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Erreichen Sie mit dem Angebot auch die IT-Verantwortlichen auf C-Level?
Neben der Technik spielen Management und Strategie bei der GES eine zunehmend größere Rolle. Die Vereinigung orientiert sich seit zwei, drei Jahren verstärkt in Richtung Geschäftsführung. Erreichen Sie mit dem Angebot auch die IT-Verantwortlichen auf C-Level?
Frank Wondrak: Da tun wir uns aufgrund unserer Historie noch etwas schwer. Die GSE ist entstanden als Vereinigung der Organisationen, die Mainframes einsetzen. Mit dem Rückgang der Großrechner in den Unternehmen ließ auch das Interesse an der GSE nach. Als CIO ging man dann eher auf andere Konferenzen wie die Sapphire. Natürlich würden wir gern den CIO der Allianz auf unserer Jahrestagung begrüßen. Zu uns kommt aber eher der Rechenzentrumsleiter.
Das liegt aber weniger an den Themen und der Agenda. Vielmehr haben wir ein gewisses Problem mit unserem Image. Tatsächlich geht das Themenspektrum unserer 50 Arbeitsgruppen inzwischen weit über den Mainframe hinaus. Dort befassen sich die Mitglieder auch mit Power- und x86-Systemen, mit Software-Entwicklung und, und, und... Mit unseren Arbeitsgruppen decken wir weitestgehend das Portfolio der IBM ab.
An den Keynote-Speakern kann es auch nicht liegen. Hier traten durchweg namhafte Branchenvertreter auf wie Gunter Dueck, CTO von IBM, Hartmut Thomsen, Geschäftsleitungsmitglied von SAP, oder Andreas Zilch, Vorstand der Experton Group.
Ursprünglich war auch IBM-Deutschland-Chef Martin Jetter als Sprecher vorgesehen...
Frank Wondrak: Martin Jetter wäre ganz sicher auch gekommen, wenn er nicht in der Zwischenzeit auf eine Position in den USA befördert worden wäre. Aber ich rechne fest damit, dass uns seine Nachfolgerin Martina Koederitz im kommenden Jahr keinen Korb geben wird...
Nach dem, was Sie sagen, müsste Ihnen neben der Verbesserung der Konferenzprogramme vor allem an einer Image-Korrektur gelegen sein?
Frank Wondrak: Ja, mein erstes großes Ziel ist tatsächlich, das Image der GSE zu korrigieren. Wir sind längst kein Club der Mainframer mehr! Diese Botschaft müssen wir publikumswirksam übermitteln. Die GSE ist die führende Anwendervereinigung für Hardware, Software und Services von IBM.

Wenn wir beim aktuellen Thema der Jahrestagung bleiben, dann muss deutlich werden, dass wir hier profund über Cloud Computing reden - nicht nur anhand von Charts und bunten Folien, sondern auf Basis der Erfahrung von Anwendern, die schon ihre Private Clouds aufbauen.
Wie weit ist denn die IBM-Anwenderschaft beim Cloud-Computing?
Frank Wondrak: Die Frage muss man differenziert beantworten. Viele IT-Leute in den Anwenderunternehmen gehen mit dem Thema nach meiner Wahrnehmung immer noch defensiv um. Es gibt IT-Leiter, die ihr Rechenzentrum in Auflösung begriffen sehen, wenn ihnen ihr CFO sagt, aus der Cloud bekomme man doch heute fast alles billiger.
Daneben gibt es progressive Geister, die durchaus erkennen, dass sie Skaleneffekte mitnehmen können, wenn sie bestimmte Strukturen und Applikationen in eine Public Cloud verlagern. Nehmen Sie etwa den internen IT-Dienstleister in einem Konzern.
Dieser Dienstleister wird im nächsten Schritt darüber nachdenken, dass er die Strukturen, die beispielsweise die IBM in ihrem Cloud-Rechenzentrum in Ehningen aufgebaut hat, im Konzern nachbauen kann. So erzielt er die gleichen Skaleneffekte für seine internen Kunden und kann seine Services günstiger anbieten. Wir reden dann von einer Private Cloud.
Und dann gibt es eine dritte Gruppe, zu der ich mein Unternehmen zähle...
…. ein IT-Dienstleister, der Kommunen im Raum Stuttgart betreut.
Frank Wondrak: Als Dienstleister stehen wir gegenüber unseren Kunden unter dem Druck, unsere Preise ökonomisch zu gestalten. Cloud-Konzepte bieten uns eine gute Chance, spürbare Preisdegressionen zu erreichen. Deshalb haben wir ein großes Interesse daran, dass wir dort relativ schnell Fortschritte machen.
Vieles von dem, was man mit dem Cloud-Paradigma verbindet, nämlich Standardisierung und Konsolidierung von IT-Landschaften, das hätten wir als Rechenzentrum ohnehin umgesetzt, allein aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Dazu gehört beispielsweise, dass man Hunderte von Intel-Pizza-Boxen durch eine hoch-aggregierte, High-end-x86-Architektur ersetzt.
Cloud Computing bedeutet aber mehr als Standardisierung und Konsolidierung!
Frank Wondrak: Ja, ohne eine weitgehende Automatisierung ist Cloud Computing undenkbar. Denn der eigentliche Kostentreiber sind die Personalkosten, nicht die Hardware und – bei aller Bedeutung von Green IT – nicht die Energie. Unterm Strich geht es um die Industriealisierung der IT. Dabei spielen die Orchestrierung von Services und die Provisionierung von Ressourcen eine zentrale Rolle.

Dort fehlen aber noch die ausgereiften Software-Konzepte. Es gibt Ansätze. So hat IBM mit dem „Tivoli System Automation Manager“ einen vielversprechenden Ansatz vorgestellt. Aber es gibt noch keine fertigen Produkte, die man von der Stange kaufen könnte.
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