DataCenter-Insider Award 2024 Platin.
(Bild: Beenish - stock.adobe.com / KI-generiert)

Co-Location ist eine praktische Lösung für Unternehmen, die kein eigenes Rechenzentrum vor Ort betreiben wollen oder können. Stattdessen setzen sie auf Anbieter, die über ein Rechenzentrum mit aller nötigen Infrastruktur verfügen und dort Platz für den Betrieb der jeweiligen Unternehmens-IT anbieten. Derartige Umgebungen haben verschiedene Vorteile, wie etwa Kosteneffizienz, Flexibilität, Sicherheit und unkomplizierte Skalierungsmöglichkeiten.

Zudem sind Co-Location-Anbieter mittlerweile ein wichtiger Faktor, um die Nachhaltigkeit der IT-Branche voranzutreiben. Denn zunehmende Anforderungen an Energie-Effizienz und CO2-Reduktion stellen unternehmensinterne Rechenzentren vor immer mehr Probleme. Die Co-Location-Datacenters sind dagegen bereits auf hohe Effizienz, zertifizierte Nachhaltigkeit und den Einsatz erneuerbarer Energien ausgelegt.

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Effizient dank moderner Technik

Co-Location-Anbieter setzen auf den Bau hochmoderner Rechenzentren, um mit den aktuellen Anforderungen Schritt zu halten. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Maximierung der Energieeffizienz. Dies kann durch unterschiedliche Ansätze erfolgen: Beispiele sind etwa der Einsatz fortschrittlicher Kühlsysteme einschließlich der Nachnutzung der durch die Server entstehenden Abwärme oder der gezielte Einsatz besonders stromsparender Hardware und Infrastruktur.

Die weiterverwendete Abwärme kann unter anderem der Beheizung von Gebäuden dienen oder wird in ein Fernwärmenetz eingespeist. Das Ergebnis wird als PUE-Wert („Power Useage Effectiveness“) bezeichnet, wobei ein theoretischer Wert von 1,0 den Idealfall verkörpert. Aktuelle Co-Location-Rechenzentren erreichen schon jetzt eine PUE von 1,3 oder weniger, obwohl dies regulatorisch erst ab 2030 Pflicht ist.

Der CO2-Ausstoß lässt sich zudem durch grüne Energiequellen reduzieren, wie beispielsweise Solar-, Wind- oder Wasserkraft. Hierbei helfen auch Skaleneffekte, die sich durch hohe Auslastung ergeben und in der Regel bereits in der baulichen Konzeption des Rechenzentrums vorgesehen sind. Investitionen in Kompensationsprojekte sowie eine längere Nutzungsdauer von Infrastruktur und Hardware sorgen für weniger Elektroschrott und verringern den CO2-Fußabdruck weiter. Zertifikate wie zum Beispiel ISO 14001 oder ISO 50001 belegen die Nachhaltigkeitsbemühungen der Anbieter und sorgen gegenüber den Kunden für Transparenz.

Blick in die Zukunft

Auch im Co-Location-Bereich gibt es einige Trendthemen, die möglicherweise in Zukunft an Relevanz gewinnen. So könnten Rechenzentrumsbetreiber künftig verstärkt auf KI setzen, um Energieflüsse zu überwachen und zu steuern und damit stets optimale Effizienz zu gewährleisten. In Sachen Klimatisierung gibt es ebenfalls vielversprechende Ansätze, darunter beispielsweise nachhaltige Kältemittel, modulare Kühlsysteme oder Immersionskühlung, bei der Server direkt in eine nicht leitende Flüssigkeit getaucht werden. Sie alle versprechen höhere Energieeffizienz bei gleichzeitig optimaler Kühlleistung.

Grünes Co-Location ist vor allem für Unternehmen aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen interessant. Aber auch die öffentliche Hand könnte aus derartigen Rechenzentren Vorteile ziehen. Zu den sich bietenden Möglichkeiten zählen unter anderem die bereits erwähnte Nutzung der entstehenden Abwärme etwa zu Heizzwecken oder die zentrale Verwaltung und Steuerung von städtischen Systemen wie Verkehrskameras, Wetterstationen und anderen Sensoren. Vor allem letzteres ist für kommende Smart Cities interessant, die verstärkt auf das Sammeln und Auswerten zahlreicher Informationsquellen setzen.

Markt profitiert von zunehmendem Bedarf

Das wachsende Interesse an Co-Location macht sich auch im Markt bemerkbar. Laut aktuellen Zahlen der Marktforscher von Research and Markets erreichte allein der deutsche Co-Location-Markt im vergangenen Jahr ein Marktvolumen von rund 2,19 Milliarden US-Dollar. Bis 2029 gehen die Experten von einer weiteren Zunahme auf etwa 3,55 Milliarden US-Dollar aus. Dies würde einer jährlichen Wachstumsrate („Compound Annual Growth Rate“, CAGR) von rund 8,4 Prozent entsprechen.

Laut den Marktforschern gibt es derzeit ungefähr 176 aktive Co-Location-Rechenzentren in Deutschland. Die meisten davon erfüllen Tier-III-Standards. Für die kommenden fünf Jahre wird im Co-Location-Segment deutliches Wachstum erwartet. Als wichtige Standorte werden dabei unter anderem München, Frankfurt am Main und Berlin genannt.

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